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Letzte Reise: Sterbenskranke Sabine konnte noch einmal das Meer sehen

Letzte Reise: Sterbenskranke Sabine konnte noch einmal das Meer sehen
© Malteser / privat / PR
Noch einmal das Meer sehen und die Seeluft riechen - dieser Wunsch hat sich für Sabine S. aus Bayern erfüllt. Dank einem speziellen Krankenwagen und dem liebevollen Einsatz engagierter Helfer.

Sabine wusste, dass sie sterben wird. Schon länger. Chance auf Heilung gab es keine mehr für die an Krebs erkrankte 41-Jährige, das war klar. Doch Sabine S. nahm die Situation an - und machte das Beste draus. Sie schrieb einen Abschiedsbrief, gestaltete mit ihrem Mann Robert und den gemeinsamen Söhnen (7 und 11) sogar ihre Urne und stellte Fotos für ihre eigene Trauerfeier zusammen.

Sabines Begleiter waren beeindruckt

Dass Sabine S. den Lebensmut bis zum Schluss nicht verlor und trotz aller Hoffnungslosigkeit ihre letzte Zeit gestalten wollte, imponierte auch die Palliativmediziner an ihrer Seite. "Ich habe noch nie einen Menschen erlebt, der wusste, dass er sterben würde und alles so haargenau geplant hat," sagt Sylvia-Maria Braunwarth, Koordinatorin bei den Maltesern in Günzburg.

Sie war es auch, die Sabine S. letztlich fragte, ob sie noch einen Herzenswunsch habe, den man ihr erfüllen könnte. Schließlich hatten die Malteser erst vor wenigen Wochen ein spezielles Fahrzeug angeschafft - den "Herzenswunsch-Krankenwagen", der Sterbende noch einmal an ihren Sehnsuchtsort bringen kann.

Und Sabine S. hatte in der Tat einen Sehnsuchtsort: die Nordsee-Insel Borkum. Noch einmal die Wellen rauschen hören, die Sonne über dem Horizont sehen und den Wind in den Haaren spüren …

Ehrenamtliche Helfer erfüllten den Herzenswunsch

So sollte es kommen! Das Malteser-Team rund um Sylvia-Maria Braunwarth und Bruno Ollech, Leiter Einsatzdienste, organisierte, dass Sabine S. mit ihrem Mann Robert nach Borkum gebracht und auch zwei Wochen später wieder abgeholt wurde - ein letzter Wunsch, der sich für die Sterbende vollkommen überraschend erfüllt hat. Wir sehen Sabine S. mit ihrem Liebsten Robert über die Promenade fahren. Sie lächelt, sie genießt - sie lebt.

Sylvia-Maria Braunwarth: "Sabine S. war so offen, sie hat den Tatsachen ins Auge geschaut und nicht mit ihrem Schicksal gehadert. Sie war mit sich im Reinen. Selbst in der Traurigkeit hatte sie immer ein unglaubliches Strahlen in den Augen. Und sie hatte mit Robert einen starken Mann an der Seite. Das hat mich tief beeindruckt."

Eine Woche nach ihrem Urlaub auf Borkum ist Sabine S. zu Hause gestorben. Dank des tollen Einsatzes der Malteser-Helfer bleibt ihren Angehörigen jetzt nicht nur die Trauer, sondern auch die Erinnerung an zwei schöne Wochen voller Freude und Dankbarkeit. Und die Gewissheit, dass sich Sabines letzter Wunsch erfüllt hat …

Wie kann ich das Projekt unterstützen?

Der "Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen" ist ein spendenfinanziertes Angebot für die Menschen im Bezirk Schwaben, die am Ende ihres Lebenswegs stehen und die aufgrund ihrer Erkrankung und dem damit verbundenen Versorgungsaufwand nicht mehr in der Lage sind, eine gewöhnliche Autofahrt zu unternehmen.

Kontakt: Sylvia-Maria Braunwarth, Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst im Malteser Hilfsdienst e.V., Ludwig-Heilmeyer-Str. 19, 89312 Günzburg, Telefon 08221 2070792, Mail: Sylvia-Maria.Braunwarth@malteser.org. Spendenkonto: DGS Augsburg, IBAN: DE 5537 0601 2012 0120 2015, BIC: GENODED1PA7, Verwendungszweck: Herzenswunsch Krankenwagen.

Ähnliche Angebote gibt es auch in anderen Regionen in Deutschland und von anderen Krankenhilfsdiensten.


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