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USA "Es definiert dich nicht, du kannst alles werden, was du willst" : Biden spricht stotterndem Mädchen Mut zu

"Es definiert dich nicht": Joe Biden
© Trevor Bexon / Shutterstock
Präsident Joe Biden hat einem neunjährigen Mädchen, das mit Stottern zu kämpfen hat, einige ermutigende Worte mit auf den Weg gegeben und sich in sie eingefühlt, da er selbst ein Leben lang gestottert hat.

Es ist ein Moment, den Jessica Nigrelli und ihre Tochter Avery wohl nie vergessen werden. Nachdem US-Präsident Joe Biden die Thanksgiving-Feiertage in Nantucket, Massachusetts, verbracht hatte und gerade auf dem Rückweg zum Flughafen war, winkte die Familie Nigrelli ihm und seiner an ihnen vorbeifahrenden Wagenkolonne zu. Daraufhin kamen die Autos zum Stehen und Biden kletterte aus einem der Fahrzeuge. Als er auf die Familie zuging, sprach ihn die 9-jährige Avery an.

"Mr. President, ich stottere genauso wie Sie", sagte sie zu Biden. Averys Mutter, Jessica Nigrelli, erzählte "Boston.com", dass Biden in den darauffolgenden zehn Minuten seine ganze Aufmerksamkeit auf Avery richtete. Er legte seine Hände auf ihre Schultern und sah ihr in die Augen sah, während er über sein eigenes Stottern sprach.

"Es definiert dich nicht, du kannst alles werden, was du willst" 

"Er sagte: 'Meine Mutter hat mir gesagt, dass ich stottere, weil sich mein Gehirn schneller bewegt als mein Mund'", so Jessica Nigrelli. Weiterhin habe er gesagt: "Es definiert dich nicht, du kannst alles werden, was du willst." Avery, könne eines Tages Präsidentin werden.

Biden erzählte ihr von den Tricks, die er selbst anwendet, wenn "die Wörter stecken bleiben" und vom Film "The King's Speech", der die Geschichte von König Georg VI. erzählt, der mit einem Sprachtherapeuten zusammenarbeitet, um sein Stottern zu überwinden.

Biden markiert sich Atempausen in seinen Reden, um sein Stottern zu vermeiden

"Ich verspreche dir, dass es weggehen wird, wenn du nur dran bleibst, okay?", sagte Biden zu der Neunjährigen und riet ihr hart an ihrem Stottern zu arbeiten. Außerdem bot er ihr an, ihr eine Kopie einer seiner Reden zu schicken, die er mit Notizen versehen hatte, an welchen Stellen er bremsen und atmen sollte.

Averys Onkel, Rufus Gifford, der stellvertretender Wahlkampfleiter für Bidens Präsidentschaftswahlkampf 2020 war und aktuell auf seine Bestätigung als Protokollchef des US-Außenministeriums wartet, postete ein Video des Treffens von Biden und seiner Nichte auf Twitter.

"Durch das Gespräch mit ihm bin ich viel selbstbewusster geworden"

"Meine wunderbare Nichte und Patentochter Avery hat einen Großteil ihres Lebens mit einem Stottern zu kämpfen gehabt. Ihr wurde gerade von einem Mann, der sich damit auskennt, gesagt, dass sie in dieser Welt alles sein kann, was sie will", so Gifford in seinem Twitter-Post. "Ein Tag, den sie nie vergessen wird", fügte er hinzu. "Thank you sir."

Auch die neunjährige Avery bedankte sich bei Biden in dem Video umarmte ihn. Der US-Präsident lud sie daraufhin ein, zu ihm ins Weiße Haus zu kommen, um ihn im Oval Office zu treffen.

Für Avery war das unerwartete Aufeinandertreffen mit dem US-Präsident eine große Überraschung: "Als er aus seiner Wagenkolonne ausstieg, war ich so überrascht und ich war so glücklich, dass ich ihn traf", sagte sie zu "Boston.com". "Und über sein Stottern zu sprechen, war wirklich gut für mich. Denn wenn ich stottere, ist mir das sehr peinlich. Aber durch das Gespräch mit ihm bin ich viel selbstbewusster geworden, was das Stottern angeht."

Quellen: "CNN", "Boston.com"

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei stern.de.



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