Ein Jahr nach der Entführung: Was wurde aus den nigerianischen Mädchen?

Am 14. April 2014 entführten Boko-Haram-Terroristen fast 300 Mädchen aus einer Schule. Was ist aus den Opfern geworden?

Ihr Schicksal erschütterte die Welt: Am 14. April 2014 stürmten Boko-Haram-Terroristen eine Schule im nordnigerianischen Chibok und entführten 276 Mädchen zwischen 15 und 18 Jahren. Der Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau kündigte an, die Mädchen als Sklavinnen verkaufen oder verheiraten zu wollen.

Unter dem Hashtag #bringbackourgirls forderten rund um den Globus zahlreiche Prominente und Politiker - darunter Michelle Obama, Hillary Clinton und Angelina Jolie - die Rückgabe der Geiseln. Auch auf politischer Ebene wurde gehandelt: Mehrere Staaten sicherten Nigeria militärische Unterstützung zu, US-Präsident Obama entsandte Bodentruppen für die Suche nach den Mädchen.

Mehr als 200 Mädchen sind noch verschwunden

Seitdem sind zwölf Monate vergangen und es ist still geworden um den Fall. Behörden und Militär sind bei der Suche nach den Kindern nicht weitergekommen. 57 Mädchen gelang die Flucht, die übrigen Opfer werden bis heute vermisst.

Auch der neue Präsident Muhammadu Buhari machte anlässlich des Jahrestages wenig Hoffnung auf die Rückkehr der Schülerinnen: "Wir wissen nicht, ob die Mädchen aus Chibok gerettet werden können, ich kann nicht versprechen, dass wir sie finden", sagte er.

Leider zeigt die "Bring back our girls"-Aktion die Begrenztheit eines Hashtag-Aktivismus'. Im Fall der entführten Mädchen wurde zwar eine große Öffentlichkeit mobilisiert, den Opfern selbst nützte das jedoch wenig. Sie befinden sich weiter in der Gewalt der Islamisten, während sich die Internet-Gemeinde anderen Dingen zugewandt hat.

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