"Mama, ich will zu Papa!"

Erst hat Karin*, 38, ihren Mann an eine Jüngere verloren. Dann zog ihre Tochter zum Vater. Was fühlt eine Mutter, die ihr Kind gehen lassen muss?

Plötzlich war es ruhig. Kein Getrappel, kein Türenklappen. Das machte mich stutzig. Ich rannte in Larissas Zimmer. Ihr Bett war unberührt, die Kuscheltiere saßen artig aufgereiht. Nur ihr Liebling, ein alter zerknautschter Bär, fehlte. Auch ihr Ranzen, ein paar Pullis, Hosen und die schwarzen Schuhe waren weg. Zuvor hatten wir zusammen gegessen: Larissa, meine Große, Paul, mein Kleiner, und ich. Leider hatten wir, wie so oft in letzter Zeit, gestritten. Dann war ich kurz in den Keller gegangen.

"Sie ist bei mir", sagte mein Ex-Mann später am Telefon. "Ich habe sie abgeholt. Sie hat es nicht mehr ausgehalten. Jetzt bleibt sie endgültig hier." Ich konnte kaum noch atmen. Es ging doch in letzter Zeit wieder ganz gut mit uns beiden, mit Larissa und mir. Warum jetzt diese Flucht?

Seit Monaten hatte ich um meine Tochter gekämpft. Hatte versucht, mit ihr zu reden, auch mit ihrem Vater. Wollte ihn überzeugen, dass eine Elfjährige zu Mutter und Bruder gehört. Sogar das Gericht war auf meiner Seite. Vergeblich. Meine Tochter sagte immer wieder: "Ich will zu Papa!"

Das wollte ich nicht wahrhaben. Schließlich bin ich doch ihre Mutter. Alle Kinder von geschiedenen Eltern leben bei ihren Müttern. Und es gibt festgelegte Besuchszeiten. Die Wochenenden für ihn, die Wochentage für mich. Manchmal blieb Larissa länger als verabredet bei meinem Ex-Mann. Wenn sie zurückkam, war sie bockig, beschimpfte oder ignorierte mich. Sie wollte am liebsten immer gleich wieder zurück.

Dabei hat sie ihren Vater gar nicht für sich. Mein Mann hat eine neue Frau mit drei kleinen Kindern. Jünger als unsere beiden. "Du glaubst doch nicht etwa, dass ich jetzt, wo unsere aus dem Gröbsten raus sind, noch mal von vorn anfangen will", hatte er gesagt, als er aus der Kur kam und von einer neuen Bekannten erzählte. Nicht mal rot geworden ist er dabei. Ich habe ihm geglaubt, obwohl diese Bekannte dauernd bei uns anrief. Später habe ich dann E-Mails und Handyrechnungen gefunden. Da war er gerade eine Woche bei seinen Eltern. In Wirklichkeit traf er die neue Frau mit ihren drei kleinen Kindern. Larissa war auch dabei. Als Pfand? Als Alibi? Was fühlt ein Kind, wenn sein Vater eine fremde Frau küsst?

Als er zurück war, haben wir gestritten, laut und ergebnislos. Wie immer seit 14 Jahren. Er hat alles geleugnet. Und dann seine Sachen gepackt. Wie immer. Nur mit dem Unterschied, dass er diesmal tatsächlich nicht zurückkam. Und ich auch Larissa nicht hinterherschickte, um ihn zurückzuholen. Sollte er doch endlich gehen. Über die Folgen habe ich in dem Moment nicht nachgedacht. Als ich Larissa von ihrer Freundin, bei der sie zum Spielen war, holen wollte, wusste sie über unsere Trennung schon Bescheid. Mein Mann hatte sie angerufen. Sie war völlig aufgelöst und wollte auf keinen Fall mit mir kommen, sondern nur zu ihrem Papa. Ich habe sie ins Auto gepackt und bin nach Hause gefahren.

