So dreist diskriminiert ein Milka-Casting-Aufruf Übergewichtige und Rothaarige

Die Casting-Agentur Spotlight sucht derzeit ein Gesicht für die Milka-Werbung. Ein Mädchen soll es sein. Aber bitte nicht dick, zu alt oder rothaarig.

Zu Weihnachten hagelt es niedliche Werbespots, die Kunden davon überzeugen sollen, dass wir alle doch nur das Beste füreinander wollen. Insbesondere für die Kleinsten von uns, die schließlich reichlich beschenkt werden sollen. Die Hauptcharaktere: Kinder.

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Der Schokoladenhersteller Milka hat sich seinen Werbebonus jedoch dieses Jahr bereits in den Vorbereitungen verspielt. Ein Casting-Aufruf für die Weihnachtswerbung ist publik geworden. 

Die britische Modelagentur Spotlight hat den Aufruf erstellt. Darin wird explizit ein Mädchen gesucht. Hübsch und engelsgleich soll sie sein. Schauspielerfahren. Nicht älter als 11 Jahre. Und bitte auch nicht zu groß.

Solche Forderungen hört man immer wieder in Castings. Doch Milka will mehr. Die Liste der Bedingungen, die das Werbegesicht erfüllen muss, ist nahezu unendlich. Eine Twitter-Nutzerin hat einen Screenshot des Aufrufs im Internet geteilt. Seitdem hagelt es Kritik. Denn die Ausschreibung ist nichts anderes als reine Diskriminierung.

Milka will keine rothaarigen, dicken Kinder 

Wer wird diskriminiert? Die Liste der Eigenschaften, die das gesuchte Gesichte bitte nicht vorweisen soll, ist lang: Sie soll nicht in der Pubertät sein, sondern kindlich und unschuldig. Sie soll keine roten Haare haben. Und übergewichtige Kinder werden auch nicht gesucht, mit dem Hinweis, dass es sich schließlich um eine Schokoladenwerbung handeln würde.

Mittlerweile soll Spotlight den Aufruf wieder gelöscht haben. Auf Twitter entschuldigte sich die Agentur. Der Aufruf sei weder in dieser Art abgesprochen gewesen, noch würde er den regulären Standards entsprechen.

Wir hoffen, dass die Werbeindustrie aus dem Shitstorm gelernt hat. Etwas Gutes hat der Aufruf aber. Er zeigt uns, was heutzutage passiert, wenn nach einem unrealistischen Ideal gestrebt wird, das alles andere diskriminiert. Die Gesellschaft meldet sich zu Wort. Denn letztendlich sollte ein Kind nichts müssen, sondern alles sein dürfen.

mjd
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