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Sie war einst Mager-Model – jetzt macht sie Tausenden Frauen Mut 👏


"Ihr könnt die körperlichen Unterschiede sehen, aber was ihr nicht seht, sind die geistigen Unterschiede": Maggie Greene war einst Mager-Model – mit ihrer Botschaft spricht die 19-Jährige nun vielen Frauen aus der Seele.

100 Gramm Hähnchen mit drei Stangen Spargel, eine halbe Tasse Haferflocken mit Beeren, Unmengen an Kaffee und eiskaltem Wasser – klingt wie ein radikal abgespecktes Mittagsmenü? Für Maggie Green war das einst eine ganze Tagesration an Nahrung: Jede einzelne Kalorie verzeichnete die heute 19-Jährige akribisch. "Selbst wenn ich drei Weintrauben aß, dokumentierte ich das", berichtet das ehemalige Mager-Model. 

Nur: Glücklich machte das Maggie nicht. Im Gegenteil.

In einem persönlichen Bericht für "Harper's Bazaar" erzählt die junge Frau, was der krankhafte Schlankheitswahn mit ihr machte – und warum es ihr heute, zwei Jahre später und mit rund 15 Kilo mehr auf den (wohlgemerkt immer noch schmalen) Rippen endlich wirklich gut geht. 

"Es fing als unschuldiger Spaß an, wurde aber schnell zu einem besessenen, nicht endenden Kampf mit Essen", berichtet Maggie in ihrem bewegenden Beitrag. Wegen ihrer Körpergröße von 1,80 Metern habe man ihr immer nahegelegt, zu modeln. Ein Traum, den Maggie wahrmachen wollte – mit den entsprechenden Maßen.

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I’m not usually a paragraph caption type of girl, but I stumbled upon the picture on the left and felt like I should share because it’s so near and dear to my heart. The picture on the left was taken two years ago this month, and the picture on the right was taken a few weeks ago. You can see obvious physical differences, but what you can’t see is the mental differences. Two years ago, I was seriously unhappy. I would look in the mirror and think I looked fat. I wouldn’t go out to eat with my friends or family and I’d sit at home and cry because I felt like I couldn’t eat anything. It was the lowest point for me, but I wanted to be a model so bad. I wanted to be glamorized for being so thin even though I was miserable. In the picture on the right, I have gained around 30-35 pounds (I don’t exactly how much. I don’t weigh myself anymore.) AND I am a much happier human being mentally. Just wanted to share because the girl on the right looks in the mirror and thinks she looks thin! Healthy looks different on everyone & it’s important to embrace your own shape and size. You’ll be much happier! 💞 Thank you @wilhelminamodels @amaxarmy for believing in me and giving me a chance to embrace who I am AND still chase my dreams.

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Maximal 900 Kalorien nahm sie täglich zu sich, rackerte sich dazu bis zu drei Stunden täglich im Fitnessstudio ab, um die dreifache Menge an Energie zu verbrennen. "Die Gewichtsabnahme 'fütterte' mich", erzählt Maggie. Wenn Freunde sich trafen, sagte sie ab – um nicht in die Verlegenheit zu kommen, Pizza oder Popcorn essen zu müssen. "Ich lebte für die berühmten Worte von Kate Moss: 'Nichts schmeckt so gut, wie sich dünn sein anfühlt.'" Eine fatale Lebenseinstellung.

Denn als ihre Periode ausblieb und ihre Mutter sie zum Arzt schleppte, machte der ihr klar: Maggies Körper schaltete in den "Verhungern"-Modus. 

"Bis zu einem gewissen Punkt wusste ich, dass es grad ziemlich ernst wurde, aber dennoch wollte ich einen Schönheits-Standard erreichen und beweisen, dass ich den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprach", schreibt die heute 19-Jährige auf "Harper's Bazaar". Also hielt sie weiter Diät, trieb exzessiv Sport, um die "perfekten" Maße für die Aufnahme in eine Model-Kartei zu erlangen.

Und endlich kamen die Rückmeldungen von den Agenten – und die ernüchternde, aufrüttelnde Entdeckung. Ja, man wolle sie unter Vertrag nehmen – wenn sie noch mehr abnehme. 

Was? Seit Monaten habe ich kein Chicken-Sandwich oder auch nur einen Brownie gegessen und ihr wollt, dass ich noch mehr Gewicht verliere? Ich war wütend und am Boden zerstört. Ich war endlich an meine Grenzen gestoßen.

Für Maggie der Weckruf. Anstatt zu hungern, ernährte sie sich fortan normal – nach wie vor gesund und ausgewogen, aber in einem natürlichen Maß. Auch trieb sie weiter Sport, aber ebenfalls nicht mehr so exzessiv. Und siehe da: "Wow, ich habe Brüste! Ich habe einen Po. Ich sehe ziemlich gut aus", kam es der jungen Frau beim Blick in den Spiegel plötzlich in den Sinn.

Und mit diesem Selbstvertrauen wurde Maggies Traum doch noch wahr: Sie arbeitet nämlich tatsächlich als Model – für eine Agentur, die sich Frauen mit Kurven und echten Frauen-Maßen wünscht. "Danke, dass ihr an mich glaubt", schreibt sie an ihre Agentur gerichtet bei Instagram. Ihr Post, der ihre Verwandlung zeigt, wurde mittlerweile tausendfach geteilt und kommentiert.

Maggie appelliert an alle Frauen: "Vor zwei Jahren blickte ich in den Spiegel und dachte immer noch, ich sei fett." Heute schaue sie sich ebenfalls im Spiegel an und findet, dass sie dünn aussieht – denn: "Gesund sieht bei jedem anders aus & es ist wichtig, deine eigene Figur und Kleidergröße zu akzeptieren."

Wie viel genau Maggie zugenommen hat, weiß sie übrigens nicht. Sie steigt nämlich nicht mehr auf die Waage. 💜


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