Ausgerechnet ein Mann will einer Gynäkologin erklären, was eine Vagina ist – und es geht herrlich schief!

Warnung: Die folgenden Zeilen können zu Lachanfällen, Augenrollen und Schleudertrauma durch Kopfschütteln führen! Weiterlesen auf eigene Gefahr – wir haben euch gewarnt!

Es gibt so Geschichten, da weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Diese hier ist so eine.

Ein beharrlicher Besserwisser

Sie handelt von Paul Bullen, einem Typ, der auf Twitter mit erstaunlicher Beharrlichkeit den Besserwisser raushängen lässt – in einem Gebiet, das gar nicht seine Kernkompetenz sein KANN.

Alles begann damit, dass Paul beim Guardian über einen Artikel mit dem Titel "Ich und meine Vulva – 100 Frauen zeigen alles" gestolpert ist. Er teilte diesen Artikel mit dem Kommentar "Das korrekte Wort ist Vagina."

Dazu kurz zwei Dinge:

  1. Nein, ist es nicht!
  2. Was zur Hölle???

Aber nun gut – wir müssen Paul ja nicht aufklären, wie meilenweit er daneben liegt und dass wir uns fragen, wer ihn dazu befähigt hat, zu dem Thema seinen Senf dazuzugeben.

"Danke für das Mansplaining"

Das machen bei Twitter nämlich schon andere: "Nein, ist es nicht. Aber danke für das Mansplaining zu einem Thema, von dem du offensichtlich keine Ahnung hast"

Für den Fall, dass Paul noch bezweifelt, dass er daneben liegt, hat sich auch noch eine Expertin zu Wort gemeldet. Dr. Jennifer Gunther ist Gynäkologin, schreibt gerade ein Buch über Mythen rund um Vulva und Vagina und hat auch schon einen Blogpost (mit Diagramm!) zum Unterschied von beidem geschrieben.

Mehr müsste man ja eigentlich gar nicht dazu sagen und man könnte Paul und seinen Nonsense-Einwurf schnell vergessen.

Aber nein: Paul will sich so schnell nicht geschlagen geben – und holt zum Rundum-Konter aus! Zuerst bekommt die Userin Contra, die ihm Mansplaining vorgeworfen hat: "Das ist eine falsche Verwendung des Begriffs Mansplaining. (…) Laut Definition braucht es dafür mehr als nur einen Mann, der etwas erklärt, selbst wenn unter denen, die zuhören, auch Frauen sind."

Wow – Paul hat gerade "Mansplaining" mansplaint! Hat er damit den Chauvinismus durchgespielt?

Im Netz versuchen ihn jetzt jedenfalls Frauen und Männer zugleich zu stoppen, bevor er sich noch tiefer in den Mist reitet. Aber nein – Paul muss ja noch die Sache mit der Vagina und der Vulva … nunja, "aufklären".

Als twittert er weiter: "In der Frage braucht man kein Fachwissen. Das könnte auch schon Teil des Problems sein: Ich spreche von Umgangssprache, nicht von Fachsprache. "

Konnte der Streit beigelegt werden?

Den Rest der Geschichte wollen wir abkürzen, weil wir schon beim Schreiben Kopfschmerzen bekommen. Nur so viel: Paul blieb uneinsichtig, Dr. Gunther blieb fachlich, den mitlesenden Userinnen blieb der Mund offen stehen.

Nach kurzer Zeit schien die Diskussion dann einzuschlafen und Ruhe einzukehren. Doch wer dachte, jetzt hätte Paul alles begriffen, wurde eines Besseren belehrt: Der Mann meldete sich drei Wochen später wieder zu Wort – mit einem 44-seitigen Aufsatz, in dem er sich rechtfertigt und erklärt!

Wir geben an dieser Stelle auf und steigen aus. Erinnern wir uns, was Mama früher immer sagte: Der Klügere gibt nach …

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