Gar nicht komisch: "Ich habe einen Horror-Clown getroffen"

Auch in Deutschland tauchen plötzlich fiese Horror-Clowns auf. Unsere Kollegin Lisa (23) wurde selbst von einem überrascht und erzählt, wie man so einen Clown am besten in die Flucht schlägt.

Donnerstagabend. Woran denkt man nach einem langen Tag, der in gemütlicher Runde mit Freunden und einem Glas Wein ausgeklungen ist? Jedenfalls nicht daran, dass eine blutverschmierte Fratze einen aus der Dunkelheit heraus anspringt!

Flackernde Lichter und eine einsame U-Bahn-Station

Während die U-Bahn leicht verspätet in meinen Zielbahnhof einfährt, muss ich eigentlich nur Panik davor haben, meinen Anschluss-Bus zu verpassen. Dabei hat schon der Schritt aus der Bahn verdammt viel Grusel-Potenzial: Tiefgaragen-Feeling gepaart mit flackernden Lampen, und ab 22 Uhr ist hier sowieso niemand mehr anzutreffen. Ein bisschen mulmig ist mir schon.

Und dann passiert es. Als ich schnellen Schrittes zum Busbahnhof-Tunnel abbiege, starre ich plötzlich in zwei große, blutunterlaufene Augen. Neben einer Axt, perfektem Clowns-Make-up und dem obligatorischen Psycho-Blick schmückt diese aus dem Nichts aufgetauchte Gestalt ein weißer Ganzkörperanzug voller Blutspritzer. Ein waschechter Horror-Clown!

Ist er vielleicht doch ein kleines bisschen gefährlich?

Ich könnte jetzt schreien. Panisch wegrennen. Klar, ich weiß, dass hinter dem Grusel-Kostüm nur Scherzbolde stecken, die andere Menschen schocken wollen. Aber wer so spät in dieser Aufmachung anderen Leuten auflauert, hat doch mindestens eine kleine Schraube locker und sollte mit Vorsicht genossen werden, oder? Was tun? Um Hilfe schreien?

Im Bruchteil einer Sekunde entscheide mich spontan für das Gegenteil und lächele dem Horror im wahrsten Sinne des Wortes ins Gesicht. Die Reaktion? Erst ist der Typ überrascht, dann grinst er breit - und scheint plötzlich keine Lust mehr zu haben, mich weiter zu belästigen. Ich darf unbehelligt meiner Wege gehen.

Ich habe tatsächlich einen Grusel-Clown entwaffnet. Mit einem Lächeln.

Horror-Clowns: Was darf ich, was darf ich nicht?

Auch, wenn man versucht ist, dem doofen Clown auf die rote Nase zu hauen: Rechtlich gesehen ist das Körperverletzung, und "Er hat aber angefangen" lässt die Polizei nicht einfach so gelten. Anders sieht es aus, wenn der Clown tatsächlich angreifen sollte: Dann spricht nichts dagegen, sich zu wehren. Als "Angriff" kann es schon gewertet werden, wenn sich der Horror-Clown plötzlich und schnell nähert oder drohende Gesten macht. Sollte er allerdings "nur" in der Gegend herumstehen und irgendwie unheimlich wirken, ist das noch kein Verbrechen. Verkleidungen sind hierzulande tatsächlich nicht strafbar. Helau!

Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Guten Morgen, Welt!

Guten Morgen, Welt!

Wir servieren euch täglich Trends, Top-Stories und kuriose Netzfundstücke zum Frühstück!

Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.