* alle Namen von der Redaktion geändert

In dieser Nacht lag ich wach, starr vor Schmerz, und fragte mich, wie viel Verletzung man eigentlich ertragen kann. Warum gibt es niemanden, der das Schlimmste verhindert? Der eingreift, bevor das Herz aussetzt. Vom Mann betrogen, vom eigenen Kind zurückgewiesen. Fast wie in einem schlechten Roman.

Am nächsten Morgen dachte ich: Sie wird sich beruhigen. Schließlich war sie schon immer ein Mamakind. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie eine Elfjährige ohne ihre Mutter zurechtkommt.

Sie tat so, als ob sie es könnte. Ihr Blick ging durch mich hindurch. Meine kleine Larissa, schmal und blass, die Haare zum Pagenkopf geschnitten. Als Baby war sie häufig krank gewesen. Nachts habe ich sie stundenlang durch die Wohnung getragen, weil sie so geweint hat. Mein Mann war wegen seines Jobs als Fernfahrer höchstens am Wochenende zu Hause.

Später war sie ein zartes blondes Mädchen und saß lieber auf meinem Schoß, als mit anderen Kindern herumzutollen. Und jetzt? Ich durfte sie nicht mal mehr in den Arm nehmen, sie wehrte sich mit Händen und Füßen, schrie: "Wenn ich nicht zu Papa darf, dann geh ich ins Heim." Ich brüllte zurück. Und für einen winzigen Augenblick war in meinem Kopf dieser Gedanke, der bei einer Mutter nichts verloren hat: Dann geh doch.

Ein paar Tage später zog Larissa zu ihrem Vater und seiner Familie. Zwei Wochen zur Probe, hatten wir ausgemacht. Im Haus war es still. Zu still. Manchmal fragte ich mich, warum ich eigentlich weiterleben sollte. Zum Glück riss mich Paul, mein sechsjähriger Sohn, mit seinem Lachen immer wieder aus der größten Verzweiflung. Er ist ganz anders als Larissa. Viel robuster, viel unbekümmerter. Er zeigt mir seine Liebe noch offen.

Also habe ich weitergemacht. Und immer wieder über die Ursache der Katastrophe nachgedacht. Weihnachten vor acht Jahren fällt mir ein. Mein Mann und ich hatten uns gestritten, danach wollte er verschwinden. Tat es nur nicht, weil ich sagte: "Das kannst du dem Kind nicht antun." Daraufhin nahm er Larissa und fuhr mit ihr in die Stadt. Dort durfte sie sich das größte und teuerste Spielzeug aussuchen, das es überhaupt gab: einen hässlichen Spielzeugroboter. Larissa war überglücklich. Die Welt wieder in Ordnung, so einfach ging das. Nur ich war tief verletzt. Warum hatte er sich nicht bei mir entschuldigt? "Er hat sie sich gekauft", dachte ich. Vielleicht der Beginn einer Abhängigkeit.

Seine Methode funktionierte immer wieder. Meistens waren die Geschenke verbunden mit der Drohung "Wenn du dich nicht schön bedankst, kriegst du nie wieder etwas" oder auch ". . . dann kommt Papa nicht mehr nach Hause". Sie hat es geglaubt. Ein Kind von vier, fünf Jahren kann einfach nicht unterscheiden, ob der Vater des Jobs wegen nicht heimkommt oder weil er der Tochter böse ist.

So hat er ihr früh und in kleinen Dosen beigebracht, dass sie daran schuld sein könnte, wenn er eines Tages nicht mehr da ist. Ahnungslos, wie ich war, habe ich das Spiel mitgespielt. Es hieß: Wer ist für Larissa wichtiger? Jeder kleine Sieg ein Triumph. Er punktete mit Geschenken und emotionalen Ausbrüchen. Und ich? Ich weiß es nicht. Aber wie oft habe ich Larissa hinterhergeschickt, um ihn zurückzuholen, wenn er nach einem Streit mal wieder gehen wollte. So ist wohl für sie der Eindruck entstanden: "Die Mama schickt den Papa weg. Und ich muss mich um ihn kümmern, sonst kommt er nicht wieder." Zu viel Verantwortung für eine Kinderseele. Warum war mir das nicht früher aufgefallen?

