Frau lehnt Arbeit ab: Darum geht sie damit viral!

Die 22-jährige Olivia hat ein zweistündiges Bewerbungsgespräch hinter sich. Die gute Nachricht: Ihr wurde der Job angeboten! Die vielleicht noch bessere: Olivia lehnte ab! Warum das Internet sie dafür feiert.

Die Londonerin Olivia Bland ist auf der Suche nach einem Job. Sie hat sich unter anderem bei der Software-Firma Web Applications UK beworben – und wurde prompt zum Vorstellungsgespräch eingeladen!

Das Gespräch hatte sie unter anderem mit dem zuständigen CEO, Craig Dean, dem Chef des Unternehmens. Olivia war aufgeregt, gab sich aber größte Mühe, Craig Dean von ihrem Können zu überzeugen. Das Bewerbungsgespräch dauerte zwei Stunden lang.

Kurze Zeit später die erfreuliche Nachricht: Olivia Bland hat die Job-Zusage bekommen! Doch sie lehnt ab – wie kommt's?!

Olivia veröffentlichte ihre Jobabsage inklusive Begründung auf Twitter. Tausende Menschen haben sie gelesen, geteilt und feiern die 22-Jährige dafür. Doch warum?

Laut Olivia war das Bewerbungsgespräch "brutal." In der Antwort-Mail mit der Absage spricht Olivia von der absichtlichen Einschüchterung junger Frauen durch männliche Vorgesetzte.

"Vielen Dank für das Jobangebot, aber ich habe mich dazu entschieden, es abzulehnen", beginnt Olivia in ihrer Mail. "Das Bewerbungsgespräch gestern war sehr unangenehm für mich. Ich verstehe es, dass Craig eine bestimmte Wirkung ausüben möchte. Aber niemand sollte aus einem Bewerbungsgespräch herausgehen und so traurig sein, dass er an der Bushaltestelle zu weinen beginnt."

Anschließend begründet Olivia, warum sie so unglaublich verletzt aus dem Gespräch gegangen ist:

"Ich bin mir durchaus dessen bewusst, was Craig zu erreichen versuchte und was er aus mir heraus zu bekommen versuchte. Ich bin mir auch dessen bewusst, dass ich mit dieser Mail Craigs Tests nicht bestehe und damit beweise, dass ich nicht die Richtige für sein Unternehmen bin. Mir kommt sofort etwas komisch vor, wenn ein Mann sein Bestes gibt und seine Macht ausspielt, um eine junge Frau einzuschüchtern – und der damit auch dann nicht aufhört, wenn er sieht, dass sie sich dabei nicht wohlfühlt und den Tränen nahe ist."

Komisch, wenn ein Mann sein Bestes gibt, um eine junge Frau einzuschüchtern

Olivia hofft, sich mit dieser Mail Gehör zu verschaffen, bei Craig Dean eine Veränderung zu bewirken. Doch sie zweifelt selbst daran: "Alles, was ich in dieser Mail erwähne, wird ignoriert werden und alles wird in Craigs Unternehmen weiter so laufen, wie bisher. Ich nehme Craig auch seine Antwort-Mail vorweg, in der er erklärt, warum alles, was ich hier erwähne, falsch wäre."

Anschließend öffnet sich Olivia vollkommen und berichtet von ihrer Vergangenheit: "Ich bin kürzlich von Brighton zurück nach Manchester gezogen, nachdem ich eineinhalb Jahre in einer missbräuchlichen Beziehung lebte. Die zwei Stunden, in denen ich mit Craig gestern in einem Raum saß, fühlten sich für mich an, wie mit meinem Ex in einem Raum zu sitzen. Es waren zwei Stunden, in denen ich mir detailliert anhören musste, warum ich nicht gut genug bin. Und als Krönung des Ganzen bekam ich nun das Jobangebot, was wohl eine Wiedergutmachung sein soll für alles, was Craig gestern zu mir gesagt hat. Ich war schon einmal in dieser Lage: Der Mann macht dich fertig, missbraucht dich, bringt dich an den Rand des Wahnsinns – und dann lädt er dich zum Abendessen ein oder kauft dir ein Geschenk, als Zeichen dafür, dass er ein guter Mann sei."

Ich möchte nicht für jemanden arbeiten, der einen Kick daraus zieht, Frauen zu attackieren

Olivia schließt in dieser Mail mit ihrer Vergangenheit ab: "Dieser Job sollte die Gegenwart sein. Ich möchte diesen Job nicht haben. Ich werde nicht noch einmal da durch gehen, in keinster Weise. Ich schätze mal, ich sollte mich privilegiert dafür fühlen, den Job bekommen zu haben, gut genug für diesen Job zu sein. Aber das tue ich nicht. Ich möchte nicht mit jemandem zusammenarbeiten, der einen Kick daraus zieht, junge Frauen zu attackieren, sie als Versagerinnen bezeichnet und sie sich unwohl fühlen lässt. Das ist nicht der Mensch, für den ich jemals arbeiten möchte – da kann mich auch keine der Vergünstigungen locken."

Zum Schluß verweist Olivia darauf, dass sie nicht die Einzige ist, die diese Meinung über Craig Dean hat: "Da kursieren einige Beurteilungen über dieses Unternehmen und Craig im Internet. Sie berichten alle von sehr ähnlichen Erfahrungen wie der meinen. Ich bin mir sicher, dass dies nicht die erste Mail ihrer Art ist, die sie erhalten. Also sind sie sich vermutlich dessen bewusst. Ich bin mir auch sicher, dass das nicht die letzte Mail sein wird."

Diese Twitter-Meldung wurde 140.000 mal geliked und 41.000 mal geteilt. Kein Wunder, denn nicht jeder traut sich, so offen Männer in Führungspositionen zu kritisieren. Eine Antwort des Unternehmens hat Olivia tatsächlich nie erhalten – was sie zu einer weiteren Twitter-Nachricht inspirierte:

"Web Applications UK, vielleicht habt ihr gratis Säfte und Yoga-Stunden an Montagen. Allerdings zeigt ihr keinen Respekt gegenüber euren potentiellen Angestellten. Euer CEO sollte sich schämen."

Anschließend postete Olivia ihren Lebenslauf auf Twitter – für den Fall, dass ein Unternehmen sie einstellen will. Früher oder später wird Olivia Bland sicherlich einen Job finden. Über ihren Twitter-Eintrag berichteten inzwischen die BBC und diverse britische Radiosender.

Inzwischen hat sich Web Applications UK dazu geäußert: Sie bedauern den Vorfall und leiten interne Ermittlungen gegen den CEO Craig Dean ein.

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