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Das geht ans Herz! Paar heiratet im Hospiz, um Oma den letzten Wunsch zu erfüllen

Hochzeit im Hospiz: Braut mit Ring
© Bondar Yuliia / Shutterstock
Luke und Abi heirateten im Hospiz – ein ungewöhnlicher Ort für eine Hochzeit. Doch damit erfüllten sie ihrer Großmutter einen letzten Wunsch.

Luke und Abi sind eins dieser Pärchen, denen die Coronapandemie dieses Jahr einen Strich durch die Zukunftsplanung machte. Eigentlich wollten die beiden sich nach sechsjähriger Liebe im Juni 2020 feierlich das Ja-Wort geben. Doch dann kam das Corona-Virus – und die Hochzeit fiel wie so vieles flach.

Jetzt sind die Mittzwanziger plötzlich doch verheiratet. Dabei sollte die Trauung eigentlich um ein Jahr verschoben werden. Der Grund für die vorgezogene Trauung war ein trauriger: Lukes Großmutter lag im Sterben. Also entschloss sich das Paar kurzerhand zu einem ungewöhnlichen Plan: Sie verlegten ihre Hochzeit vor – und ins Hospiz.

Die Großmutter wurde zum Ehrengast

Nachdem Luke Anfang September einen Anruf seiner Mutter bekam, fackelte er nicht lange. Der Zustand seiner Großmutter hätte sich verschlechtert, sie hätte nicht mehr lange zu leben. Diese lag zu diesem Zeitpunkt bereits seit drei Jahren in einem Hospiz, in dem sie gegen einen seltenen Knochenmarkkrebs kämpfte. Doch ihre Kräfte schienen am Ende zu sein.

Also stellten Luke und Abi etwas auf die Beine, was, wie jedes Brautpaar weiß, keine leichte Aufgabe war: Sie organisierten ihre Hochzeit innerhalb von nur drei Tagen neu. Dabei bekam das Paar überraschende Hilfe: Die Mitarbeiter des Hospizes wurden kurzerhand zu Hochzeitsplanern!

Hospiz organisiert Social-Distance-Hochzeit

"Unsere Pflegerinnen dekorierten den Garten und unser Catering-Team stellte einen netten Nachmittagstee für die enge Familie zur Verfügung", schreiben die Mitarbeiter des Hospiz auf der Facebookseite, "Lukes Großmutter konnte sogar die Rolle der Ringträgerin von ihrem Bett aus übernehmen".

So kam es, dass sich das Hospiz in Lincoln in kurzer Zeit in eine Hochzeitslocation verwandelte. Sechs Familienmitglieder durften kommen und die Hochzeit – unter Hygieneregeln und Abstand – mit dem Paar feiern. In erster Reihe, als Ehrengast, lag Lukes Großmutter in ihrem Bett. 

"Ein Hospiz ist so viel mehr, als ein Ort zum Sterben", stellen die Mitarbeiter*innen des Lincolnshire Hospice auf Facebook klar, denn sie würden jeden Tag versuchen, gemeinsam mit den Patient*innen "die beste Zeit ihres Lebens zu leben, bevor sie gehen". Dafür macht man scheinbar Unmögliches, wie eine Hochzeit im Hospiz, noch dazu zu Corona-Zeiten, eben doch möglich. 

Für Luke und Abi wird dieser Hochzeitstag in ganz besonderer Erinnerung bleiben. Denn er war zudem einer der letzten Momente, den sie mit der Großmutter teilen konnten. Sie verstarb kurze Zeit später.

verwendete Quellen: Mirror, Metro, St Barnabas Lincolnshire Hospice


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