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Warum ist es plötzlich so warm?

Warum ist es plötzlich so warm?
© Jagoush/shutterstock
Statt Regen und Sturm bringt der November Rekordtemperaturen und originelle Wortschöpfungen wie "Sommvember" und "Herbstling" mit sich. Warum ist das so?

Ein Wochenende voller Frühlingsgefühle

23,8 Grad! Am wärmsten war es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) am Samstag im baden-württembergischen Emmendingen – mit den höchsten Temperaturen, die dort je im November gemessen wurden.

Wieviel Grad wären jetzt normal?

Normalerweise ist es im November im Schnitt fünf Grad kälter, sagt DWD-Meteorologe Christoph Hartmann.

Woran liegt’s?

In den letzten Tagen war eine Inversionslage dafür verantwortlich, dass es sogar in höheren Lagen warm wurde. Dabei schiebt sich die warme, trockene Luft eines Hochdruckgebiets über kühlere Luft. Gleichzeitig bringt Hoch "Ulrike" laue Luft aus Nordafrika mit.

Welche Folgen hat die Wärme?

Für die Natur sind keine größeren Folgen zu erwarten. "Die Vegetationsperiode ist schon abgeschlossen", sagt WDR-Wetterexperte Dennis Dalter. Die könnte aber früher wieder beginnen, wenn es so mild bleibt: "Dann gibt es schon Ende Dezember die ersten Pollen." Und vergangenen Dienstag hat es auf dem Brocken gebrannt - vermutlich aufgrund von Wärme und Trockenheit.

Und wie geht’s weiter?

Trotz aller Unkenrufe, dass uns ein harter Winter bevorstünde: Langfristprognosen sind unseriös. Aber eines scheint sicher: In dieser Woche pendeln sich die Temperaturen auf immer noch nette 14 oder 15 Grad ein. Normal wären jetzt 9 bis 10 Grad.

Aber das ist nicht nur ein Grund zur Freude, oder ...?

Nein. Besonders wenn man den neuen Report der Umweltorganisation "Climate Central" liest. Schon bei einer Klimaerwärmung von nur zwei Grad Celsius wären 130 Millionen Menschen in Küstenregionen von Überflutung betroffen, heißt es. Allein in Deutschland würde ein Plus von zwei Grad 1,3 Millionen Menschen gefährden.


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