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Corona aktuell Coronavirus: Hoffnung auf langfristig wirkenden Impfstoff schwindet

Corona aktuell: Impfstoff
© joel bubble ben / Shutterstock
Die Anzahl an Antikörpern gegen das Coronavirus nimmt bei genesenen Patienten schneller ab, als erwartet. Das könnte die Hoffnung auf eine langfristig wirkende Impfung dämpfen.

Rückschlag in der Coronaforschung: Experten hatten gehofft, dass genesene Covid-19-Patienten durch die Bildung von Antikörpern länger gegen eine neue Infektion geschützt sein könnten. Und diese Antikörper sollten auch dazu verwendet werden, einen Impfstoff zu entwickeln, der langfristig gegen eine Coronainfektion schützen kann. Neue Bluttests von deutschen Corona-Patienten dämpfen diese Hoffnung nun jedoch: Die Konzentration der Antikörper nimmt nach überstandener Erkrankung schneller ab als erwartet. Dadurch könnte auch die Hoffnung schwinden, schnell eine langfristig wirkende Impfung gegen das Virus entwickeln zu können.

Ernüchterndes Ergebnis

Die Daten beziehen sich auf neun Patienten, die Ende Januar in der München Klinik Schwabing behandelt wurden und zeigen bei den Betroffenen ein deutliches Absinken der sogenannten neutralisierenden Antikörper. Das bestätigte der Chefarzt der dort ansässigen Klinik für Infektiologie, Clemens Wendtner. "Bei vier der neun Patienten sehen wir sinkende neutralisierende Antikörper in einem sehr speziellen Test, der nur in einem Hochsicherheitslabor erfolgen kann", so der Arzt.

Neuansteckung möglich

Zwar müsse man weiter beobachten, ob dadurch negative Folgen für eine mögliche Langzeitimmunität entstehen können. Aber die Daten deuten darauf hin, dass man sich zeitnah erneut mit Covid-19 anstecken kann, nachdem man bereits eine Infektion durchgemacht hat. Allerdings sind nicht nur die untersuchten Antikörper für eine mögliche Immunität entscheidend, auch die sogenannte T-Zell-Immunität spielt eine Rolle. Die T-Lymphozyten bekämpfen gezielt virusinfizierte Zellen. Und dieser Abwehrkampf funktioniert besser, wenn den T-Zellen das angreifende Virus bereits bekannt ist. Die T-Lymphozyten könnten also als Schutz einspringen, auch wenn die neutralisierenden Antikörper abnehmen.

Zwar sind die neuen Ergebnisse bei nur neun Testpersonen nicht besonders aussagekräftig, die kleine Untersuchung passt aber zu bereits vorliegenden Daten. Beispielsweise hatten zuvor bereits chinesische Forscher herausgefunden, wie schnell die Anzahl der Antikörper bei genesen Patienten abnimmt: Demnach dauerte es bei Betroffenen ohne Beschwerden nur zwei Monate, bis die Antikörper zurückgingen.

Aber auch wer unter starken Symptomen litt, war nicht lange durch eine hohe Anzahl von Antikörpern geschützt. Und: Patienten mit wenigen Symptomen entwickelten auch generell weniger Antikörper, ihr Immunsystem stellte sich also weniger gut auf das Virus ein. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachblatt Nature Medicine.


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