Krebserregende Jeans bei Öko-Test: "Guten Gewissens können wir keine Damenjeans empfehlen“

Öko-Test hat Jeans getestet – und kann keine empfehlen. Denn nicht nur die Produktionsbedingungen sind erschreckend – 15 der 21 Jeans enthielten Anilin. Der Schadstoff ist krebserregend.

Die Öko-Test Ausgabe des Augusts kommt in Jeans-Optik daher. Auf dem Titel prangt ein roter Herz-Patch, der den Jeans-Test 2019 untermalt. Ganz so herzlich sind die Ergebnisse jedoch nicht. Im Gegenteil: Öko-Test nutzt in der Zusammenfassung so klare Worte wie selten. Die Zeitschrift rät deutlich vom Kauf vieler Test-Jeans ab.

21 Jeans im Test: Von Discounter bis Designer

Getestet wurden insgesamt 21 Jeans-Modelle unterschiedlicher Marken. Vom Discounter bis zum Designer waren allseits bekannte Hersteller wie Diesel, G-Star, Esprit, H&M, C&A oder Kik dabei. Sie alle mussten sich 22 Fragen zu ihren Produktionsbedingungen stellen. Manche antworteten gar nicht. 

Für die Auswertung hat Öko-Test mit Femnet zusammengearbeitet, die sich für bessere Arbeitsbedingungen von Frauen in der Textilindustrie engagieren.

Öko-Test bewertete jedoch nicht nur, wie die Jeans hergestellt werden, sondern auch was in ihnen steckt. Im Labor wurden die Jeans auf Haltbarkeit und auf Schadstoffe getestet.

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Öko-Test: "Guten Gewissens können wir keine Damenjeans empfehlen“

Öko-Test ließ nach den Untersuchungen 15 der 21 Jeans durchfallen. Sie wurden mit "mangelhaft“ oder sogar "ungenügend“ bewertet.

Unter den Testsiegern waren die Bio-Marken Hess Natur und Armedangels. Allerdings erhielten auch sie nur ein "befriedigend“. Öko-Test bewertete bei ihnen jedoch hohe Sozial- und Umweltstandards in der Produktion positiv.

In puncto Löhne fielen übrigens alle getesteten Jeans-Hersteller durch. Keiner zahlte faire, sprich existenzsichernde, Löhne. Ob teuer oder günstig spielt in dieser Hinsicht also keine Rolle. Dass die Hersteller von teureren Jeans also auch besser bezahlt werden, ist ein Irrglaube.

Schadstoffe in Jeans

In 15 Jeans konnte Anilin nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich um einen Farbstoff, der in Verdacht steht, Krebs auszulösen. Der sogenannte Anilinkrebs wurde bei Menschen entdeckt, die dem Stoff in der Farbindustrie dauerhaft ausgesetzt sind. Ob der Stoff auch gebunden krebserregend ist, ist ungewiss.

Auf den Preis kommt es übrigens auch hier nicht an: Unter den schadstoffbelasteten Hosen waren sowohl eine Jeans der hochpreisigen Marke Diesel als auch ein günstigeres Modell von H&M. 

Egal von welcher Marke: Das Testergebnis zeigt erneut, wie wichtig es ist, neue Kleidung zu waschen, bevor man sie trägt. Hier haben wir einige Tipps für dich, die du beim Jeans waschen beachten kannst.

mjd
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