Frau bekommt Kind allein im Hotel – mit YouTube-Videos

Was tun, wenn das Baby kommt, aber kein Doktor zur Hand ist? Ganz einfach, zumindest für die Generation YouTube: Das Internet hilft.

Die Geschichte klingt unglaublich – soll sich aber genau so zugetragen haben: Tia Freeman aus Nashville in den USA war unterwegs, um einen Freund in Deutschland zu besuchen. Beim Zwischenstopp in der Türkei bemerkt sie ein Ziehen im Unterleib. Zunächst denkt sie an eine Magenverstimmung, glaubt, das Flugzeug-Essen nicht vertragen zu haben.

Tatsächlich ist die junge Frau schwanger – und befindet sich in den ersten Wehen.

Die Erzählung von Tia Freeman geht gerade viral, mehrfach hat die Amerikanerin Medien gegenüber ihre Story bestätigt. Demnach hatte sie eine Pille genommen, die die Regelblutung unterdrückte – und deshalb nicht bemerkt, dass ihre Menstruation ausblieb. Unterwegs nach Stuttgart hatte sie einen längeren Zwischenstopp in der Türkei und deshalb ein Hotelzimmer gebucht.

Angst, dass die Versicherung nicht zahlt 

Dort angekommen, realisiert die junge Frau allerdings, was mit ihrem Körper los ist. "Ich war geschockt, aber ruhig. Ich wusste, dass Panik in dieser Situation nicht helfen würde", zitiert "abc News" Freeman. "Ich musste herausfinden, was mein nächster Schritt war." Weil sie vor Ort niemanden kannte und aus Angst, dass ihre Versicherung einen Krankenhausaufenthalt im Ausland nicht bezahlen würde, entschloss sich Freeman, das Risiko einzugehen – und ihr Baby allein auf die Welt zu bringen.

Im Hotelbadezimmer kauert sich die junge Frau in die Badewanne, nimmt ihr Smartphone zur Hand und googelt: Wie bekomme ich alleine ein Baby? "Ich habe mir YouTube-Videos angeschaut und die paar Utensilien, die ich hatte, zusammengesucht", erzählt Freeman. "Ich habe meine Kontraktionen mit meinem iPhone mitgezählt und dann angefangen zu pressen."

Um 20.29 Uhr ist es so weit: Der kleine Xavier Ata Freeman erblickt das Licht der Welt. "Völlig gesund", das sei später in einem Krankenhaus festgestellt worden, wie Freeman bei Twitter schreibt. Mittlerweile ist der kleine Junge mehrere Wochen alt und laut Freeman immer noch top-fit.

"Unverantwortlich" oder "großartig gemeistert"?

Das Netz ist indes gespalten über die krasse Story. Während Freeman von zahlreichen Bewunderern für ihren Mut gelobt wird, hagelt es auch Kritik: "Ich bin froh, dass alles gut gegangen ist, aber ist es nicht ziemlich unverantwortlich, eine Geburt auf eigene Faust zu versuchen, außer es ist absolut notwendig? Immerhin hätte es Komplikationen geben können", merkt ein User bei Twitter an. Ein anderer hält dagegen: "Babies kommen manchmal eben einfach zu einem unpassenden Zeitpunkt, und sie hat die Situation großartig gemeistert." 

Bleibt festzuhalten: Bei allem Respekt – zur Nachahmung ist Freemans Alleingang nicht uneingeschränkt zu empfehlen.


kia
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