#HowIFightDepression: Unter diesem Hashtag teilen Menschen mit Depressionen Tipps, die wirklich helfen

Was hilft bei Depressionen? Das wissen am besten die, die selbst depressiv waren oder sind. Unter dem Hashtag #HowIFightDepression entsteht auf Twitter ein Raum, den wir auch in der Realität brauchen. 

"Geh doch mal raus“, "Raff dich einfach auf“ oder "Lächel doch mal!“ – an Ratschlägen mangelt es Menschen mit Depressionen nicht. Nur dass diese oft vom falschen Absender stammen.

Denn wer selber nicht an Depressionen leidet, kann zwar viel reden, wirklich helfen tun solche Tipps den Betroffenen aber selten. Denn wäre es so einfach, Depressionen zu heilen, hätte die Gesellschaft kein Problem. Und das hat sie: Nach Zahlen der Deutschen Depressionshilfe erkrankt jeder fünfte Deutsche einmal in seinem Leben an einer depressiven Störung. Unter Frauen ist es sogar jede vierte.

#HowIFightDepression: Twitter als Vorbild für die Realität

Depressionen sind eine Krankheit. Und wie das mit vielen Erkrankungen so ist: Wirklich verstehen und nachvollziehen kann man ihre Symptome erst, wenn man sie selbst erlebt.

Wer könnte einem Depressiven – neben Therapeuten – also am besten helfen? Gleichgesinnte. Im Internet passiert gerade genau das: Unter dem Hashtag #HowIFightDepression (dt. Wie ich Depressionen bekämpfe) sammeln Menschen mit Depressionen ihre Erfahrungen, was ihnen in akuten Phasen wirklich hilft. 

Was im Alltag noch zu wenig passiert, findet nun auf Twitter statt. Unter dem Umhang der Anonymität des Internets sprechen Menschen offen über ihre Depression. Sie muntern sich auf, geben sich gegenseitig Tipps, sind vor allem nicht alleine.

Wie Menschen mit Depressionen sich gegenseitig helfen

"Manchmal ist es notwendig, sich um sich selbst zu kümmern, um für andere da sein zu können. Drück einfach Pause“ schreibt eine Nutzerin und weist damit einfach nur darauf hin, dass es okay ist, Schwäche zu zeigen.

Ein erster Schritt zur Besserung ist Akzeptanz. Dass Depressionen eine Krankheit sind und sie keine Schuld daran trägt, ruft eine Twitter-Nutzerin sich und anderen immer wieder ins Gedächtnis: "Es ist nichts Persönliches. Es ist nichts falsch an meinem Leben.“

Yoga, lesen, ans Meer fahren, aus der gewohnten Umgebung kommen, Handy ausschalten, Musik hören – oder einfach mal reden. Neben Tipps geben sich die Nutzer aber vor allem gegenseitiges Verständnis und einen Raum für Offenheit. Eine Userin ruft dazu auf, seinen psychischen Zustand nach Herzfarben zu bewerten, um Menschen mit gebrochenen Herzen zu helfen.

Während man eine Erkältung oder einen gebrochenen Arm offen zugibt, wird über psychische Erkrankungen noch immer hinter vorgehaltener Hand gesprochen – wenn überhaupt. Dabei können psychische Krankheiten das Leben um 20 Jahre verkürzen. Das Internet füllt in diesem Fall eine Lücke und wird zu dem Raum der Offenheit, der in der Realität oft noch fehlt. Statt Ratschlägen wie "Geh doch mal raus“ sollten wir uns vielmehr eine Frage angewöhnen: "Wie geht es dir wirklich?“ heißt der einfachste Türöffner für mehr Achtsamkeit füreinander – und dann gilt: zuhören.

Es ist wichtig, die Anzeichen für Depressionen zu kennen. Denn die Krankheit kann man nicht sehen. Was Depressionen jedoch mit deinem Leben machen, zeigen diese berührenden Bilder.

Wichtiger Hinweis für Betroffene: Leidest du unter Depressionen, hast du Selbstmordgedanken oder kennst du jemanden, der solche schon einmal geäußert hat? Die Telefonseelsorge bietet Hilfe an. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0800/1110111 und 0800/1110222 erreichbar. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

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