Die zwei Probewochen endeten in einem Fiasko. Larissa kam in der Schule nicht mehr mit, mein Ex-Mann war total überfordert. Ich bekam mein Kind wieder. Mein Kind? Larissa war verändert. Wenn sie etwas sagte, glaubte ich, ihren Vater sprechen zu hören. Sie spielte nicht mehr, sie lachte nicht mehr. Ihr Bruder Paul war ihr egal. Sie hockte nur in ihrem Zimmer und telefonierte mit Papa.

Mit ihrem Vater einigte ich mich, mal wieder, auf feste Besuchszeiten. Ertrug alle ihre Wutausbrüche. Manchmal schaffte ich es, Larissas Panzer aus Aggression ein bisschen durchlässig zu machen. Ich kochte ihr Lieblingsessen, versuchte mit ihr zu reden. Drückte sie an mich, obwohl sie mich kratzte und biss. Ich konnte ihre Angst fühlen, ihre Verzweiflung, die sie selbst kaum in Worte fassen konnte. Sie wollte ihren Papa nicht verlieren. Am liebsten hätte sie ihn für sich allein. Dafür riskierte sie sogar meine Liebe.

Und dann verschwand sie plötzlich und zog samt Kuscheltier zu ihrem Vater, der sich nicht die geringste Mühe machte, mir das wenigstens einigermaßen schonend beizubringen. Die beiden hatten entschieden. Punkt. Nach einer durchwachten Nacht fuhr ich am nächsten Tag zu Larissas Schule. Ich wollte mit ihr reden, sie in den Arm nehmen. Ich wollte sie wiederhaben!

Mit ihrer Reaktion hatte ich nicht gerechnet. "Ich hasse dich!", schrie sie. "Ich will dich nie wieder sehen!" Ihr kleines Gesicht war wutverzerrt, in ihren Augen standen Tränen. Ich wollte sie festhalten, doch sie riss sich los und rannte weg. Auf den Schulhof, zwischen die anderen Kinder, die lärmten und lachten und Gummitwist spielten.

Ich war wie betäubt, setzte mich ins Auto, klappte die Tür hinter mir zu. Aus, vorbei, alles vorbei, dachte ich. Wie ich an diesem Tag nach Hause kam, daran erinnere ich mich nicht. Nur an eine große Leere. In meinem Kopf, in meinem Herzen. Meine Freunde redeten mir zu. Halt durch. Das wird schon wieder. Versuch, das Beste draus zu machen. Ich wollte nicht mehr. Konnte mir auch überhaupt nicht vorstellen, wie der nächste Tag aussehen sollte. So ging das wochenlang. Ich weiß nicht, wie ich den Alltag, der keiner mehr war, hinbekommen habe. Ich glaube, meine Freundinnen haben mir das meiste abgenommen.

Irgendwann kam die Wende. Vielleicht war es der Motorradausflug mit Maximilian, einem alten Bekannten. Als mir der Wind die Haare zerzauste und die Sonne den Rücken wärmte. Plötzlich dachte ich: "Wenn du sie liebst, dann lass sie gehen. Du hast kein Recht, Larissa gegen ihren Willen festzuhalten. Sie muss ihre eigenen Erfahrungen machen. Egal, was passiert. Auch wenn sie dich zurückweist." Seither versuche ich, mein Kind loszulassen. Ein komischer Ausdruck. Man sagt ihn so leicht dahin. Und sofort kommt auch das schlechte Gewissen und schreit: "Rabenmutter! Warum holst du sie nicht einfach zurück?"

"Weil ich sie liebe", antworte ich mir. Auch Kinder haben ein Recht darauf, zu sagen, was sie mögen und was nicht. Sie hat sich entschieden. Okay. Sie hat große Angst um ihren Vater. Die kann ich ihr nicht nehmen. Aber sie soll sich nicht entscheiden müssen zwischen ihm und mir. Und sie muss sich auch nicht entscheiden, weil ich immer für sie da sein werde, egal, was passiert. Natürlich hat sie mir wahnsinnig weh getan, aber das ist fast vergessen. Sie kann nichts dafür. Sie ist erst elf. Ich hätte sehr viel früher die Beziehung zu meinem Mann klären müssen. Und ich hätte sie aus meinen Beziehungsproblemen raushalten sollen. Dann wäre es vielleicht nicht so weit gekommen. Ich bin sicher, sie liebt mich. Nur kann sie es im Moment nicht zeigen.

