Sohn schwer krank: Belegschaft spendet 930 Überstunden an Kollegen

Der Sohn des Mitarbeiters einer Berliner Firma erkrankt schwer am Herzen – doch die freien Tage des Vaters sind schnell aufgebraucht. Da hat der Chef eine Idee.

930 Überstunden – das entspricht bei einer 40-Stunde-Woche rund 116 freien Tagen. In Arbeitstagen gerechnet ist das ein gutes halbes Jahr. Viel Zeit, wenn man Urlaub hat. Kostbare Zeit, wenn der eigene Sohn schwer krank ist, auf der Warteliste für ein Spenderherz steht. Und Papa jeden Tag an seinem Bett wacht.

Aber: "Wenn schreckliche Dinge im Leben geschehen, muss man als Team ein wenig zusammenrücken und sich gegenseitig helfen", fand der Chef der Berliner Firma "MTS Systems". Dort arbeitet Jens Rösener – der betroffene Vater in dieser ergreifenden Geschichte. Sein Sohn Kim, damals 18, erkrankte nach einem Praktikum in einem Kindergarten schwer.

Vater campt im Wohnwagen

Mit Atemnot kommt Kim ins Krankenhaus, Ärzte diagnostizieren eine Herzmuskelschwäche. Der junge Mann spuckt Blut, leidet unter starkem Husten. Seine Herzleistung verringert sich auf nur noch 20 Prozent, er kommt in eine Spezial-Klinik. 

Um seinem Sohn beizustehen, übernachtet Papa Rösener, Außendienstmitarbeiter aus Baden-Württemberg, in einem Wohnwagen auf einem Campingplatz, wie "Bild" und "Spiegel Online" berichten. Sein Jahresurlaub ist rasch aufgebraucht. Vermeintlich einzige Lösung: eine Freistellung – ohne Gehalt.

Für den Chef keine gute Lösung. "Ich wollte unbedingt vermeiden, dass die Familie sich auch noch finanzielle Sorgen machen muss, weil ein Einkommen wegbricht", zitiert "Spiegel Online" Marcus Piepenschneider. In Absprache mit dem Betriebsrat startet er eine Aktion: Er schreibt eine Rundmail an die 110 Mitarbeiter der Firma. Wer will, möge ein paar Überstunden spenden.

In bloß acht Tagen kamen so besagte 930 Überstunden zusammen. Bei vollem Gehalt kann Rösener so ein knappes halbes Jahr zu Hause bleiben, sich ganz der Pflege seines Sohnes widmen. Mit dessen Gesundheit geht es dann endlich auch wieder bergauf: Kim erholt sich, kann mittlerweile wieder zur Schule gehen. Immer noch wartet der heute 19-Jährige allerdings auf ein Spenderherz.

Per Mail bedankte er sich jetzt bei den Arbeitskollegen seines Papas. "Bild" zitiert aus dem Schreiben: "Durch diese Möglichkeit seid Ihr ein großes Stück an meiner jetzigen gesundheitlichen Situation beteiligt."

Teaserfoto: Monkey Business Images /Shutterstock

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