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Southwest Airlines Kleines Mädchen will keine Maske tragen – Flugbegleiterin rät zu Klebstoff

Southwest Airlines: Kind sitzt mit Mundschutz am Fenster im Flugzeug
© FamVeld / Shutterstock
Die zweijährige Tochter einer Amerikanerin sperrte sich, kleinkindtypisch, im Flugzeug gegen das Tragen der vorgeschriebenen Maske. Da verlor eine Flugbegleiterin die Nerven.

Am 12. August wollte Ali Cleek mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern innerhalb der USA von Orlando nach Norfolk fliegen. Flugreisen mit der ganzen Familie – das ist meist so oder so stressig. Im Falle der Amerikanerin jedoch endete das Ganze in einem echten Drama.

Die zweijährige Tochter des Paares, Drew, war quengelig und weinte ausdauernd, entsprechend hatte sie auch so gar keine Lust, die im Flieger vorgeschriebene Maske zu tragen. Nachdem das schlecht gestimmte Mädchen sich eine Weile lautstark und erfolgreich gegen das Aufsetzen des Mund-Nasen-Schutzes gewehrt hatte, wurden schließlich die Flugbegleiter auf das weinende Kind und dessen bereits mächtig gestresste Mutter aufmerksam.

Das kleine Mädchen wollte am Daumen lutschen

Ali Cleek ahnte, was das Problem ihrer kleinen Tochter war: Sie hatte Angst vor dem Fliegen und wollte sich auf die einzige Art beruhigen, die für sie funktionierte – mit Daumenlutschen. "Drew ist eine Daumenlutscherin, das ist die einzige Methode, die sie instinktiv kennt, um sich selbst zu beruhigen. Und das ist ziemlich unmöglich, wenn sie eine Maske trägt", zitiert der "Independent" die frustrierte Mutter. Dennoch wussten Drews Eltern, dass die Maske im Flugzeug nun mal Pflicht war, weshalb sie und ihr Mann versuchten, das kleine Mädchen einigermaßen festzuhalten und ihr diese aufzusetzen.

Die Mutter sagt, zwei Flugbegleiterinnen hätten währenddessen daneben gestanden und zugesehen. Als das Projekt Maske aufsetzen auch nach einer Weile noch am Widerstand der kleinen Drew scheiterte, schien eine von ihnen jedoch die Nerven zu verlieren. Nachdem Ali Cleek ihr das Problem mit Drews Bedürfnis, am Daumen zu nuckeln, geschildert hatte und die Hilflosigkeit der Eltern offensichtlich war, habe die Frau in zutiefst sarkastischem Ton gesagt, dass es zwei Möglichkeiten gebe: Ein Loch in die Maske zu schneiden, durch das Drews Daumen passe, oder den Mundschutz im Gesicht des Mädchens festzukleben – sie hätte Klebstoff da.

Die Mutter bleibt mit einem schlechten Gefühl zurück

Offensichtlich waren beide Aussagen geschmacklose Witze, die der stressigen Situation geschuldet sein dürften. Aber die ohnehin verzweifelte Mutter trafen die bissigen Worte der Flugbegleiterin hart. "Mir fehlen tatsächlich die Worte ... ich zittere immer noch", schrieb sie in einem Post auf Instagram. "Eine Maske zu tragen ist Vorschrift, das kapiere ich, und das respektiere ich. Aber ab einem gewissen Punkt muss man doch Mitgefühl und menschlichen Anstand haben."

Inzwischen habe Ali Cleek einen Anruf vom Kundenservice von Southwest Airlines erhalten und man habe sich bei ihr entschuldigt. Dennoch bleibt ein schlechtes Gefühl bei der Mutter zurück: "Ich möchte wirklich nicht, dass noch andere Eltern glauben, sie müssten ihr Kind mit Gewalt festhalten, um ihm die Maske aufzusetzen. Ich will auch nicht noch einmal das Gefühl haben, dass ich mit meinen Kindern nicht im Flugzeug unterwegs sein kann."

Quellen: "Independent", "Instagram"

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei stern.de.

wt/stern

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