Die Frauenquote ist da!

Es ist so weit: Die Frauenquote für Aufsichtsräte wurde vom Bundestag per Gesetz verabschiedet und gilt verbindlich ab 2016.

Es war ein Streit, der Jahre dauerte. Beim Thema Frauenquote kochen die Emotionen der Politiker sehr schnell hoch. Für die einen ist es ein Pseudoinstrument, "das nicht funktioniert" (Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP). Für die anderen ein "Meilenstein für die Gleichberechtigung" (Katrin Göring-Eckhardt, Grüne).

Lange stritten auch die Mitglieder der Großen Koalition um die Frauenquote und einen Kompromiss. Die SPD wollte sie unbedingt, die CDU-/CSU-Fraktion tat sich schwer und zoffte sich intern heftig über die Quotenregelung. Ursula von der Leyen, bekannt als Quoten-Fan, wurde zwischenzeitlich von Parteikollegen sogar der Rücktritt nahegelegt.

Doch nun können sich die Kritiker endlich beruhigen. Denn seit dem 6. März ist die Frauenquote für Aufsichtsräte im Gesetz verankert. Der Bundestag hat das entsprechende Gesetz mit den Stimmen von Union und SPD verabschiedet. Grüne und Linke enthielten sich.

Frauenquote - das gilt ab 2016

Die Frauenquote gilt ab 2016 und nur für große Unternehmen. Betroffen von der Neuregelung sind rund 100 börsennotierte und mitbestimmungspflichtige Unternehmen, die künftig in den Aufsichtsräten einen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent aufweisen müssen.

3500 weitere Unternehmen müssen sich außerdem verbindliche Ziele setzen, wie sie den Anteil an Führungsfrauen erhöhen wollen.

Aktuell beträgt der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der 200 größten Unternehmen 18,4 Prozent, laut dem Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Die Regierung feiert das neue Gesetz

Für Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) ist die Frauenquote ein "historischer Schritt" zur Durchsetzung der Gleichberechtigung. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) nannte die Frauenquote den "größten Beitrag zur Gleichberechtigung seit Einführung des Frauenwahlrechtes". Nach der politischen Macht bekämen Frauen "endlich auch einen fairen Anteil an der wirtschaftlichen Macht."

Auch Linke und Grüne freuten sich, allerdings geht ihnen die beschlossene Quote nicht weit genug. Katrin Göring-Eckardt sprach von einer "Quote light", Caren Lay von den Linken vom "Frauenquötchen". Sie hatten einen Frauenanteil von 50 Prozent gefordert.

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