Frau streichelt Gesicht des verstorbenen Mannes an Organspende-Empfänger

Einmaliger Moment: Nach einer Gesichts-Transplantation trifft die Witwe eines Organspenders auf den Empfänger.

Frau streichelt Gesicht des verstorbenen Mannes an Organspende-Empfänger
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Organspenden können Leben retten - oder auch für ein letztes Wiedersehen mit einem geliebten Gesicht sorgen. Lilly Ross, seit dem Selbstmord ihres Mannes Calen verwitwet, stand auf diese Weise noch ein letztes Mal vor dem Angesicht ihrer großen Liebe. Ein bittersüßer Moment, der ihr aber half, endgültig Abschied von ihrem Calen zu nehmen.

Trauriges Schicksal verbindet beide Männer

Auch der Empfänger des Gesichtes, Andy Sandness, hatte vor zehn Jahren versucht, sich das Leben zu nehmen. Der Selbstmordversuch missglückte, und Andy lebte fortan mit einem furchtbar entstellten Gesicht weiter. Sandness zog sich komplett von der Außenwelt zurück, weil er es nicht mehr ertrug, wie verstörend sein Anblick auf andere Menschen war. Doch 2016 schöpfte er Hoffnung, vielleicht doch wieder ein normales Leben führen zu können: Sein Krankenhaus hatte ihn auf eine Warteliste für eine neue Prozedur gesetzt, bei der das komplette Gewebe eines menschlichen Gesichts auf einen anderen Spender übertragen werden sollte. Und das Schicksal meinte es gut mit ihm: Zufällig war er in Bezug auf Alter, Blutgruppe und Gesichtsform so kompatibel zu dem Gesicht des verstorbenen Calen, dass der behandelte Arzt sie sogar zunächst für Cousins hielt. 

Ein Opfer für das gemeinsame Baby

Die verwitwete Lilly Ross war von der Idee nicht gerade begeistert. Die Vorstellung, dass ein Wildfremder mit dem Gesicht ihres Mannes herumlaufen würde, behagte ihr ganz und gar nicht. Dass sie schließlich doch zusagte, lag vor allem an ihrer Schwangerschaft: Lilly wollte ihrem zukünftigen Kind zeigen können, welchen Einfluss dessen Vater selbst über den Tod hinaus hatte.

Ein letztes Mal das Gesicht streicheln

Als Lilly und Andy sich plötzlich gegenüberstehen, ist die Witwe völlig überwältigt. Versonnen streicht sie dem Fremden über das vertraute Grübchen am Kinn, eine Stelle wo keine Barthaare wachsen, und erklärt: "Deshalb ließ der den Bart etwas länger wachsen, damit er die Lücke damit verdecken konnte".  Beide möchten auch zukünftig in Kontakt bleiben - doch Lilly hat mit der Vergangenheit abgeschlossen. "Andy zu treffen hat für mich endlich einen Schlussstrich gezogen", so Lilly gegenüber dem amerikanischen "Time-Magazine". Nach über einem Jahr Trauerarbeit half ihr der Anblick des geliebten Gesichtes, dass einem anderen Menschen neuen Lebensmut schenken konnte, endgültig Abschied zu nehmen und nach vorn zu blicken.

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