Tauben sind überall - warum sieht man nie die Küken?

Jede Großstadt wimmelt nur so vor Tauben - aber wieso sieht man bei der Menge eigentlich nie die Küken? Im Video seht ihr, wie die Küken aussehen!

Tauben-Küken: Strenger Vogel-Blick in die Kamera
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Hast du schon einmal ein Taubenküken auf der Straße gesehen? Wahrscheinlich nicht! Aber ist auf den zweiten Blick doch komisch, dass man bei Millionen von Tauben praktisch nie ihren Nachwuchs sieht. Dafür gibt es einen handfesten Grund, und der hat etwas mit der Entwicklung und dem Wachstum dieser Jungvögel zu tun.

"Zu Hause" ist es zu gemütlich

Die Ursache des Phänomens ist, dass Tauben notorische Nesthocker sind. Junge Tauben können sich nach dem Schlüpfen weder selbst ernähren noch das Nest verlassen, denn sie sind in den ersten Tagen ihres Lebens meistens noch blind und, abgesehen von einem leichten Flaum, halbnackt. Deshalb bleiben sie erstmal so lange wie möglich im Nest In dieser Zeit sind sie besonders verletzlich und gefährdet: Sie können nicht einmal selbst ihre Körpertemperatur halten, sind kälte- und zugempfindlich und völlig auf ihre Eltern angewiesen. Baby-Tauben bleiben also in ihren möglichst gut versteckt und hochliegenden Nestern, bis sie ausgewachsen und bereit sind, sich den Anforderungen des Lebens selbst zu stellen.

Darum sind Tauben Dauer-Nesthocker

Das Problem haben natürlich praktisch alle Vogel-Arten, aber Tauben machen es sich besonders lange im Nest bequem: Ganze vier bis sechs Wochen bleiben die Küken im Nest, bis sie fliegen können und ihr komplettes Federkleid haben, während andere Jungvögel das Nest viel schneller verlassen, wie zum Beispiel der Kiebitz, der als Nestflüchter bekannt ist, weil er das Nest verlässt, sobald das letzte Junge geschlüpft ist.

So werden Taubenküken erwachsen

Die Entwicklung vom Taubenküken zur Jungtaube erfolgt in mehreren Etappen: In der ersten Zeit wird das Taubenküken von seinen Eltern mit "Kropfmilch" ernährt, einer milchartigen Substanz, die von den "stillenden" Elternvögeln im Kropf erzeugt wird. In dieser ungefähr zwei Wochen dauernden Entwicklungsphase wachsen die Küken sehr schnell heran, da diese Substanz sehr nahrhaft ist. Danach werden die Jungtauben von ihren Eltern auch mit Körnern und Samen gefüttert.

Der große Moment: Raus aus dem Nest!

Sie bleiben in der Obhut ihrer Eltern, bis sich ihre Federn, ihre Muskeln und ihr Gewicht so weit entwickelt haben, dass sie von den Alttauben kaum noch zu unterscheiden sind. Beim Verlassen des Nests sehen die Jungtauben von der Größe und dem Federkleid her den Alttauben so ähnlich, dass sie kaum noch zu unterscheiden sind. Nur ein aufmerksamer Beobachter wird sie an ihrem etwas glanzloseren und kürzeren Gefieder sowie an ihren schwarzen Augen erkennen, die sich von den eher rot-orangen Augen älterer Tauben absetzen.


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