Wie lange müssen wir noch zittern?

Während der Nordosten Deutschlands bei Minusgraden und eisigem Wind bibbert, herrscht im Südwesten mildes Wetter. Was ist da los? Wir haben einen Experten befragt.

Die ganze Adventszeit über haben wir auf ihn gewartet, jetzt ist der Winter plötzlich da - und wie! Im Nordosten Deutschlands zittern die Menschen bei Minusgraden und eisigem Wind. "Am kältesten ist es mit 12 Grad minus an der Oder, die kälteste Luft liegt über Rügen runter bis nach Görlitz an der polnischen Grenze", sagt Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst, der wiederum bei Regen und mildem Wetter in Frankfurt am Main sitzt. Am wärmsten ist es mit sieben Grad bei Aachen und zwischen Karlsruhe und Freiburg.

Tiefster Winter im Nordosten, moderate Temperaturen im Südwesten - wie kann das sein? Schuld daran sind Hoch Christine und Tief Helmut, die Deutschland wettermäßig in zwei Hälften geteilt haben. Der plötzliche Wintereinbruch kam aus Nordosteuropa zu uns. "Wir haben schon seit Tagen ein kräftiges Hochdruckgebiet über dem Norden von Skandinavien und Russland", so Friedrich. Dort ist es sehr kalt - in Helsinki liegen die Temperaturen bei minus 21°C. Über Silvester kam die eisige Luft nach Deutschland und löste die seit Wochen herrschende milde Südwestströmung ab.

Am Wochenende sorgte die Eiseskälte für Chaos auf den Straßen: Allein in Niedersachsen und Bremen kam es zu mehr als 300 Autounfällen, wegen Blitzeis auf den Schienen mussten mehr als 100 Menschen in Ostfriesland eine Nacht im Zug verbringen. Die Grenze zwischen der Warm- und Kaltluft verläuft von Norderney über Niedersachsen und Nordhessen bis in den Osten Bayerns.

Und genau in diesem Gebiet ist die Glatteisgefahr besonders hoch: "Wo Hoch und Tief aufeinandertreffen, muss die Luft aufsteigen. Dabei bilden sich Wolken und Niederschlag. Auf der kalten Seite dieser Luftmassengrenze fällt Schnee, in der Mitte gibt es Glatteisregen, im Süden ist es harmlos: Da regnet es bei Plusgraden."

Dass es sich mancherorts noch kälter anfühlt, als es ist, liegt übrigens an der Windgeschwindigkeit. "Je stärker der Wind bläst, desto kühler fühlt sich die Luft an. Das kann zu 10 Grad Unterschied ausmachen", sagt Friedrich.

Wie gut, dass der Spuk bald ein Ende hat: Ab Donnerstag bekommt Tief Helmut Verstärkung von einem neuen Tief, das sich über dem Atlantik bildet und dann Richtung Kontinent zieht. "Dieses neue, noch namenlose Tief wird dafür sorgen, dass die kalte Luft von Christine wieder nach Nordosten zurückgedrängt wird. Deswegen werden wir am Wochenende auch in Hamburg und Berlin wieder Plusgrade haben", verspricht der Wetterexperte.

nw

Unsere Empfehlungen

Guten Morgen, Welt!

Guten Morgen, Welt!

Wir servieren euch täglich Trends, Top-Stories und kuriose Netzfundstücke zum Frühstück!

Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.

Diesen Inhalt per E-Mail versenden

Wie lange müssen wir noch zittern?

Während der Nordosten Deutschlands bei Minusgraden und eisigem Wind bibbert, herrscht im Südwesten mildes Wetter. Was ist da los? Wir haben einen Experten befragt.

Du kannst mehrere E-Mail-Adressen mit Komma getrennt eingeben

Deine Mail wurde versendet
Deine Mail konnte leider nicht versendet werden