Dieses tolle Fotoprojekt würdigt Frauen, die es bald nicht mehr geben wird

Früher sah man sie auch noch bei uns: Frauen in Kittelschürze, die ihr Tagwerk verrichteten. Ein Fotoprojekt will diese heimlichen Matriarchinnen nun vor dem Vergessen bewahren.

Sie war die Matriarchin in einer patriarchalen Gesellschaft

Vor ein paar Jahren noch sah man sie auch bei uns in den Dörfern, beim Jäten der Gemüsebeete oder mit schweren Einkaufstaschen bepackt beim Schwätzchen: Frauen in eigenwillig gemusterten Kittelschürzen, die sich zäh, unbeirrbar und klaglos um Familie, Haus und Hof kümmerten – und die sich dabei selbst aus dem Blick verloren. 

Weil Gesellschaft und Frauenbilder einem ständigen Wandel unterworfen sind, verschwinden diese Frauen fast unmerklich aus unserer Welt. Um ihnen eine Stimme und die Würdigung zu geben, die sie verdienen, widmet sich jetzt die spanische Künstlerin Lucia Herrero mit ihrem wundervollen Fotoprojekt "La Bata" dieser Spezies: 

Sie war die Matriarchin in einer streng patriarchal organisierten Gesellschaft. Ihre Daseinsberechtigung lag darin, sich um die Familie zu kümmern. Sie selbst hatte kaum Gelegenheit, auch nur über eigene Träume nachzudenken.

Die Frau in der Kittelschürze stand für harte Arbeit, Selbstaufgabe und Fürsorge und wurde weder gesehen noch angemessen geschätzt, findet Herrero. Das will sie mit ihren Fotos ändern, mit denen sie gleichzeitig Geschlechterfragen und soziopolitische Veränderungen verhandelt. "Diese Art von Frau ist vom Aussterben bedroht, genau wie das Kleidungsstück, das sie trägt. In meiner Kultur, Europa, ist sie die letzte Generation", sagt sie. Auf Spanisch heißt Kittelschürze "La Bata".

Herrero macht ganz normale Menschen zu den Stars ihres eigenen Lebens

Herrero reist durch die Lande, um die Frauen in ihren Dörfern abzulichten, inszeniert sie humorvoll und spielerisch. Ihre Herangehensweise nennt die Fotografin "magische Anthropologie": Sie überhöht das alltägliche Leben und hebt es auf eine imaginäre Bühne.

Ich mag es, der Normalität den roten Teppich auszurollen und die Menschen zu Stars ihres eigenen Lebens zu machen.

Herrero möchte diese Frauen, die sich durch "Stärke und Zuneigung" auszeichnen, endlich ins verdiente Rampenlicht stellen. Wer selbst noch so eine Oma hatte, weiß genau, wovon sie spricht. 

Um ihr Projekt weiterführen zu können, benötigt die Künstlerin und alleinerziehende Mutter finanzielle Unterstützung. Wer ihre Arbeit fördern möchte, kann noch bis 28. November 2019 bei Kickstarter spenden! Ab einem Beitrag von 20 Euro gibt es Give-aways in Form von signierten Postkarten, Kalendern oder Notizbüchern.  

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