Stiefmutter angeklagt – weil sie sich den Kindern ihres Mannes oben ohne zeigte

Eine Frau in den USA steht vor Gericht, weil sie sich ihren Stiefkindern oben ohne zeigte. Bei einer Verurteilung könnte die Frau in Haft landen und als Sexualstraftäterin registriert werden.

Dieser Gerichtsfall sorgt weltweit für Aufsehen: Die 28 Jahre alte Tilli Buchanan ist in Salt Lake City angeklagt, weil sie sich ihren drei Stiefkindern bei Bauarbeiten oben ohne zeigte. Die Kinder sind 13, 10 und 9 Jahre alt. Wie die "New York Post" berichtet, arbeitete die Frau beim Einziehen einer Trockenbauwand in der Garage gemeinsam mit ihrem Mann mit freiem Oberkörper, weil sie sich nicht mit Rigips einstauben wollte. Dabei konnten die Kinder ihre Brüste sehen. 

Die Kinder fragten ihre Stiefmutter, warum sie keinen Pullover trage. Leah Farrell, eine der Anwälte der Frau, wiederholte vor Gericht die Antwort der Frau auf diese Frage: "Tilli erklärte, dass sie Feministin sei und Wert darauf lege, dass es für jeden in Ordnung sein sollte, wenn man im Haus oder woanders seine Haut sieht", berichtet "Deseret News". 

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Die Frau kämpft für eine Grundsatzentscheidung

Wer Tilli Buchanan angezeigt hat, ist der Öffentlichkeit bisher nicht mitgeteilt worden. Tilli Buchanan kämpft nun zusammen mit ihren Anwälten für die Änderung des Unzuchtgesetzes in Utah. 

Ihre Anwälte fordern, einen Teil des Gesetzes für verfassungswidrig zu erklären. In ihrer Argumentation kritisieren die Anwälte, dass Frauen und Männer für das gleiche Verhalten, nämlich das Entblößen der Brüste, unterschiedlich behandelt werden. Anwältin Farrell erklärte: "Beim Untersuchen des Statuts ist es wichtig zu sehen, dass es besagt, dass dieser Teil einer Frau von Natur aus obszön ist, beim Mann aber nicht. Und das begründet eine ungleiche, ungerechte Zweiteilung."

Die Richterin wollte in diesem Fall nicht direkt ein Urteil fällen, dafür sei "das Thema zu wichtig",  und vertagte ihre Entscheidung.

Im Falle einer Strafe wäre das Urteil hart

Sollte Tilli Buchanan verurteilt werden, drohen ihr eine Gefängnisstrafe oder ein Bußgeld. Außerdem würde sie als Sexualstraftäterin registriert werden. Buchanan ist allerdings optimistisch, dass es dazu nicht kommen wird, "insbesondere, da es in der Privatsphäre meines Hauses war. Mein Mann stand gleich bekleidet neben mir und wird dafür nicht belangt". 

mh
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