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Drei Jahre nach der Adoption: YouTube-Star gibt Adoptivsohn wieder ab


Drei Jahre lang lebte der kleine Huxley bei YouTuberin Myka Stauffer und ihrer Familie und war oft auf ihren Social-Media-Kanälen zu sehen. Dass ihn die Influencerin nun in andere Obhut gegeben hat, kam für viele Fans überraschend.

Myka Stauffer ist eine erfolgreiche Mom-Bloggerin: Auf ihrem Instagram-Account postet die US-Amerikanerin Fotos von ihren Kindern, ihrem Mann, ihrem Familienleben, bei YouTube teilt sie jede Menge Tipps, wie man Babys ins Bett bringt und es sich zu Hause schön macht. Rund 700.000 Menschen haben ihren YouTube-Kanal abonniert, 190.000 folgen ihr bei Instagram. In den vergangenen Jahren berührte sie ihre Fans vor allem mit einem Thema: Der Adoptionsgeschichte des kleinen Huxley, den die Familie 2017 aus China zu sich holte.

Follower konnten Adoptionsprozess von Anfang an begleiten

Schon vor der Adoption machte Myka, derzeit Mutter von vier Kindern, den geplanten Schritt, ein chinesisches Kind aufzunehmen, zu einem großen Bestandteil ihrer Social-Media-Präsenz. Von den formalen Voraussetzungen über die Vorbereitungen bis hin zur Finanzierung ließ sie ihre Fans an dem gesamten Prozess teilhaben. Nach Huxleys Geburt und Ankunft in der Familie änderte sich daran nichts. Dass sie mit alledem Reichweite gewonnen und Geld verdient hat, ist kein Geheimnis und hat auch niemanden gestört – doch genau das machen ihr nun viele Fans zum Vorwurf. Denn in einem neuen Video gab die Influencerin bekannt, Huxley bei einer anderen Familie untergebracht zu haben. Weil sie sich habe eingestehen müssen, mit der Pflege des autistischen Jungen überfordert zu sein.

"Besondere Bedürfnisse, von denen wir nichts wussten"

Durch Komplikationen während der Schwangerschaft kam Huxley mit einer Hirnschädigung zur Welt. Folgen waren offenbar unter anderem eine Form des Autismus und eine Störung der Verarbeitung von Sinneseindrücken. Zwar seien die Adoptiveltern vage darüber informiert worden, doch auf das Ausmaß des speziellen Pflegeaufwands für Huxley seien sie nicht vorbereitet gewesen, wie Myka in ihrem Video andeutet: "Bei internationaler Adoption gibt es immer Ungewissheiten und Dinge, die in den Akten nicht einsehbar sind und all das. Als Huxley nach Hause kam, gab es viel mehr besondere Bedürfnisse, von denen wir nichts wussten und die man uns nicht mitgeteilt hat."

Wie schwer Huxleys Behinderung ist und um welche Bedürfnisse es sich konkret handelt, darüber hielt sich Myka eher bedeckt. Zwar begleitete sie einige der medizinischen Eingriffe per Video, die aufgrund von Huxleys Hirnschädigungen vorgenommen wurden. Doch in einem Instagram-Post Anfang 2020 schrieb sie über den Alltag mit dem Kleinen: "In den sozialen Medien teilen wir nur wenig von den Schwierigkeiten, weil wir die Würde und Privatsphäre unseres Sohnes respektieren möchten. Aber es gibt schwere Tage, und zwar viele. Ich wünschte, ich hätte ein Handbuch für Autismus und Adoptionstraumata, das mir da durch helfen würde." 

Entscheidung zu Huxleys Wohl

Dass sich die Adoptiveltern der Aufgabe nach nun fast drei Jahren nicht mehr gewachsen fühlen, die Huxleys Pflege offenbar darstellt, ist für viele Fans ein Schock und für einige auch Anlass zur Kritik. Manche werfen der Influencerin vor, den Jungen benutzt zu haben, um aus ihm finanziellen Gewinn zu schlagen. Zahlreiche User*innen zeigen aber auch Verständnis und glauben der Amerikanerin, die in ihrem Video weint und sagt: "Ich fühle mich als Versagerin als Mutter, zu 500 Prozent" – doch sie habe die Entscheidung zu Huxleys Wohl getroffen. Der Vierjährige befinde sich nun in der Obhut einer Familie, die sich besser um ihn kümmern könne, versichert das Ehepaar Stauffer bei YouTube. Und ganz egal, was Kritiker denken: Wir finden, dass das einzige ist, was zählt. 

(Foto: ANURAK PONGPATIMET/ Shutterstock)


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