VG-Wort Pixel

Ihr wurde eine Brust abgenommen – am Stillen hindert sie das nicht 💜


Eine junge Mutter hält ihr Baby im Arm und gibt dem Neugeborenen die Brust – so weit, so normal. Das Besondere an diesem Bild: Bo Smith hat eben nur die eine Brust.

16 Runden Chemotherapie hat Bo Smith mitgemacht. Sechs verschiedene Medikamente schluckte die US-Amerikanerin aus Sugarland, Texas, zeitweise. Mit gerade einmal 29 Jahren hatten Ärzte bei Smith Brustkrebs diagnostiziert. Eine aggressive Form – die schnell immer mehr Tumore bildete.

Schließlich entschloss sich die Texanerin zu einer Mastektomie: Smith ließ ihre linke Brust abnehmen, behielt aber die rechte. "Ich hatte schreckliche Angst davor, dass [der Krebs] auch in meiner rechten Brust auftauchen würde", erzählt die heute 32-Jährige dem "People"-Magazin. 

Gleichzeitig habe sie ihre Brüste behalten wollen – denn auch wenn nur die geringste Chance bestanden habe, dass sie einmal ein Kind bekommen würde, habe sie dieses stillen wollen. "In dem Wissen, dass der Brustkrebs mir diese eine Brust schon genommen hat, hatte ich das Gefühl, es wäre unfair, wenn ich zuließe, dass er auch diese andere Brust nehmen würde."

44 Runden Bestrahlung und zwei Jahre später …

Der Brustamputation folgten 44 Runden Bestrahlung: montags bis freitags, zweimal am Tag. Dann, im Februar 2016, erhielt Smith die erlösende Nachricht: Die Behandlung hatte Erfolg. Es dauerte weitere zwei Jahre, bis die Ärzte ihr Okay gaben und Smith versuchen durfte, schwanger zu werden. Trotzdem glaubte Smith selbst kaum daran, dass ihr Traum Mutter zu werden noch in Erfüllung gehen würde – und schon gar nicht bald. Zu geschwächt schien ihr Körper nach dem anstrengenden Kampf gegen den Krebs.

Umso mehr erschien es der 32-Jährigen wie ein Wunder, als sie schwanger wurde – nur zwei Monate, nachdem sie und ihr Verlobter angefangen hatten, es zu versuchen. "Ich habe den ganzen Tag gezittert", berichtet Smith dem "People"-Magazin. "Nach meiner Diagnose hatte ich gedacht, das war's – ich würde niemals eine Mutter sein."

… kommt Baby James zur Welt

Umso glücklicher sind sie und ihr Verlobter James nun, seit sie Ende August ihren Sohn Willkommen hießen. Der kleine James junior ist der ganze Stolz von Bo Smith. Und so lässt sie es sich auch nicht nehmen, dem Neugeborenen die Brust zu geben – gerade weil sie nur noch eine Brust besitzt. Die Narbe auf der linken Seite ihres Brustkorbs versteckt sie dabei nicht. Im Gegenteil.

Smith postete ein Foto davon, wie sie den kleinen James an der rechten Brust stillt, bei Facebook. Dazu schrieb sie unter anderem: 

Ich schäme mich nicht für diesen Körper. Er erinnert mich immer wieder daran, wie glücklich ich bin, heute hier zu sein.

Der Post verbreitete sich schnell im Netz, wurde mehr als 5000 Mal geteilt. Unter den rund 1500 Kommentaren finden sich vor allem mitfühlende Worte und gute Wünsche an die junge Familie. Denn Smiths Worte rühren an: "Ich finde kaum Worte um zu erklären, wie sich das anfühlt, meinen Sohn stillen zu können." Und ihre starke Botschaft kann nicht nur Krebspatienten, sondern uns alle inspirieren:

Schäme dich nie wegen einer Narbe. Sie bedeutet einfach, dass du stärker warst als alles, was dich verletzen wollte.

Videotipp: Baby weigert sich, von der rechten Brust zu trinken – und sorgt für wichtige Entdeckung

Familienportrait

Mehr zum Thema