Drama um Helmut Kohl (†): Der Streit zwischen Sohn und Witwe eskaliert

Es ist ein Trauerspiel: Nach dem Tod von Altkanzler Helmut Kohl ist jetzt der Streit in seiner Familie eskaliert.

Es ist der traurige Höhepunkt eines langjährigen Familienstreits. Als der Sohn von Altkanzler Helmut Kohl am Mittwochnachmittag versuchte, von seinem verstorbenen Vater Abschied zu nehmen, wurde er von dessen Witwe und der Polizei des Grundstückes verwiesen – Hausverbot!

Es ist nicht das erste Mal, dass der Streit zwischen Walter Kohl und Maike Kohl-Richter eskaliert. Nach Jahren der Funkstille ist das Verhältnis zwischen den beiden noch immer angespannt.

Das ist passiert:

Der dpa erklärt der langjährige Anwalt von Kohls zweiter Ehefrau, Stephan Holthoff-Pförtner, dass er noch am Dienstag versucht habe, mit Walter Kohl die Abläufe der Trauerfeier zu besprechen. Es sollte geregelt werden, wann und wie sich der 53-Jährige und seine beiden Kinder von Helmut Kohl verabschieden könnten. Sie verabredeten sich angeblich zu einem Telefonat am nächsten Tag.

Doch Walter Kohl soll nicht erreichbar gewesen sein. "Er hat sich diesem Gespräch entzogen", sagt Holthoff-Pförtner.

Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl starb am 16. Juni 2017 in seinem Haus in Ludwigshafen. In den Jahren davor litt der 'Kanzler der Einheit' unter erheblichen gesundheitlichen Problemen.

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Walter Kohl "hat einen Eklat provoziert"

Stattdessen tauchte der Unternehmer mit seinen beiden Kindern Johannes (20) und Leyla (15) vor dem Haus seines Vaters auf. Zehn Minuten lang soll er an der Tür geklingelt haben, bis ihn die Beamten schließlich aufforderten, das Grundstück zu verlassen. Laut des Anwalts soll Kohl damit ganz bewusst einen Eklat provoziert haben. "Das sprengt den Rahmen dessen, was man tolerieren kann."

Walter Kohl sieht das hingegen anders: Er wirft Maike Kohl-Richter vor, ihn seit Jahren von seinem Vater abzuschirmen. Von dessen Tod habe er sogar erst aus dem Radio erfahren.

Schwere Vorwürfe gegen Kohls Witwe

Auch die Aussage ihres Anwaltes, dass er nicht erreichbar gewesen sei, sei eine "Lüge". Er habe vergeblich auf seinen Anruf gewartet. "Diese Handynummer ist seit 20 Jahren unverändert und allseits bekannt. Der ganze Vorgang spiegelt die Erfahrungen gerade der Enkel im Umgang mit ihrem Großvater in den letzten Jahren wider. Mich empört das pietätlose Verhalten von Maike Kohl-Richter", so der 53-Jährige laut dpa.

Es scheint, als ob in diesem öffentlichen Trauerspiel das letzte Wort noch lange nicht gesprochen wurde.  

ag
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