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Dolomiten Auf dieser 7-Tage-Tour fährt die Nachhaltigkeit mit

Die Geislergruppe gehört zu den bekanntesten Gebirgsformationen der Dolomiten.
Die Geislergruppe gehört zu den bekanntesten Gebirgsformationen der Dolomiten.
© Sebastian Stiphout
Mit einem besonderen Ticket und entsprechendem Muskelschmalz erleben Naturfreunde eine tolle 7-Tage-Tour im UNESCO-Welterbe Dolomiten.

Ruhe und Entspannung, Abenteuer und Adrenalin - die Dolomiten bieten Urlaubern eine breite Palette an sommerlichen Aktivitäten. Während das über 3.000 Quadratkilometer große Gebiet im Winter das italienische Eldorado für Ski- und Snowboard-Fans ist, präsentieren sich die bleichen Berge in der warmen Jahreszeit grün und vor allem nachhaltig. 120 emissionsfreie Lifte laufen auch im Sommer und bringen Naturfreunde und Wander-Fans komfortabel wie nachhaltig auf die Pässe und durch die Hochebenen der Dolomiten. Analog zum bekannten Dolomiti Superski im Winter läuft das Angebot mit entsprechenden Verbund-Liftpässen unter dem Namen Dolomiti Supersummer. Damit lässt sich die Region zum Beispiel in einer 7-Tage-Tour bequem erkunden. Vom Pustertal geht es mit Bus, Zug, Seilbahn und natürlich zu Fuß über Gröden bis nach Brixen - die insgesamt 122 Kilometer verteilen sich dabei angenehm auf Tagestouren von etwa fünf Stunden.

Tag 1: Start im Pustertal

Los geht's in Percha. Der hiesige Bahnhof im Südtiroler Pustertal ist bequem mit dem Zug zu erreichen, aus München zum Beispiel in etwa viereinhalb Stunden. Einmal angekommen, fallen Reisende quasi direkt aus der Bahn in die Gondel. Denn der Bahnhof ist direkt mit der Talstation der Kabinenumlaufbahn Ried verbunden. Dann geht es in 20 Minuten in luftige Höhen auf 2.275 Meter. Der Gipfel des Kronplatzes bietet einen wundervollen Ausblick über Pustertal und Enneberger Tal. Wer den Blick nicht nur in die Ferne schweifen lassen möchte, kann vor Ort viel über den Alpinismus lernen, etwa im MMM: Das "Messner Mountain Museum" ist ein Projekt von Bergsteigerlegende Reinhold Messner. Alternativ bietet sich die Gipfelrundwanderung an, mit anschließender Stärkung im Gourmetrestaurant Alpinn von Sternekoch Norbert Niederkofler.

Mit reichlich Schmankerl im Bauch geht es quasi wie von selbst mit der Kabinenbahn Ruis hinab zum südlich gelegenen Furkelpass auf 1.789 Meter. Dort folgen wir etwa 1,5 Stunden der alten Höfestraße durch Wald und Wiesen bis nach St. Vigil, wo es zahlreiche Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten gibt.

Tag 2: Schmankerl-Intermezzo auf 2.000 Meter

Von dort führt der kostenlose Shuttlebus zwölf Kilometer in den Naturpark Fanes-Senes-Prags bis zum Berggasthof Pederü. Eine Schotterstraße schlängelt sich nun bis zur Fanesalm auf 2.000 Meter. Ein kulinarischer Stopp auf der Fanes oder Lavarellahütte samt Almbrauerei bringt Kraft für den nächsten Abschnitt. Über das Limojoch und das Großfanestal laufen wir die zusätzlichen Kalorien in den nächsten drei Stunden bequem wieder ab und fallen in San Cassiano (Alta Badia) zufrieden ins Bett.

Tag 3: Übernachten am Berg

Wer am nächsten Morgen noch etwas verschlafen ist, stärkt sich am besten mit einem Espresso und nimmt erst einmal in der Kabinenbahn Piz Sorega Platz. Ziel ist das Pralongià-Hochplateau. Das weitläufige Gebiet erstreckt sich hoch über San Cassiano, La Villa und Corvara. Unterwegs laden Schutzhütten zur Brotzeit mit Kaspressknödel-Suppe und Apfelradl ein. Für sportliche Abwechslung sorgen E-Mountainbikes, die man hier oben leihen und bei einem der Sharepoints am Berg oder im Tal zurückgeben kann. Apropos am Berg: Für das etwas andere Übernachtungserlebnis stehen einige Schutzhütten am Pralongià-Hochplateau zur Auswahl. Alternativ gibt es Unterkünfte in Corvara, das man entweder zu Fuß oder mit der Kabinenbahn Col Alt erreicht.

