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"Freedom Day" Ist das Ende der Corona-Beschränkungen schon in Sicht?

Noch sind die Masken an den Schulen Pflicht.
Noch sind die Masken an den Schulen Pflicht.
© Volurol / Shutterstock
Könnte der "Freedom Day" jetzt endlich das Ende der Pandemie einleiten? Der Vorschlag von KBV-Chef Andreas Gassen, an einem bestimmten Stichtag alle Corona-Einschränkungen fallen zulassen, stößt allerdings eher auf Kritik.

Im ZDF sprach sich der KBV-Chef Andreas Gassen jetzt für einen fixen Zeitpunkt aus, an dem die Corona-Maßnahmen enden sollen – den sogenannten "Freedom Day". Er schlug vor, dass der Tag etwa sechs bis sieben Wochen nach dem Ausruf des "Freedom Days" liegen sollten. Am besten noch in diesem Herbst.

KBV-Chef Andreas Gassen fordert mit dem "Freedom Day" ein Ende der Corona-Beschränkungen

"Man muss ausreichend Vorlauf geben, damit die Menschen Impftermine vereinbaren und sich zweimal impfen lassen können", sagte er. Seiner Meinung nach könnte die Ankündigung, dass es keine Einschränkungen mehr gebe, die Menschen zum Impfen motivieren.

"Freedom Day" – ein großer Begriff, der zumindest einen kleinen Lichtblick am Ende des Tunnels bietet, ein bisschen Hoffnung, die wir im Moment alle gut gebrauchen können. Nur realistisch scheint dieser spezielle Tag so zeitnah leider nicht zu sein.

Jens Spahn geht von einer Rückkehr zur Normalität im Frühjahr 2022 aus

Gesundheitsminister Jens Spahn sagte erst kürzlich, dass er davon ausgehe, dass im Frühjahr 2022 wieder Normalität eintreten würde. Allerdings mit der Einschränkung, dass dies nur möglich sei, wenn nicht noch eine Virusvariante auftauche, die alles wieder über den Haufen wirft.

Von diesem Zeitraum geht auch der Lehrerverband aus. Bis zum Frühjahr 2022 rechnen sie noch mit Einschränkungen an den Schulen – dazu gehören Masken, Tests und Abstandsregeln. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagte etwa so etwas wie ein "Freedom Day" für Schulen sei frühestens ab Februar 2022 möglich.

Nicht so schnell umzusetzen: Starke Kritik gegen den "Freedom Day"

Der Vorsitzende des Bildungswerkes VBE, Udo Beckmann, sagte der Nachrichtenagentur DPA laut "Zeit", dass an einen Schulalltag wie vor der Pandemie weiter nicht zu denken sei. "Dafür nehmen das Testen, Abstand halten und die Unterbrechung durch das ständige Lüften weiter viel Platz ein."

Die "Freedom Day"-Idee stößt auf einige Kritik. Kanzleramtschef Helge Braun lehnte die Forderung von Gassen ab. Der Nachrichtenagentur "Reuters“ sagte er laut "Tagesschau": "Von einem 'Freedom Day' im Herbst […] halte ich derzeit nicht viel. Denn es kann gut sein, dass es noch eine weitere Welle geben wird."

Karl Lauterbach spricht sich für eine Impfquote als Ziel aus

Auch aus den Parteien kommen keine hoffnungsvollen Worte auf einen baldigen "Freedom Day". SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte den Ansatz, "einfach mal auszutesten, was unser Gesundheitssystem aushält, wie viele Patienten auch intensiv behandelt werden können."

Seiner Meinung nach sei die Hoffnung "unrealistisch", nur durch die Ankündigung eines "Freedom Days" die Menschen zum Impfen zu motivieren. Er schlug wiederum eine neue Idee vor: Es sollte eher das Ziel sein, dass eine Impfquote von 85 Prozent der erwachsenen Bevölkerung erreicht werde, um dann Lockerungen anzukündigen. Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sprach beim NDR sogar von Zynismus.

Der "Freedom Day" bleibt also zunächst eine Idee, die aktuell noch nicht umsetzbar ist. Das kommende Frühjahr ist bei einigen Experten deutlich häufiger gefallen, ein kleiner Ankerpunkt, an den man erstmal seine Hoffnung knüpfen kann.

Verwendete Quellen: Tagesschau.de, zeit.de, aerztezeitung.de

slr Brigitte

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