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"Frauen.Leben.Freiheit" So kannst du mit 5 Minuten am Tag die Proteste im Iran unterstützen

"Frauen.Leben.Freiheit": So kannst du mit 5 Minuten am Tag die Proteste im Iran unterstützen
© ASSOCIATED PRESS / Emrah Gurel / Picture Alliance
Der Tod von Mahsa Amini, Polizeigewalt, weltweit Frauen, die sich ihre Haare abschneiden und jetzt der Brand im Evin-Gefängnis – der Kampf um Freiheit ist lebensbedrohlich. Unterstützung von außen ist schwierig. Aber eines können wir tun: Wichtige Informationen in den sozialen Medien verbreiten – wir zeigen euch, warum und wem ihr folgen könnt.

Seit dem 17. September 2022 demonstrieren Menschen in Iran täglich für "Frauen.Leben.Freiheit" – seit dem Tag, an dem die 22-jährige Masha Amini beerdigt wurde. Am 13. September wurde die junge Frau von der Sittenpolizei in Teheran festgenommen, weil sie ihr Kopftuch nicht vorschriftsmäßig getragen haben soll. Drei Tage später war sie tot.

Nach ihr starben laut Menschenrechtsgruppen mindestens weitere 240 Demonstrierende, darunter 32 Minderjährige, so der "Spiegel". Der Aktivist:innengruppe HRANA zufolge wurden über 8.000 Menschen in 111 Städten verhaftet.

Viele der bisher verstorbenen Protestierenden waren noch nicht volljährig

Nika Schakarami ist eine der jüngsten Symbolfiguren der Iran-Proteste. Sie starb wenige Tage vor ihrem 17. Geburtstag – laut ihrer Familie wurde sie erschlagen, so "Die Zeit“. Sarina Esmailzadeh wurde ebenfalls nur 16 Jahre alt. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die sich auf einen Zeugen beruft, wurde sie von Sicherheitskräften mit Schlagstöcken auf den Kopf geschlagen. Hadis Najafi (22) starb durch Schrotkugeln in Gesicht, Hals und Brust. Vier junge Frauen, die erst am Anfang ihres Lebens standen und sich für nichts anderes als die Freiheit einsetzten, ihr Leben selbst bestimmen zu dürfen. Vier Namen von Tausenden, die unter lebensbedrohlichen Umständen für „Frauen.Leben.Freiheit“ demonstrieren.

Um die Informationsverteilung zu stoppen, versucht das Mullah-Regime den Zugang zum Internet einzuschränken, immer wieder kommt es zu Blackouts. Trotzdem schaffen es Bilder und Videos von Frauen ins Netz, die ihre Kopftücher abnehmen und sie bei Demonstrationen verbrennen oder sich ihre Haare abschneiden. Es verbreiten sich Informationen darüber, wie die Protestierenden zu Tode gekommen sind und mit welcher Brutalität die Regierung auf die Demonstrationen antwortet.

Das Feuer im Evin-Gefängnis zeigt die Brutalität des Iran-Regimes

Das Feuer im Evin-Gefängnis wirft das neuste Schlaglicht auf die brutale Gegenwehr des Mullah-Regimes. Das Gefängnis ist bekannt dafür, dass dort Aufsässige und Gegner des Regimes einsitzen, es ist zu vermuten, dass ein Großteil der Protestierenden ebenfalls dort inhaftiert wurde, so die "Süddeutsche Zeitung". Nach offiziellen Angaben kamen mindestens vier Insassen ums Leben, Dutzende weitere Inhaftierte wurden verletzt. Die Gründe für den Brand seien aktuell noch unklar. Das Gefängnis ist bekannt für Misshandlungen und Folter, insbesondere von politischen Gefangenen. Mehrere Staaten fordern jetzt absolute Transparenz der Ereignisse.

Die Protestwelle in Iran habe längst revolutionäre Züge angenommen, so die ZDF-Journalistin Golinah Atai. Diese Welle gilt es zu unterstützen und den Protestierenden vor Ort den Rücken zu stärken. Wie? Indem Informationen geteilt und verbreitet werden. Denn: Diese Proteste greifen das Fundament der Mullah-Herrschaft an, so der Politologe Ali Fathollah-Nejab gegenüber dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Veränderung ist möglich.

5 Minuten am Tag reichen aus, um die Iran-Proteste zu unterstützen

Auf der Plattform TikTok macht die Bloggerin Miriam alias "mental.health.miriam" darauf aufmerksam, wie man die Proteste in Iran aktuell unterstützen kann. Das beste Mittel sei die Verbreitung von Informationen über Soziale Medien – am effektivsten über Twitter. Hintergrund: Die iranische Republik könne zwar das Internet im Land eingrenzen beziehungsweise abschalten, aber alle außerhalb der Landesgrenzen nicht daran hindern, Informationen zu verbreiten und sich zu vernetzen.

Nur fünf Minuten am Tag reichen aus, um relevante Themen, Videos oder Bilder zu teilen und die Menschen mit Likes zu unterstützten, die aktuell am meisten Aufklärungsarbeit leisten. Und wem kann man folgen? Die Journalistinnen und Autorinnen Natalie Amiri, Gilda Sahebi und Golineh Atai liefern valide Informationen und gehören aktuell auf die Follow-Liste. Aber auch die Fernsehjournalistin Isabel Schayani teilt täglich neue Informationen zu der Situation im Iran.

Die Hauptverbreitungsquelle ist bei den vier Frauen Twitter. Es werden Geschichten von Betroffenen geteilt, aktuelle Gefahrenlagen, aber auch kritische Äußerungen zum Umgang der deutschen Politik mit der Situation in Iran. Ausführliche Hintergrundinformationen liefert Golineh Atai unter anderem in ihrem Buch "Iran – die Freiheit ist weiblich".

Verwendete Quellen: zeit.de, spiegel.de, rnd.de, twitter.com, tiktok.com, sueddeutsche.de

Brigitte

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