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Frau von Polizei gesucht Sie hat eine VHS nicht in die Videothek zurückgebracht

Frau von Polizei gesucht: Regale in Videothek
© melissamn / Shutterstock
Videotheken gehören zwar der Vergangenheit an, doch eine Frau aus Texas wird nun von dieser eingeholt: Wie sie nun herausfand, wird die wegen einer nicht zurückgebrachten VHS-Kassette seit 21 Jahren von der Polizei gesucht.

Bevor Streamingdienste die Home-Entertainment-Welt eroberten, waren Videotheken die großen Helden aller Filmliebhaber*innen. Früher waren Videotheken noch an jeder Ecke zu finden. Um den Freitag- oder Samstagabend mit einem schönen Film zu genießen, suchten wir aufgeregt die Regale ab, in der Hoffnung, dass der auserkorene Streifen noch als VHS, DVD oder zuletzt Blu-Ray da ist. Das waren noch Zeiten!

Videotheken sind inzwischen zwar ausgestorben und gehören der Vergangenheit an, doch eine überfällige Leihgabe wurde für eine Frau aus Texas zu einem Problem der Gegenwart.

Haftbefehl wegen überfälliger VHS-Kassette

Caron Davis erfuhr erst vor Kurzem, dass es seit 21 Jahren ein Haftbefehl gegen sie in ihrer früheren Heimat Oklahoma aussteht. Sie soll es versäumt haben, eine Videokassette von 'Sabrina - Total verhext', die sie 1999 in einer Videothek in Norman (Oklahoma) ausgeliehen hatte, zurückzubringen.

Laut der New York Times wurde sie daraufhin wegen "Veruntreuung von gemietetem Eigentum" angeklagt, im März 2000 wurde der Haftbefehl gegen sie erlassen. Immerhin habe sie die VHS im Wert von knapp 59 US-Dollar "vorsätzlich, unrechtmäßig und in verbrecherischer Weise unterschlagen", wie aus dem Anklagedokument hervorgeht. Dass die betroffene Videothek 2008 ihre Türen für immer schloss war unerheblich – der Haftbefehl blieb bestehen.

Zufällige Entdeckung

Davis hat von dem Haftbefehl erfahren, weil sie geheiratet und versucht hat, ihren Namen auf ihrem Führerschein ändern zu lassen. Die Beamten verwiesen sie dann an die Staatsanwaltschaft in Cleveland County, Oklahoma, wo ihr die Anklage erklärt wurde. "Ich dachte, ich bekomme einen Herzanfall", sagt Davis gegenüber der US-amerikanischen Zeitung. Sie konnte es nicht fassen, dass sie wegen einer VHS tatsächlich polizeilich gesucht wurde.

Doch nun ergebe vieles einen Sinn, wie sie gegenüber "Fox 25" erklärt. Da ihr "Vergehen" als Verbrechen gewertet wurde, erhielt sie einen Eintrag ins Führungszeugnis. In den letzten 20 Jahren sei sie von Jobs entlassen worden, ohne dass ihr ein Grund dafür genannt wurde. Nun ahnt sie weshalb: "Sie machten eine Prüfung des Führungszeugnisses – und sahen nur diese beiden Worte: Verbrecherische Unterschlagung."

Vergangene Woche hat der zuständige Staatsanwalt die Anklage nach erneuter Prüfung schließlich fallen gelassen. Doch damit ist noch nicht alles erledigt: Davis muss sich noch darum kümmern, dass der Eintrag aus ihrem Führungszeugnis gelöscht wird. Wenn sich die Zeit doch einfach zurückspulen ließe ...

Verwendete Quellen: nytimes.com, okcfox.com

sti Brigitte

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