Wie furchtbar! Mutter soll Kinder in Rollstuhl gezwungen und Sozialleistungen erschlichen haben

Was trieb diese Mutter an? Eine fünffache Mutter aus Schleswig-Holstein soll Krankheiten ihrer Kinder vorgetäuscht haben, um Sozialleistungen zu erschwindeln. Jetzt steht sie vor Gericht.

Um Sozialleistungen zu erschwindeln, so berichtet unter anderem der "Spiegel", soll eine fünffache Mutter aus Ostholstein ihre Kinder dazu gezwungen haben, mehrere Stunden am Tag im Rollstuhl zu sitzen, und ihnen eingeredet haben, sie seien schwer krank. Sie erzählte, ihre Kinder litten unter Rheuma, Asthma, Arthritis und der Glasknochenkrankheit. Alles nur vorgetäuscht?

"Meine Mutter hat den Kindern erzählt, ihre Krankheiten würden sich verschlimmern, wenn sie nicht im Rollstuhl säßen", sagte ihre älteste Tochter laut "RTL" vor dem Lübecker Landgericht aus. 

Die 27-jährige soll es geschafft haben, sich dem vermeintlichen Betrug zu entziehen. Sie habe sich den Forderungen der Mutter widersetzt, als diese ihr habe einreden wollen, sie litte wie ihre Geschwister an Rheuma oder der Glasknochenkrankheit.

Den Behörden soll die Mutter gefälschte Gutachten zu den Krankheiten ihrer Kinder vorgelegt haben. Nach außen soll die Mutter fürsorglich und hilfsbereit gewirkt haben. Sie trat sogar im Fernsehen auf, um von den Krankheiten ihrer Kinder zu berichten. Auch "Spiegel Online" berichtete zu der Frau und ihren kranken Kindern. 

"Ich vermute, es ging meiner Mutter neben dem Geld auch um Aufmerksamkeit", wird die älteste Tochter zitiert. Für ein solches Verhalten könnte eine Krankheit die Ursache sein – das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. 

Zeichen für das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom

Bei dieser Erkrankung fügen Mütter ihren Kindern absichtlich Schaden zu, um Aufmerksamkeit durch medizinisches Personal und das persönliche Umfeld zu bekommen. Typisch für diese Krankheit sind unter anderem ein sehr engagiertes und liebevolles Verhalten gegenüber den Kindern in der Öffentlichkeit, ein sehr enger Kontakt zum medizinischen Personal, eine große Bereitschaft, schmerzhaften oder komplikationsreichen Behandlungen der Kinder zuzustimmen, sowie das häufige Wechseln von Ärzten, wobei die Mütter häufig angeben, dass die bisherigen Ärzte ihre Kinder nicht ausreichend oder gründlich genug untersucht haben.

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Für die Kinder in Schleswig-Holstein soll das Verhalten ihrer Mutter schlimme Folgen habt haben. Sie seien in ihrer körperlichen und seelischen Entwicklung beeinträchtig, so die Staatsanwaltschaft. Die angeklagte Mutter bestreitet die Vorwürfe.

Zur Anklage kam es jetzt aufgrund einer Anzeige durch das Gesundheitsamt. Ein Urteil zu der Mutter wird Ende Oktober erwartet. Bis dahin sollen 43 Zeugen und sechs Sachverständige zu dem Fall gehört werden.

mh
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