Vegan? Von wegen! Die erschreckende Wahrheit über Feigen

Feigen sind nicht nur gesund und lecker, sondern bergen auch ein überraschendes Geheimnis, das uns für den Moment ein bisschen den Appetit verdirbt.

Wusstet ihr das schon über Feigen
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Im späten Sommer und Herbst lieben wir Feigen! Ob im Salat oder im Dessert, in Pasta, als süßer Akzent in deftigen Gerichten oder einfach in Kombination mit Ziegenkäse und Honig – ja, von den aromatischen Früchten können wir gar nicht genug bekommen. Bis jetzt! In Zukunft werden wir wohl nicht mehr ganz so unbeschwert zur Feige greifen. Die Wahrscheinlichkeit ist nämlich groß, dass wir dabei die sterblichen Überreste einer Wespe mitessen!

Wie die Wespe in die Feige kommt

Um das zu verstehen, muss man sich anschauen, wie spektakulär sich die Feige fortpflanzt. Sie ist nämlich ein Genie in Sachen komplexer Bestäubung, die trotzdem überraschenderweise auch ohne Partnerbörsen funktioniert. Die Feigenfrüchte sind dabei der zentrale Handlungsort. Sie sind so etwas wie nach innen gekehrte Blüten. Damit sich eine Essfeige fortpflanzen kann, die übrigens nur weibliche Blüten hat, muss nun eine ganz spezielle Wespe mit den Pollen einer anderen Feigensorte bestäubt werden, die nur männliche Blüten hat, der sogenannten Bocksfeige.

Für die Fortpflanzung der Essfeige muss also eine Feigenwespe, die zuvor auf einer männlichen Bocksfeige gesessen und ihre Pollen aufgenommen hat, in das Innere der weiblichen Feige hinein klettern und in diesem geschützten Hohlraum ihre Eier ablegen. Dann kriecht sie wieder heraus und widmet sich der nächsten Feige. Aber nicht alle Wespen schaffen es auch aus der engen Röhre der weiblichen Blüte wieder heraus. Verliert das Insekt dort seine Flügel, stirbt sie in der Feige und wird von ihr verdaut. Und deshalb essen wir, wenn wir eine Feige genießen, sehr wahrscheinlich eine Wespe mit.

Und jetzt? Einfach trotzdem Feigen essen!

Lasst euch aber trotzdem nicht davon abschrecken, nach Herzenslust Feigen zu essen, denn wenn sie euch bisher geschmeckt haben, sollte euch das auch nicht davon abhalten, es weiterhin zu tun. Denn der Körper der Wespe wird durch pflanzliche Enzyme der Feige komplett zersetzt und verschwindet in der Frucht. Und es gibt mit Sicherheit noch viele andere Dinge, die wir nicht über die Dinge wissen, die wir essen...

Feigen sind darüber hinaus ein echtes Superfood: reich an Vitaminen, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen und ausgestattet mit verdauungsfördernden Enzymen und sättigenden Ballaststoffen. Anstatt uns zu ekeln, sollten wir also lieber dankbar dafür sein, dass sie mit so viel Aufwand so eine komplexe Fortpflanzungsmethode entwickelt haben.

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