PS: Larissa hat mich angerufen. Sie will mit Paul und mir in den Urlaub fahren. Ich soll sie abholen kommen.

Interview mit dem Kinderarzt Remo H. Largo

Alles falsch gemacht? Wenn ein Kind beim Vater leben will, bleibt bei der Mutter eine dunkle Leere. Dabei kann eine Trennung auch Vorteile haben, sagt der Schweizer Kinderarzt und Buchautor Remo H. Largo.

BRIGITTE: Habe ich als Mutter versagt, wenn mein Kind nicht mehr bei mir, sondern bei meinem Ex-Mann leben will?

Remo H. Largo: Nein. Obwohl das wahrscheinlich jede Mutter in so einer Situation denkt. Dabei kann die Reaktion des Kindes ganz normal sein. In der Pubertät lösen sich die Kinder von ihren Eltern. Das geschieht auch in der vollständigen Familie. In einer Scheidungsfamilie aber, wenn sich das Kind von der Mutter ab- und dem Vater zuwendet, wird das ganz anders empfunden.

BRIGITTE: Was ist mit Kindern, die noch nicht in der Pubertät sind?

Remo H. Largo: Es ist schwierig, da den Trennstrich zu ziehen. Die Pubertät beginnt bei manchen schon sehr früh, einige sind mit 13 Jahren schon erwachsen, bei anderen fängt da das Erwachsenwerden erst an. Die relevante Frage ist deshalb: Wie gut werden die Grundbedürfnisse des Kindes befriedigt? Wird es ausreichend ernährt, fühlt es sich geborgen und beschützt, bekommt es genug Zuwendung? Wenn das Leben bei der Mutter die Bedürfnisse abdeckt - ich spreche nun von einem kleineren Kind und nicht von einem Pubertierenden -, dann wird das Kind die Mutter nicht verlassen.

BRIGITTE: Wie reagiert man als Mutter, wenn das eigene Kind gehen will?

Remo H. Largo: Man muss klären, welche Gründe dahinter stecken. Dafür müssen sich die Eltern auch das nichtfamiliäre Umfeld anschauen. Sie müssen sich fragen: Stimmt etwas nicht in der Lebenssituation des Kindes? Wird es vielleicht von den Klassenkameraden gehänselt und will nur zum Vater, um auf eine andere Schule zu kommen?

BRIGITTE: Das heißt, es geht nicht nur um die Mutter oder um den Vater?

Remo H. Largo: Es geht immer um die gesamte Lebenssituation des Kindes. Meine Erfahrung ist, dass es sehr viel braucht, bis ein Kind sein Beziehungsnetz aufgibt.

BRIGITTE: Soll ein Kind überhaupt entscheiden dürfen, bei wem es leben mag?

Remo H. Largo: Kommt es zur Scheidung, müssen die Kinder in jedem Fall in die Entscheidung einbezogen werden. Nur so fühlen sie sich ernst genommen und können mit den Veränderungen umgehen. Das heißt aber nicht, dass die Meinung des Kindes bestimmend sein soll, denn Kinder können ihre Lebenssituation nicht übersehen und wissen nicht, welche Konsequenzen eine bestimmte Entscheidung hat.

BRIGITTE: Etwa die, dass der entspannte Feierabend- Vater nach dem Umzug zum gestressten Alltagsvater werden kann?

Remo H. Largo: Zum Beispiel. Das Kind hat den Vater nur als Feierabend-Vater in Erinnerung. Was es aber heißt, mit ihm im Alltag zu leben, das ist etwas völlig anderes. Vielleicht auch etwas, was es gar nicht will.

BRIGITTE: Wäre Probewohnen sinnvoll?

