Fetus in fetu: Mutter bringt schwangeres Baby zur Welt

In Kolumbien hat eine Frau ein schwangeres Baby zur Welt gebracht. Das Mädchen erlebte daraufhin im Alter von gerade einmal 24 Stunden einen Kaiserschnitt. Ein "Fetus in fetu" kommt extrem selten vor.

In den ersten 24 Stunden ihres Lebens hat Itzmara bereits Erfahrungen gemacht, die anderen mit 24 Jahren noch bevor stehen. Das Baby erlebte zwei Kaiserschnitte. Im ersten kam es selbst zur Welt – der zweite wurde an seinem eigenen, winzigen Bauch durchgeführt. Denn Itzmara war im Leib ihrer Mutter bereits schwanger. "Mamas Latinas" berichtete von der ungewöhnlichen Geburt im Frühjahr 2019.

Die besondere Entdeckung machten die Ärzte während einer Routine-Untersuchung der Mutter Mónica Vega. Beim Ultraschall stutzten sie – auf dem Monitor waren zwei Nabelschnuren zu sehen. Eine verband Itzmara mit ihrer Mutter. Doch im Bauch des Ungeborenen versteckte sich eine weitere. 

Fetus in fetu: Schwanger mit dem Zwilling

Der äußerst seltene Fehlbildung wird "fetus in fetu" genannt und ist eine weitere Form siamesischer Zwillinge. Genau genommen war Mónica Vega also mit Zwillingen schwanger. Doch die Embryonen trennten sich nicht, wuchsen auch nicht zusammen, sondern ineinander. Während sich Itzmara normal entwickelte, blieb ihr Zwilling in ihrem Bauch. Einen ähnlichen Fall gab es 2017 in Mumbai.

Einmalig: Mutter gebärt schwangeres Kind

In manchen Fällen werden solche versteckten Zwillinge erst Jahre später entdeckt. Doch bei Itzmara versetzte der Zustand die Ärzte in Sorge: Es bestand die Gefahr, der Zwilling würde die inneren Organe des Babys schädigen, würde er weiter wachsen. So entschieden sich die Ärzte schließlich in der 37. Woche zu einer Kaiserschnitt-Geburt.

Itzmara kam gesund auf die Welt. Doch nur 24 Stunden später lag das Neugeborene erneut auf dem OP-Tisch und erlebte einen Kaiserschnitt am eigenen Leib. 

Aber Itzmara erwies sich als kleine Kämpferin – sie überstand die Operation ohne Komplikationen. Ihr Zwilling überlebte nicht. Im Bauch des Babys waren bei dem Zwilling weder Herz noch Gehirn ausgebildet, er war lediglich durch eine direkte Zufuhr von Itzmaras Herzen am Leben, jedoch nicht vollständig ausgebildet.

Heute geht es Mutter und Baby gut. Und die kleine Itzmara ist nun auf alle Eventualitäten vorbereitet – schließlich kann sie, sollte sie selbst einmal Mama werden, guten Gewissens behaupten, das alles schon einmal erlebt zu haben. Wer weiß, vielleicht helfen ihr die unterbewussten Erinnerungen ja eines Tages!

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