Mutter sah ihren Sohn ertrinken – keiner erkannte die Anzeichen!

Maribeth Leeson aus Indiana sah ihrem Jungen beim Ertrinken zu. Im letzten Moment konnte er gerettet werden. Jetzt warnt die Mutter: Keiner hatte die Anzeichen des Ertrinkens erkannt.

„Mein Sohn ertrank vor drei Tagen. Sein schlaffer, grauer, lebloser Körper wurde aus dem Pool gezogen und es war der Albtraum jeder Mutter. Er war tot.“

Mit diesen Worten leitet Maribeth Leeson einen Facebook-Beitrag ein, der aktuell bereits 200.000 Mal geteilt wurde. Denn darin beschreibt die Mutter, worüber viele Eltern lieber schweigen würden. Ihr fünfjähriger Sohn Adam ist fast ertrunken – vor ihren und den Augen zahlreicher Erwachsener. Wie konnte der Unfall passieren?

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Anscheinend war Adam ausgerutscht und in den Pool gefallen. In der Zeit war seine Mutter gerade dabei Adams Schwester ihren Badeanzug anzuziehen.

Doch auch im Pool fiel der kleine Junge nicht auf. Dabei befanden sich viele Menschen direkt neben dem Fünfjährigen. "Ich habe nie gedacht, mein Kind könnte vor den Augen anderer ertrinken“, schreibt Maribeth.

Die Menschen hatten sogar gesehen, wie Adam im Pool auf und ab hüpfte. Sie dachten, der Junge würde spielen. So wie seine Mutter selbst, als sie ihn entdeckte und dachte, es würde sich um ein anderes Kind handeln, dass versuche, die Luft anzuhalten. In Wahrheit kämpfte Adam in diesen Sekunden um sein Leben. Das realisierte Maribeth, als sie sein T-Shirt erkannte. Dann ging alles ganz schnell.  

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Während die Mutter selbst wie paralysiert zuschaute, begann eine Freundin der Familie, Adam wiederzubeleben. Mit Erfolg. Maribeth weiß nicht mehr, ob es Sekunden oder Minuten waren, die ihr wie ein verzerrter Albtraum vorkamen, doch kurze Zeit später gab Adam sein erstes Lebenszeichen von sich. Der Junge war wieder am Leben.

Nach drei Tagen auf der Intensivstation des Peyton Manning Children’s Hospital in Indianapolis konnte die Familie aufatmen. Das Kind schien keine bleibenden Folgen davonzutragen. Mittlerweile konnte Adam aus dem Krankenhaus entlassen werden und wieder mit seinem Zwillingsbruder und drei weiteren Geschwistern spielen.

Bei fünf Kindern kann jeder Mensch kurz den Überblick verlieren. Dazu reicht es aus, nur eine Sekunde wegzusehen. Doch Maribeth Leeson war nicht allein. "Es war meine Schuld“, macht die Mutter sich Vorwürfe. Mit ihr und Adam befanden sich jedoch zahlreiche Erwachsene am und sogar im Pool. Keiner bemerkte, dass ein kleiner Junge zwischen ihnen ertrank. Mit der Entscheidung, ihre tragische Geschichte zu teilen, gesteht sich Maribeth öffentlich die Schuld an dem Vorfall ein – um andere Kinder zu retten. Denn die Anzeichen des Ertrinkens sind nicht so eindeutig, wie man meinen mag.

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"Das war zu 100 Prozent vermeidbar“, schreibt Maribeth unter ihrer Geschichte. Daher hat sie drei Ratschläge: Der erste klingt banal, ist es aber nicht: Eltern sollten immer sicher gehen, dass eine Begleitperson dabei ist, wenn das Kind schwimmen geht. Und zwar nicht irgendeine – denn Adam war sehr wohl nicht alleine: "Ich dachte, er wäre okay, weil so viele Erwachsene dort waren, aber sie kannten seine Schwimmfähigkeit nicht“, reflektiert die Mutter.

Der zweite Hinweis: Die Zeichen des Ertrinkens sind nicht immer eindeutig. Sie können, wie in Adams Fall, mit einem Spiel verwechselt werden. Deswegen sollten Kinder besonders gut im Blick behalten werden, insbesondere wenn ihr Kopf untertaucht. Wer ertrinkt, tut dies meist nicht laut, sondern leise.

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Maribeth zögerte zunächst, ihre Geschichte zu erzählen. Zu groß waren die Schuldgefühle. "Ich bin ein nervöses Wrack, mir wird übel dabei, zu teilen, was passiert ist. Aber ich habe das Gefühl, es passierte, um andere zu retten. Ich weiß, andere Eltern müssen das lesen.“ Und das tun sie. Maribeth und ihre Familie erhalten viel Unterstützung für ihren Beitrag. Wir danken der Mutter für ihren Mut, ihre Geschichte zu teilen!

mjd
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