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#NoMakeupChallenge Wieso uns der Lockdown zu mehr Selbstbewusstsein verholfen hat

#NoMakeupChallenge: Frau ungeschminkt
© zhukovvvlad / Shutterstock
Die #NoMakeupChallenge macht sichtbar, was wir seit dem Lockdown bereits täglich praktizieren: Frauen lassen das Make-up mal weg. Und zeigen sich ungeschminkt. Woher kommt das neue Selbstbewusstsein?

Es ist immer wieder verwunderlich, wie schnell sich das Leben verändern kann – und wie anpassungsfähig Lebewesen doch sind. Innerhalb eines halben Jahres hat ein Virus, dessen Existenz uns vorher völlig fremd war, den Alltag der Menschen weltweit komplett verändert. Noch vor wenigen Monaten konnten wir uns kaum vorstellen, dass wir einmal angehalten sein würden, unsere Kontakte einzuschränken, zu Hause zu bleiben und im Supermarkt um Klopapier zu bangen. Nun scheint der erste Sturm des Coronavirus zwar vorbei – doch die Pandemie ist es nicht. Und mit ihr hat sich klammheimlich nicht nur unser Sozialverhalten, sondern auch unser Selbstbewusstsein verändert. 

Ja, wirklich – denn das ist einer der positiven Effekte der Coronakrise, der sich gerade im Internet durch die #NoMakeupChallenge sichtbar macht. Innerhalb der letzten Monate sind wir ihnen bereits auf dem Weg zum Supermarkt begegnet, haben stumme Blicke des Verständnisses und Zusammenhalts ausgetauscht: Ungeschminkte Frauen in Jogginghosen. 

#NoMakeupChallenge: Ungeschminktheit in die Welt tragen

In Zeiten, in denen wir von zu Hause gearbeitet und die vier Wände nur zum Einkaufen verlassen haben, haben wir uns abgewöhnt, uns zu schminken. Wozu auch? Für die ersten Video-Konferenzen legte man noch Puder auf, bis auch die Vorgesetzten völlig ungeschminkt auftraten und wir gemeinsam alle Make-up-Hüllen fallen ließen. Und das ist toll – denn es wird sich auch zukünftig auf unser Auftreten auswirken.

Unter dem Hashtag #NoMakeupChallenge sammeln sich auf Instagram mittlerweile über 91.000 Beiträge. Und es werden täglich mehr. Denn zu Hause ist es dank der letzten Wochen schon lange keine "Challenge" mehr, ungeschminkt zu sein – jetzt soll es auch im Internet keine mehr sein. Bis jetzt haben wir unser natürliches Ich meist nur engen Freunden, der Familie und Supermarktkassierer*in präsentiert. Nun zeigen wir es auch der Öffentlichkeit. Und das ist eine gute Entwicklung!

Tschüss Make-up, hallo Selbstbewusstsein!

Selten bin ich so vielen ungeschminkten Frauen begegnet wie in den letzten Monaten. Und selten habe ich mich selbst wohler in meiner eigenen Haut gefühlt (die mir die puderfreie Zeit ebenfalls dankt). Während sich viele Frauen früher ohne Schminke kaum aus dem Haus trauten, ertappen sie sich heute dabei, das Make-up schlichtweg zu vergessen. Und auch der gespiegelte Blick im Schaufenster jagt uns keinen Schrecken mehr ein – nein, er gefällt uns. So haben wir uns still und heimlich nicht nur an die neue Lebenssituation, sondern auch an unser ungeschminktes Ich gewöhnt. Und dieses Selbstbewusstsein sollten wir unbedingt beibehalten!


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