Briten erlauben Genmanipulation von Embryos

Britische Forscher dürfen künftig das Erbgut menschlicher Embryos verändern. Mithilfe der Genmanipulation wollen sie mehr über Unfruchtbarkeit und Frühgeburten erfahren.

Großbritannien hat eine wegweisende Entscheidung getroffen: Eine Forschergruppe vom Londoner Francis Crick Institute bekam die Erlaubnis, die Gene menschlicher Embryos zu verändern. Verboten bleibt es allerdings, sie einer Frau auch einzupflanzen. Dennoch dürfte die ethische Debatte über Genmanipulation am Menschen in die nächste Runde gehen.

"Wir möchten verstehen, welche Gene die erfolgreiche Entwicklung von Embryos steuern", sagte Teamleiterin Dr. Kathy Niakan gegenüber der BBC. Denn obwohl Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit sehr häufig vorkämen, seien die Ursachen noch immer nicht hinreichend untersucht.

Jede zweite befruchtete Eizelle entwickelt sich nicht weiter. Schuld daran könnte ein fehlerhafter Gencode sein, vermuten die Forscher. Ihre Hoffnung ist es, die für die Zellteilung entscheidenden Gene zu identifizieren, um die künstliche Befruchtung weiter verbessern und unfruchtbaren Menschen gezieltere Therapien ermöglichen zu können.

Ethikkomission muss noch zustimmen

Schon im März könnten die britischen Wissenschaftler mit ihren Versuchen beginnen, sofern sie auch von der Ethikkommission genehmigt werden. Das Forschungsprogramm mit zunächst 30 Embryos wird sich auf die ersten sieben Tage nach der Befruchtung konzentrieren, in denen sich aus der einzelnen Zelle ein Komplex aus rund 250 Zellen entwickelt.

Die Embryos sind Spenden von Paaren, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen. Nach der Genmanipulation müssen die Embryos innerhalb von 14 Tagen zerstört werden.

nw
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