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19-Jährige stirbt bei Autounfall - nun soll die Mutter den kaputten Baum bezahlen!

19-Jährige stirbt bei Autounfall - nun soll die Mutter den kaputten Baum bezahlen!
© aachen-gedenkt.de
Bei einem Auffahrunfall gegen einen Baum verstarb die 19-jährige Franziska. Nun erhielt ihre Mutter eine Rechnung für die "Wunde", die ihre Tochter verursachte. 

Ein tragischer Unfall: Die 19-jährige Franziska T. war im August mit ihrem Polo unterwegs, als sie plötzlich in einer Kurve aus der Spur kam und mit dem Fahrzeug gegen einen Baum schleuderte. Sie verstarb noch am Unfallort, die Ursache für die Kollision ist bis heute ungeklärt. Ihre Mutter Elisabeth hat den Verlust noch nicht verkraftet - da folgt auch schon eine Unverschämtheit des Landesbetriebes Straßenbau in NRW: Sie möge doch bitte für den Schaden aufkommen, den ihre Tochter an dem Baum verursacht hat.

548 Euro für die "Wunde am Baum"

In dem Behörden-Schreiben ist von einer "Wunde" die Rede, exakt 50x35 Zentimeter groß. Daher habe der Baum nun einen "Funktionsverlust von 20 Prozent", wofür Elisabeth T. bitte schön als Schadensersatz 548 Euro überweisen solle. Die Mutter ist wie vor den Kopf gestoßen. "Die Wunde am Baum wird heilen. Unsere Wunde niemals", sagte sie gegenüber der "Bild"

Geht's noch?

Auf Nachfrage zeigte die Behörde Verständnis für die besonderen Umstände, beharrt aber trotzdem auf ihre Schadensersatz-Ansprüche. "Kommt es zu Schäden an Baum oder Leitplanke durch einen Pkw, stellen wir dies dem Verursacher, sprich der Versicherung, in Rechnung", so Gerhard D., Leiter des Landesbetriebes Straßenbau in Euskirchen. "Das ist immer so. In diesem Fall tut mir das leid. Ich habe selbst einen 19-jährigen Sohn."

Vorschrift bleibt Vorschrift

Die Behörde kann also diese Rechnung nicht einfach zurücknehmen, auch wenn es ihren Mitarbeitern aus menschlicher Sicht sehr unangenehm ist. Es ist klar, dass Regeln und Vorschriften nicht beiseite geschoben werden können, wenn es gerade schlecht passt. Trotzdem ist es unerträglich, mit einer trauernden Mutter noch über "Schuld" und "Kosten" zu diskutieren, die ihre verstorbene Tochter verursacht hat. Wäre es so schwierig, in so einem Fall direkt Kontakt mit der Versicherung aufzunehmen, anstatt die Angehörigen zu belasten?

Rechnung ist längst beglichen

Die hat die Summe nämlich schon längst bezahlt. Und Familie T. hofft nun, dass ihr Beitrag für eine bessere Absicherung des gefährlichen Straßenabschnitts genutzt wird - damit der Tod ihrer Tochter wenigstens nicht ganz umsonst gewesen sein soll. 

heh

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