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Corona aktuell EMA hält Impfstoff von Johnson & Johnson für sicher

Corona aktuell: Impfmittel
© Vladimka production / Shutterstock
Die Arzneimittelbehörde hat grünes Licht für den Coronaimpfstoff von Johnson & Johnson gegeben. Nun kann das Mittel auch hierzulande wieder verimpft werden.

Erst in der letzten Woche wurde der Coronaimpfstoff des Herstellers Johnson & Johnson erstmalig in der EU ausgeliefert. Doch kaum war das Mittel verfügbar, stoppten zahlreiche EU-Staaten die Impfungen damit: Wie schon bei dem Impfstoff von AstraZeneca waren in den USA nach Impfungen mit dem Coronaimpfstoff von Johnson & Johnson Fälle von Blutgerinnseln im Hirn aufgetreten. Deshalb stellte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA das Mittel auf den Prüfstand. Nun hat sie grünes Licht gegeben: Der Wirkstoff könne weiter uneingeschränkt verwendet werden.

Vorteile des Impfstoffes überwiegen

Zwar könne der Impfstoff in sehr seltenen Fällen tatsächlich sogenannte Sinusvenenthrombosen, also Blutgerinnsel im Hirn auslösen. Allerdings auch nur in Kombination mit einer sehr niedrigen Anzahl von Blutplättchen. Die EMA betont, dass die Vorzüge des Impfstoffes höher zu bewerten seien als das Risiko der seltenen Sinusvenenthrombose. "Alle Fälle traten bei Menschen unter 60 Jahren innerhalb von drei Wochen nach der Impfung auf, die Mehrzahl bei Frauen", so die EMA. Aber die derzeitige Datenlage lassen keine gesicherten Erkenntnisse über spezifische Risikofaktoren zu.

Bei ihrer Bewertung habe die Behörde "alle derzeit verfügbaren Erkenntnisse, vor allem aus den USA," berücksichtigt. Bis zum 13. April haben demnach mehr als sieben Millionen US-Bürger den Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten. Bei acht Personen waren nach der Impfung schwere Fälle der Blutgerinnsel aufgetreten – eine davon endete tödlich.

Lieferungen laufen wieder an

Johnson & Johnson reagierte auf die Freigabe der EMA und liefert jetzt neue Dosen des Impfmittels an die EU und Norwegen aus. "Die Sicherheit und Gesundheit der Menschen, die unsere Produkte benutzen, ist unsere höchste Priorität", sagte Paul Stoffels, Chef-Wissenschaftler des Unternehmens, laut der Tagesschau. Johnson & Johnson will die Beipackzettel des Impfmittels aktualisieren, außerdem soll das Personal von medizinischen Einrichtungen, in denen das Mittel zum Einsatz kommt, speziell informiert werden.

36,7 Millionen Dosen für Deutschland

Insgesamt hat die EU-Kommission genug Impfmittel für 200 Millionen Menschen bei Johnson & Johnson bestellt. 36,7 Millionen davon sollen nach Deutschland geliefert werden. Wie das Robert-Koch-Institut berichtet, sind mittlerweile 20,2 Prozent der Bevölkerung hierzulande mindestens einmal geimpft worden. Demnach haben zehn der 16 Bundesländer bereits die 20 Prozent Marke der Erstimpfungen erreicht.

Quellen: EMA, tagesschau.de, zeit.de


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