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Furchtbar: Einjährige von beißenden Kindern im Indoor-Spielplatz entstellt


Was für ein Albtraum! Ein 17 Monate altes Kleinkind wurde in einem Indoor-Spielpark von einem anderen Kind mit 15 Bissen schwer verletzt – obwohl zahlreiche Erwachsene anwesend waren.

Becky Doherty aus Leeds, England, wollte nur einen schönen Familien-Tag verbringen: Spontan besuchte die 30-Jährige mit ihren Kindern Willow-Ivy, Tucker und Aurora einen Indoor-Spielplatz, wo sich die drei mal so richtig austoben sollten. Die Kinder fingen begeistert an zu krabbeln, zu rutschen und zu spielen, während Becky ihnen vom Rand des Geschehens dabei zuguckte.

"Oh Gott! Wem gehört dieses Baby?"

Becky hatte gerade ihre dreijährige Tochter Aurora im Blick, als sie plötzlich eine andere Mutter verzweifelt schreien hörte: "Oh mein Gott, wem gehört dieses Baby?".  Wie in Schockstarre registrierte sie, dass die fremde Mutter einen zweijährigen Jungen von einem schwer verletzten Baby wegzog – ihrer Tochter Willow-Ivy! Die Einjährige war blutüberströmt, atmete nicht und war bereits blau angelaufen. Der Zweijährige hatte einen blutigen Mund, stellte sich neben seinen vierjährigen Bruder und lächelte glücklich. Sofort begannen Angestellte der Indoor-Spielhalle damit, erste Hilfe zu leisten – woraufhin sich schließlich auch zögerlich die Mutter der beiden Jungen meldete, die auf Distanz geblieben war. Aufgeregt schrie sie Becky und den Ersthelfern immer wieder zu: "So was machen Kinder halt! So was machen Kinder!"

"Als hätte sich ein Hund über sie hergemacht"

Willow-Ivy wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, wo ihre Wunden versorgt wurden. Zusätzlich wurde sie gegen Hepatitis geimpft. Über 15 Bisse musste das einjährige Mädchen in der Spielhalle über sich ergehen lassen, bis die Erwachsenen eingeschritten waren: Im Gesicht, an ihren Fingern, am Ohr, an ihrer Schulter, ihrem Rücken, ihrem Handgelenk und ihren Beinen. Nachträglich kam heraus, dass auch der vierjährige Bruder des Angreifers mit zugebissen hatte. "Sie sah aus, als hätte sich ein Hund über sie hergemacht, und kein Kind", so Becky später gegenüber dem britischen "Mirror". Trotz guter medizinischer Versorgung wird Willow-Ivy wohl ihr Leben lang Spuren von dem Angriff tragen. 

"So was machen Kinder halt!"

Auf den ersten Blick ist diese Phrase der Mutter der Jungen eine unverschämte Ausrede, mit der sie panisch versuchte, den Übergriff ihrer Kinder zu rechtfertigen. Tatsächlich hat sie aber nicht komplett Unrecht – denn natürlich gibt es in der Entwicklung eines Kleinkindes eine Phase, in der es seine Zähne als Waffe einsetzt. Fast alle Eltern, die ihre Kinder in einer Kita oder Krippe abgeben, mussten die bittere Erfahrung machen, ihren Nachwuchs mit Bissspuren abzuholen. Und oft müssen die gleichen Eltern schon kurz darauf darüber informiert werden, dass ihrerseits ihr eigenes Kind fest zugebissen hat. Für die Eltern ein Wechselbad aus Schock, Wut und später Scham und schlechtem Gewissen, weil sie sich für beide Vorfälle verantwortlich fühlen. Für die Erzieherinnen und Erzieher der Einrichtung lediglich ein normaler Arbeitstag. Kleinkinder brauchen noch eine Windel, können sich mit ihrem Fuß am Ohr kratzen – und benutzen ihre frischen, neuen Zähne manchmal dazu, andere Kinder testweise zu beißen.

Trotzdem: So extrem, dass ein Kind schwer verletzt wird, sind solche Kinderbisse normalerweise natürlich nicht. Und natürlich müssen Eltern ihre Kinder besonders gut im Blick haben, wenn sie wissen, dass sie gerade gerne zubeißen.

Wie konnte es soweit kommen? Die Polizei ermittelt inzwischen gegen die Mutter der beiden Jungen, die Willow-Ivy so zugerichtet haben, und auch das Sozialamt hat sich eingeschaltet. Angesichts der Schwere der Verletzungen ein nachvollziehbarer Schritt – aber ist sie tatsächlich allein dafür verantwortlich, dass dieses Unglück passiert ist? Die Betreiber des Spielcenters ziehen sich mit einem Verweis auf die Hausordnung aus der Affäre: "Wir sind keine Krippe," so eine Mitarbeiterin. "Die Kinder müssen von den Eltern beaufsichtigt werden." Und natürlich fällt es auch leicht, Becky vorzuwerfen, dass sie ihr einjähriges Kind den entscheidenden Moment nicht im Blick hatte.

Es gibt leider keine absolute Sicherheit

Doch Eltern mit Spielplatz-Erfahrung wissen: Es ist unmöglich, drei Kinder gleichzeitig genau im Blick zu haben, wenn sie auf einer großen Spielfläche herumwuseln – und ein Spielplatzbesuch funktioniert in der Regel ja auch prima ohne die totale, lückenlose Überwachung. Möglich wurde dieses Unglück auch dadurch, dass Becky das Grundvertrauen hatte, dass in einem abgeschirmten Raum wie einem Indoor-Spielplatz nichts Schlimmeres als ein blauer Fleck passieren kann – und dass ein- bis zweijährige Kinder keine Gefahr für ihre Tochter sein würden. Eine Einstellung, die sie nun bitter bereut – und die doch viele Eltern in ihrer Situation genau so gehabt hätten. 

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heh

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