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"Bring dich um" Greta Thunberg spricht über Anfeindungen gegen sie

"Bring dich um": Greta Thunberg mit ernstem Blick
© Kenzo Tribouillard/AFP / Getty Images
Für die einen ist sie eine Galionsfigur, für andere ein Feindbild. Greta Thunberg und ihr Vater sprechen in einer neuen BBC-Dokumentation darüber, wie sie mit den Drohungen gegen sie und ihre Familie umgehen.

Seit Greta Thunberg 2018 mit ihrem Schulstreik für das Klima begonnen hat, polarisiert die Schwedin wie nur ganz wenige andere Personen in der Öffentlichkeit. Vor allem für die Jugend ist Thunberg, die in diesem Jahr 18 Jahre alt geworden ist, eine Galionsfigur – sie gilt als das Gesicht des Kampfs für Klima- und Umweltschutz schlechthin. Gleichzeitig ist sie für viele andere Menschen zu einem Feindbild geworden und muss daher mit Anfeindungen leben.

In einer neuen Dokumentation des britischen Fernsehsenders BBC One hat Thunberg über die Anfeindungen gegen sie gesprochen. Es habe einige "dunkle Momente" gegeben, gestanden die junge Aktivistin und ihr Vater Svante Thunberg im ersten Teil der dreiteiligen Serie "A Year to Change the World". Unter anderem habe Greta viele Beleidigungen und sogar Morddrohungen erhalten. 

Greta Thunberg: "Die Leute wollen nicht über das Klima reden"

"Bring dich um", lautet eine dieser Nachrichten, die in dem Film eingeblendet werden. Zudem wird Thunberg vorgeworfen, sich instrumentalisieren zu lassen oder es nur auf Geld abgesehen zu haben. "Es gibt nicht viele, die in einem so jungen Alter schon so etwas erlebt haben", sagt die 18-Jährige. Beleidigungen und Morddrohungen sind für sie beinahe Alltag geworden. "Die Leute wollen nicht über das Klima reden, also reden sie über mich."

Ihr Vater hatte ihr deshalb auch nahegelegt, ihre Kampagne zu beenden und sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. "Ich habe ihr gesagt: 'Wenn du das tun willst, dann tun wir es. Wenn du aufhören willst, gehen wir nach Hause'", erzählte der ehemalige Schauspieler in der Dokumentation. Der Film folgt Greta Thunberg auf ihrer Reise durch verschiedene Länder der Erde, in denen sie über die Gefahren des Klimawandels spricht. Svante Thunberg hatte seine Tochter bei ihrer Kampagne begleitet.

Drohungen gegen Thunberg und ihre Familie

Auch für Greta Thunberg sind die Anfeindungen belastend. "Der Hass stört mich nicht", sagt sie zwar. "Ich kümmere mich nicht darum, was Menschen über mich sagen." Doch wenn es um physische Drohungen gehe oder ihre Familie angegangen werde, sei es "eine ganz andere Sache". Aufhören kommt für Greta Thunberg jedoch nicht in Frage. Solange Menschen ihr zuhören, möchte sie weiter für das Klima kämpfen. Außerdem gehe es in erster Linie nicht um sie: "Die Leute sollen der Wissenschaft zuhören."

Trotzdem hoffe sie, irgendwann nicht mehr als Aktivistin auftreten zu müssen, sagte sie im Vorfeld der Ausstrahlung: "Das würde bedeuten, dass wir keine Aktivisten mehr brauchen. Aber realistisch betrachtet wird das leider nicht so schnell passieren."

Quellen: "Express" / BBC

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei stern.de.

epp/stern

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