Tag 4: Klettern am Grödnerjoch

Einmal mehr schaukeln wir mit einer Gondelfahrt in den nächsten Tag: Von Corvara geht es mit den Kabinenbahnen Borest und Plans-Frara zum Grödnerjoch auf über 2.000 hinauf. Neben einem fantastischen Ausblick über die Sellagruppe, gipfelt die Tour hier mit der Großen und Kleinen Cirspitze in einen weiteren sportlichen Höhepunkt. Beide sind über Klettersteige erschlossen, die sich im Schwierigkeitsgrad unterscheiden. Wer noch Kraft in den Oberschenkeln hat, macht sich per pedes auf in die Ortschaft Wolkenstein in 1.500 Metern Höhe. Wahlweise kann man auch die Kabinenbahn Dantercepies nehmen und in Wolkenstein selbst oder in St. Christina übernachten.

Tag 5: St. Ulrich und seine Geschichte

Auf der fünften Etappe der Dolomiten-Tour bringt die Kabinenbahn Col Raiser Urlauber hinauf in Richtung Secedaberg. Von der Bergstation wandert man dem ausgewiesenen Weg nach bis zur UNESCO-Panoramaterrasse Mastlé im Naturpark Puez-Geisler. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es zur Panascharte und hinüber zur Bergstation Seceda, wo ein wunderbarer Blick auf die Geislergruppe, auf den Langkofel und die Sella lockt. Natürlich kommt auch hier das leibliche Wohl nicht zu kurz: Die Secedaalm bietet unzählige Einkehrmöglichkeiten für jeden Geschmack. Gut genährt erreichen wir so mit der Seceda-Seilbahn die Ortschaft St. Ulrich in Gröden auf 1.200 Metern. Wer die letzten Energiereserven mobilisieren kann, lässt auf einem Stadtrundgang den historischen Flair der Ortschaft auf sich wirken.

Tag 6: Auf den Spuren von Reinhold Messner

Haben wir in St. Ulrich schon etwas Geschichte geschnuppert, legt Tag 6 noch einmal eine kulturelle Schippe drauf: Denn mit dem Bus geht es nach Brixen im Eisacktal. Doch bevor es auf Entdeckungstour durch das Bischofsstädtchen geht, ruft wieder der Berg. Auf die berühmte Plose bringt uns die gleichnamige Kabinenbahn ab St. Andrä. Oben angekommen eröffnet sich ein Rundumblick auf Alpen und Dolomiten, auf das Eisacktal bis nach Bozen und das Wipptal bis zum Brenner. Besonders für Familien lohnt sich ein Abstecher, denn es gibt ausgewiesene Themenwege für Groß und Klein. Den Blick auf die Geislergruppe, wo Reinhold Messner seine ersten Kletterversuche unternommen hatte, gibt es gratis on top. Mit der Kabinenbahn oder mit einem Cart kehren wir nach St. Andrä zurück und nehmen den Bus nach Brixen.

Tag 7: Mit dem guten Gewissen im Gepäck nach Hause

Bevor wir den Dolomiten den Rücken kehren und in den Zug Richtung Heimat steigen, darf ein Stadtbummel durch Brixen nicht fehlen. Bei einem Gläschen Silvaner und Kerner in der Altstadt können wir die Wandertour mit ihren Gipfeln, Panoramablicken und Schmankerl-Highlights noch einmal Revue passieren lassen. Neben den wundervollen Natureindrücken haben wir auf der Heimreise auch ein gutes Gewissen im Gepäck. Denn ganz ohne Auto ging es Dank der guten Anbindung mit Zug, Bus und Seilbahn in luftige Höhen, denen auch Johann Wolfgang von Goethe so einiges abgewinnen konnte: "Über allen Gipfeln ist Ruh', in allen Wipfeln spürest Du kaum einen Hauch ..." Wer sein ganz persönliches "Wandrers Nachtlied" erleben möchte, tut dies also am besten nachhaltig und eindrucksvoll im UNESCO-Welterbe Dolomiten.

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