Game of Thrones: Eine letzte Ruhephase vor der finalen Schlacht

Die letzten Unklarheiten sind erst einmal aus der Welt von Westeros geräumt, nun kann der Nachtkönig kommen - und das tut er auch.

Es stimmt also: nichts verbindet mehr als ein gemeinsamer Feind. Vor allem, wenn der besagte Feind der leibhaftige Tod ist. Das wird bei der zweiten Folge der letzten "Game of Thrones"-Staffel (immer montags bei Sky) noch einmal überdeutlich. Zu dieser Erkenntnis führt die Rückkehr eines symbolisch und eines wahrhaftig verlorenen Sohnes in Winterfell - und ein Stuhlkreis der besonderen Art. Achtung, die folgenden Abschnitte beinhalten massive Spoiler zur brandneuen Folge "A Knight of the Seven Kingdoms".

Jaimes Weg zur Vergebung

Schwer vorstellbar, doch die Atmosphäre in Winterfell ist mit der Ankunft von Sir Jaime Lennister (Nikolaj Coster-Waldau) noch etwas frostiger geworden. Immerhin bekommt Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) erstmals jenen Mann zu sehen, der einst ihren (zugegeben irren) Vater tötete und so den Beinamen Königsmörder erhielt. Und der ihr auch noch bestätigt, dass seine Schwester Cersei (Lena Headey) bezüglich des Bündnisses tatsächlich gelogen hat. Nur durch sehr viel Glück endet der im Norden verhasste Lennister nicht als Drachenfutter.

Denn zum einen bürgt mit Brienne von Tarth (Gwendoline Christie) eine alte Weggefährtin für ihn. Berichtet davon, wie er sie einst vor einer Meute Vergewaltiger rettete und dafür seine Hand verlor. Zum anderen, weil Bran Stark alias der Dreiäugige Rabe (Isaac Hempstead-Wright) seinen Schnabel hält. Mit dem Satz "Was man nicht für die Liebe tut" deutet dieser nur an, dass er sich sehr wohl daran erinnern kann, einst von Jaime aus dem Fenster geschubst worden zu sein.

Erst im Anschluss (quasi beim Fünf-Augen-Gespräch) offenbart Bran dem verdutzten wie reumütigen Jaime, warum er ihn nicht verraten hat. Tot sei er keine Hilfe im Kampf gegen den Nachtkönig. Was andeutet, dass dem einhändigen Ritter eine wichtige Rolle zuteil wird? Mit dem Töten von Königen kennt er sich immerhin aus. Gleichzeitig deutet Bran aber auch an, dass es zumindest für Jaime die letzte Heldentat sein könnte: "Woher willst du wissen, dass es ein Nachher geben wird?"

Spannungen wohin das Auge blickt

Doch nicht nur der Königsmörder sorgt für Unmut. Wie fragil das Bündnis des tapferen Häufchens Menschen ist, das sich in Winterfell zusammengerottet hat, wird in vielen kleinen Momenten deutlich. Daenerys ist sauer auf Tyrion (Peter Dinklage), dass der sich so leicht von seiner Schwester hinters Licht hat führen lassen. Und auch mit Sansa Stark (Sophie Turner) geht die Mutter der Drachen trotz eines vermeintlichen Versöhnungsgesprächs im Argen auseinander, weil die stolze Lady von Winterfell mit der Unabhängigkeit des Nordens nach dem Krieg droht.

Grauer Wurm (Jacob Anderson) und dessen Liebe Missandei (Nathalie Emmanuel) werden derweil (wie alle Unbefleckten) von den Nordmännern argwöhnisch beäugt und gemieden. Und dann kommt in Person von Theon Graufreud (Alfie Owen-Allen) auch noch jener verlorene Sohn von Winterfell nach Hause, der seine Heimat einst verraten und unterjocht hat. Einzig Sansa, die ihm ihr Leben verdankt, ist sichtlich froh darüber, den geläuterten "Stinker" wieder an ihrer Seite zu wissen.

Zweite Runde Wiedersehen

Doch wird nicht nur Trübsal geblasen. Jon Schnee (Kit Harington) freut sich sehr darüber, als seine totgeglaubten Freunde Tormund Riesentod (Kristofer Hivju) und Eddison Tollett (Ben Crompton) an der Seite von Beric Dondarrion (Richard Dormer) in Winterfell ankommen. Die verkünden allerdings auch, dass der Nachtkönig unmittelbar vor der Tür steht: "Wer noch nicht hier ist, kämpft nun für ihn." Für Tierfreunde von Bedeutung: In einer späteren Szene mit Eddison ist Jons Schattenwolf Geist zu sehen.

In versammelter Runde wird schließlich die Taktik besprochen, mit der die Armee der Untoten besiegt werden soll. Jon hofft darauf, dass es ausreichen könnte, den Nachtkönig zu töten, um den Sieg davonzutragen. Für diesen Zweck bietet sich Bran als Lockvogel an, ausgerechnet Theon will ihm dabei zur Seite stehen. Wie wenig Vertrauen in den Plan herrscht, macht Optimist Tormund klar: "Wir werden alle sterben. Aber wenigstens sterben wir gemeinsam."

Verliebt und verwandt

Wie schon in der ersten Folge von Staffel acht wird erneut in der Krypta über Jons wahre Identität geredet. Dieses Mal enthüllt er seiner Dany, wer laut Samwell (John Bradley-West) und Bran seine echten Eltern sind. Dass die Liebe ihres Lebens ihr Neffe und zudem der rechtmäßige Thronfolger sein soll, nimmt Daenerys dementsprechend geschockt auf. Viel Zeit zum Verarbeiten hat sie allerdings nicht, denn mitten in der Konversation ertönt ein Warnsignal - der Nachtkönig hat es bis vor die Tore Winterfells geschafft.

Sonstige Erkenntnisse

Was sonst noch von Bedeutung ist: Bei einem Stuhlkreis um den Kamin sprechen sich Tyrion, Jaime, Tormund, Ser Davos (Liam Cunningham), Podrick (Daniel Portman) und Brienne aus. Dabei kommt er dann doch noch auf, der Funken Kameraderie, der nötig sein wird, um eine Chance gegen den Nachtkönig zu haben. Außerdem wird Brienne eine große Ehre zuteil: Als erste Frau überhaupt wird sie von Sir Jaime zum Ritter geschlagen. Sam sucht in der Zwischenzeit Jorah (Iain Glen) auf und überreicht ihm sein Familienschwert. Der sei würdiger und fähiger, das valyrische Schwert in der Schlacht zu schwingen.

Auch die Liebe kommt nicht zu kurz: In einer Szene malen Grauer Wurm und Missandei bereits ihr Pläne für die Zukunft aus - in aller Regel kein Anzeichen für ein Happy-End. Ihr erstes Mal hat derweil Arya Stark (Maisie Williams): Kurz nachdem sie sich zunächst mit dem Bluthund (Rory McCann) versöhnt, sucht sie Schmied Gendry (Joe Dempsie) auf - und fackelt nicht lange. Richtig so, denn die (zweite) Ruhe vor dem Sturm ist nun definitiv vorbei. Ab Folge drei wird es blutig.

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