#why: So sorgt Edekas Muttertagswerbespot im Netz für Aufregung

Väter rufen gerade zum Boykott von Edeka-Märkten auf – weil sie im neuen Werbespot äußerst schlecht wegkommen. Wir haben in der BRIGITTE.de-Redaktion diskutiert und fragen uns: Muss man Männer wirklich als Trottel darstellen, um Frauen ein Kompliment zu machen?

In den vergangenen Jahren hat es Edeka geschafft, einen ordentlichen Imagewandel zu vollziehen. Dafür hat der Supermarkt-Gigant tief in die Tasche gegriffen: Statt kleiner Lädchen gibt es jetzt vielerorts sogenannte Edeka Center und für die Werbefilme haben sie niemand Geringeres als die berühmte Agentur Jung von Matt verpflichtet. 

Edeka geht zu weit 

Jung von Matt ist bereits bekannt dafür, für den Autovermieter Sixt ausgesprochen provokante Werbung zu kreieren, die sich stets am aktuell politischen Geschehen orientiert. Auch die für Edeka entwickelten Spots sind lustig-provokativ – warum nicht, hat ja schließlich sonst auch immer funktioniert. Häufig steht dabei die Familie im Vordergrund, wie auch im aktuellen Muttertagswerbespot. Nur diesmal scheinen sowohl Jung von Matt als auch Edeka zu weit gegangen zu sein. 

Männer werden diskreditiert

Was im ersten Moment lustig rüberkommen soll, ist nicht nur total aufgesetzt, sondern Männern gegenüber einfach nur diskreditierend. So zeigt der Spot Väter in Alltagssituationen mit ihren Kindern, in denen sie sich einfach nur dämlich anstellen: Der Mixer läuft beim Zubereiten des Essens über, sie schlafen ein, während das Kind ihnen was erzählt oder sie reißen beim Haarekämmen dem Spross fast die Strähnen vom Kopf und streiten mit ihren Töchtern, denn sie haben ja ohnehin kein Verständnis für das eigene Kind. 

"Danke, dass du nicht Papa bist" 

Diese Szenen werden mit Kinderstimmen kommentiert. Am Ende sitzt ein Kind mit den Eltern auf dem Sofa. Es schaut dankbar zur Mutter und die Stimme aus dem Off sagt: "Mama, danke, dass du nicht Papa bist“, während der Vater sich fett und faul auf dem Sofa liegend mit Pommes vollstopft. 

#why: Warum macht Edeka das? 

Liest man sich die Kommentare bei YouTube unter dem dort veröffentlichten Werbespot durch, so scheint sich niemand so recht angesprochen zu fühlen. Sind Männer wirklich die Deppen, die in der Kindererziehung nichts auf die Reihe bekommen? Dies scheint uns doch ein wenig zu sexistisch zu sein. 

Und: Muss man denn die Geschlechter so gegeneinander aufhetzen? Muss ein Kind sich zwischen Mama und Papa entscheiden? Abgesehen davon, dass in diesem Werbespot gleichgeschlechtliche Paare, die gemeinsam ein Kind großziehen, völlig außen vor gelassen werden. 

Vernichtende Kommentare

"NEIN!!!", lautet dazu ein Kommentar auf YouTube. "Wenn EDEKA Mütter nur durch Abwertung von Vätern loben kann, dann hat EDEKA noch nicht begriffen, dass BEIDE Eltern Kindern wichtige Fähigkeiten fürs Leben mitgeben.“

Eine andere Userin schreibt: "Was ist das denn bitte? Ich hoffe, ich verstehe das Richtig, was es eigentlich rüberbringen sollte.... Aber bei rausgekommen ist ein männerfeindliches und familienzerstörerisches Video... Autsch." Eindeutiger können die Reaktionen wohl kaum sein. 

Über eine Million Aufrufe 

Schon der "Heimkommen"-Spot zu Weihnachten, in dem ein Opa seinen eigenen Tod vortäuschte, damit die Familie mal wieder beisammen ist, hatte einige Kunden empört. Doch damit hat Edeka das geschafft, worauf sie abgezielt haben: Man redet über sie.

Mittlerweile wurde der Clip 61 Millionen Mal aufgerufen. Auch der Muttertagsspot mit dem Titel "Wir sagen Danke“ hat es bereits zu über einer Million Aufrufe geschafft. Doch dieses Mal ging die Rechnung wohl nicht auf. 

Väter boykottieren Edeka 

Viele der Beiträge fordern Väter dazu auf, nicht mehr bei Edeka einzukaufen: "Danke EDEKA nun weiß ich, wo ich als dummer Papa nicht mehr einkaufen gehen muss", kommentiert ein Vater ironisch. Ein anderer geht sogar noch einen Schritt weiter und meint: „Danke! Aldi, das ich wegen dir nicht bei Edeka einkaufen muss! Danke!“

Edeka reagiert

Glaubt man den Kommentaren, haben sogar einige Väter Beschwerde beim Werberat eingereicht. Edeka hat derweil auf den sozialen Netzwerken auf die Kritik reagiert. Man wolle Väter mit dem Spot keinesfalls schlecht darstellen, sondern etwas überspitzt und auf humorvolle Art und Weise allen Müttern Danke sagen.

Vermutlich hat die Kette sogar mit einem derartigen Shitstorm gerechnet, ja sogar darauf abgezielt. Große Unternehmen und ihre Agenturen diskutieren schließlich die Auswirkung ihrer Werbung auf die Kunden.

Wir möchten auf diesem Wege auch noch einmal allen Vätern danken, die tagtäglich Großartiges in der Kindererziehung vollbringen. 

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