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"Für Arschlöcher überall" Jacinda Ardern: So wurde eine Beleidigung zu einer 100.000 Dollar-Spende

Jacinda Ardern
Jacinda Ardern
© Poolfoto / Christian Gilles / imago images
Ist das ein kleines Weihnachtswunder? Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern hat zusammen mit dem Chef der Oppositionspartei 100.000 Neuseeländische Dollar für eine Kopie des Sitzungsprotokolls ersteigert und gespendet. Der Grund? Ardern hatte ihn als "arroganten Arsch" bezeichnet, was im Protokoll aufgenommen wurde. Eine Beleidigung, die sich jetzt lohnt.

Vorsicht bei eingeschalteten Mikrofonen. Da ist vielen Politiker:innen, aber auch anderen Menschen mit Mikrofonen vor der Nase, schon einmal etwas rausgerutscht, was nicht für mehr Ohren als den zweien des:der Sitznachbar:in – oder die eigenen – bestimmt war. US-Präsident Joe Biden hat sich auf diese Weise bereits die ein oder andere Peinlichkeit geleistet. Im Januar hatte er einen Reporter von Fox News als "dummen Scheißkerl" beschimpft – bei laufendem Mikrofon. Im Original sagte er: "What a stupid son of a bitch."

Jacinda Ardern beleidigt Politiker bei offenem Mikrofon

Dieser Fauxpas passierte nun auch der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern während einer Parlamentsdebatte. Ardern gilt eigentlich als rhetorisch makellos. Wenn nicht alle zuhören, dann fällt die makellose Wortwahl jedoch auch bei Ardern manchmal hinten über. In der vergangenen Woche war ihr Mikro noch offen, als sie nach einer Reihe von Fragen von David Seymour, dem Vorsitzenden der rechtsliberalen neuseeländischen ACT-Partei, murmelte: "He´s such an arrogant prick." Übersetzt heißt das: "Er ist so ein arroganter Arsch."

Das hörte man nun leider laut und deutlich. Seymour forderte eine formelle Entschuldigung und die Bemerkung wurde im offiziellen Protokoll aufgenommen. Zu dem Zeitpunkt der Forderung hatte Ardern die Kammer bereits verlassen und entschuldigte sich später via Textnachricht bei dem Politiker. Trotzdem stehe sie zu all ihren Äußerungen – "Beleidigung und Entschuldigung" – scherzte sie später im Parlament.

Die Aufnahme ihres Fauxpas verbreitete sich und sorgte für Heiterkeit

Die Aufnahme von Arderns Ausrutscher verbreitete sich schnell im Internet und sorgte in der Vorweihnachtszeit für allgemeine Heiterkeit. Inhaltlich sind sich Ardern und Seymour zwar überhaupt nicht einig, trotzdem taten sie sich für den guten Zweck zusammen. Sie signierten eine Kopie des parlamentarischen Protokolls und versteigerten diese über eine Online-Auktion.

Über Facebook äußerte sich Ardern mit den Worten: "Ich kann nicht sagen, dass ich damit gerechnet habe." Ein Fauxpas "mit dem alten Mikrofon im Parlament" habe sich in 100.000 Dollar verwandelt. "Mein Dank geht an David, dass er kein Spielverderber ist." Sämtliche Gelder würden an die Prostata Cancer Foundation für die Prostatakrebsforschung gehen, hieß es. Und weiter: "Für Arschlöcher überall."

Verwendete Quellen: rnd.de, tagesschau.de, facebook.com, instagram.com

slr Brigitte

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