Remo H. Largo: Ja, das denke ich schon. In dieser Probezeit erlebt das Kind die Realität. Gut fürs Ausprobieren sind die Schulferien. Dann fällt das Kind nicht aus seinem normalen Alltag raus und erlebt trotzdem, wie ein gemeinsames Leben mit dem Vater aussieht.

BRIGITTE: Damit so etwas klappt, müssen die Eltern miteinander reden, muss der Umgang fair sein. Was aber, wenn der Vater das Kind unter Druck setzt, es mit Geschenken lockt oder mit der Aussage: "Wenn du nicht ganz zu mir kommst, brauchst du gar nicht mehr zu kommen!"

Remo H. Largo: Dann ist das Kind zum Spielball der Eltern geworden. Das ist keine gute Situation, weil es nicht mehr um die Interessen des Kindes geht. Das Problem ist, dass man so etwas weder dem Vater noch der Mutter so leicht ausreden kann. Ich würde in diesem Fall eine dritte Person einschalten, die zwischen den Eltern vermitteln soll.

BRIGITTE: Und dann müsste die Frage lauten: Was ist im Interesse des Kindes?

Remo H. Largo: Ja. Übrigens kann sich der Vater mit seiner Strategie auch ganz schön verrechnen. Was, wenn es das Kind später so macht wie er jetzt? Es kann ihn unter Druck setzen und mit dem Rückzug zur Mutter drohen.

BRIGITTE: In Deutschland wachsen die meisten Kinder getrennter Eltern bei ihren Müttern auf. Wenn sich nun das Kind bewusst für den Vater und gegen die Mutter entscheidet, wird schnell getuschelt bis hin zum Vorwurf: Die ist eine Rabenmutter! Wie geht man damit um?

Remo H. Largo: Leider gibt es diesen Vorwurf immer noch. Wenn aber die Mutter aus Angst um ihren guten Ruf das Kind zurückhält, dient es weder ihr noch dem Kind. Dass ihr Image in der Öffentlichkeit Schaden nimmt, sollte nicht bestimmend sein.

BRIGITTE: Ich soll nicht um mein Kind kämpfen?

Remo H. Largo: Das kommt auf die Situation und die Gründe an, die das Kind zum Auszug bewegen. Auf jeden Fall sollten Sie keine Kompromisse eingehen, nicht plötzlich deutlich mehr erlauben oder das Kind mit Geschenken überhäufen. Sie können ein Kind nicht kaufen. Wenn Sie Ihre Aufgabe als Mutter gut gemacht haben, dann kommt das Kind eines Tages zurück. Nicht unbedingt in dem Sinn, dass es wieder bei Ihnen einzieht. Aber im emotionalen Sinn.

BRIGITTE: Wann sollte eine Mutter ihr Kind freigeben, es beim Vater leben lassen?

Remo H. Largo: Wenn sich Mutter und Kind ineinander verhakt haben und nicht mehr miteinander auskommen - was übrigens auch in vollständigen Familien in der Pubertät vorkommt. Als Mutter darf ich mir dann sagen: Das ist nicht nur mein Versagen. Natürlich ist das schwierig. Und ich denke, dass die wenigsten Mütter es allein schaffen. Sie brauchen jemanden zum Reden, eine Psychologin oder eine gute Freundin.

BRIGITTE: Was kann ich als Freundin für die verlassene Mutter tun?

Remo H. Largo: Das Mutterbild, das diese Frau von sich hat, etwas gerade rücken. Die Mutter denkt in so einer Situation meist: Ich habe alles falsch gemacht. Als Freundin kann ich sie daran erinnern, was sie alles gut gemacht hat: Sie hat ihrem Kind vielleicht bei Schulproblemen geholfen hat oder beim letzten Freundschaftskummer getröstet. Wenn man sich das anschaut, wird klar: Das Verhalten des Kindes ist nicht allein ein Resultat des Verhaltens der Mutter.

Protokoll: Ulrike Hilgenberg Interview: Madlen Ottenschläger Fotos: Photocase.de, Christian Scholz BRIGITTE Heft 15/2007

Wer hier schreibt:

Madlen Ottenschläger
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