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"Wie ein Spionage-Roman" Pussy-Riot-Aktivistin tarnt sich als Lieferantin und flieht aus Russland

Maria Aljochina
Maria Aljochina
© Uwe Anspach / Picture Alliance
News, die uns im Mai bewegen: Maria Aljochina flieht getarnt als Lieferantin aus ihrer Heimat +++ In den kommenden 5 Jahren könnte die 1,5 Grad-Grenze geknackt werden +++ Dutzende Tote durch Hitzschlag 

Die wichtigsten News im BRIGITTE-Ticker

Was bewegt die Welt? Was bewegt die BRIGITTE-Redakteur:innen? In diesem Ticker fassen wir für euch die wichtigsten News im Mai zusammen.

11. Mai 2022

Maria Aljochina flieht getarnt als Lieferantin aus ihrer Heimat

Pussy-Riot-Aktivistin Maria Aljochina ist schon häufig mit der Putin-Regierung in Konflikt geraten. Zuletzt saß sie wegen eines Instagram-Posts in russischem Hausarrest. Trotz mehrfacher Verhaftungen und immer neuer Anschuldigungen bleib die Aktivistin der Punkband Pussy Riot in ihrem Heimatland Russland. Jetzt gelang der Putin-Kritikerin allerdings eine spektakuläre Flucht. Ihrem Anwalt zufolge hat Aljochina Russland verlassen, obwohl sie unter polizeilicher Bewachung stand. Laut Angaben der Agentur Interfax befinde sich die Putin-Kritikerin nicht mehr auf russischen Staatsboden, so der "Spiegel".

Nach Angaben der "New York Times" gelang ihr die Flucht mithilfe von Freunden. Sie soll sich als Mitarbeiterin eines Essenslieferanten verkleidet haben. Die Zeitung veröffentlichte ein Selfie über Twitter, auf dem Aljochina in einer grünen Uniform zu sehen ist, vermummt mit Schal und Mütze, die Kapuze ins Gesicht gezogen und auf dem Rücken einen Wärmerucksack für Lebensmittel. Sie sei von einem Bekannten mit dem Auto bis an die Grenze zu Belarus gebracht worden und habe dann nach etwa einer Woche Litauen erreicht. Sie habe drei Versuche benötigt, um die belarussische Grenze zu überqueren.

Ein Bekannter habe ihr geholfen, dass ein nicht genanntes europäisches Land ihr Reisedokumente ausstellte. Diese habe man ihr in Belarus übergeben. "Das klingt wie ein Spionage-Roman“, sagte Aljochina der "New York Times". Trotz der Widrigkeiten hoffe sie, dass sie irgendwann nach Russland zurückkehren könne. Der Anlass ihrer Flucht soll eine Ankündigung der Behörden gewesen sein, in der es hieß, dass ihr Hausarrest in einen mehrwöchigen Aufenthalt in einer Strafkolonie umgewandelt werden sollte.

10. Mai 2022

Innerhalb der kommenden 5 Jahre könnte die 1,5-Grad-Marke erreicht werden

Hitzewellen in Indien und Pakistan bringen die Menschen dort an ihre Grenzen – Dutzende sind aufgrund eines Hitzschlags verstorben. In der Arktis wurden so hohen Temperaturen gemessen wie noch nie zuvor. Laut der Weltwetterorganisation (WMO) liegt die Wahrscheinlichkeit, dass bis 2026 die globale Durchschnittstemperatur eines Jahres erstmals mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegt, bei fast 50 Prozent. Das bedeutet, dass im Fünf-Jahres-Zeitraum von 2022 bis 2026 mindestens ein Jahr die Temperatur über 1,5 Grad steige.

Einen Dauerzustand muss diese Einschätzung nicht darstellen. Sollte in einem Jahr die Gradzahl über 1,5 steigen, muss das nicht bedeuten, dass es für die kommenden Jahre so bleibt, so die WMO. Im Schnitt rechnen Expert:innen allerdings damit, dass die Temperaturen weiter steigen werden.

2015 galt es noch als praktisch ausgeschlossen, dass die 1,5-Grad-Marke innerhalb von fünf Jahren erreicht wird. Vor sieben Jahren einigte sich die Weltgemeinschaft im Pariser Klimaabkommen, die dauerhafte Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst unter 1,5 Grad Celsius zu beschränken. Bereits im vergangenen Jahr lag die Durchschnittstemperatur nach dem vorläufigen Klimabericht der WMO 1,1 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Der endgültige Wert wird am 18. Mai 2022 veröffentlicht.

Für dieses und die kommenden vier Jahre vermuten die Expert:innen eine Durchschnittstemperatur zwischen 1,1 und 1,7 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Für dieses Jahr rechnen die Meteorolog:innen damit, dass es in Südwesteuropa und im Südwesten Nordamerikas trockener ist als im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. In Nordeuropa, der Sahel-Zone, Nordostbrasilien und Australien dürfte es dagegen feuchter werden.

6. Mai 2022

Dutzende Tote durch Hitzschlag

47 Grad Celsius – so heiß ist es aktuell in Indien und Pakistan. So früh im Jahr ist das sehr ungewöhnlich. Im westlichen indischen Bundesstaat Maharashtra sind seit Ende März 25 Menschen infolge eines Hitzschlags gestorben, wie ein Sprecher des Bundesstaates bekannt gab, so "Zeit Online". So viele Tote infolge der Hitze habe es seit mehr als fünf Jahren nicht mehr gegeben. Die meisten Opfer lebten auf dem Land. Die Temperaturen seien dauerhaft über 40 Grad. Im ostindischen Bundesstaat Odisha wurden zuletzt 43,2 Grad gemessen. Laut Behördeninformationen wurden am Golf von Bengalen schon Hunderte Menschen wegen Gesundheitsproblemen infolge der Hitze behandelt. Ein 64-Jähriger starb demnach an einem Hitzschlag.

Die Hitze hat nicht nur Auswirkungen auf den menschlichen Körper, sondern legt auch teilweise die Elektronik lahm. In einigen Teilen Indiens kommt es immer wieder zu Stromausfällen, sodass Ventilatoren und Klimaanlagen nicht mehr funktionieren. Wissenschaftler:innen haben den verfrühten Beginn der heißen Temperaturen auf den Klimawandel zurückgeführt. Den Forscher:innen zufolge sind mehr als eine Milliarde Menschen in Indien und Pakistan durch die extreme Hitze gefährdet. Die Hitzewellen werden häufiger, heißer und sie beginnen früher im Jahr. Erst im Januar erlebten Australien und Südamerika Rekordtemperaturen, im März wurden dann in der Antarktis rund 40 Grad mehr gemessen, als sonst zu dieser Jahreszeit zu erwarten wäre.  

3. Mai 2022

RKI empfiehlt: Isolationszeit auf 5 Tage runterzusetzen

Die vorgeschriebene Isolation für Infizierte kann künftig in der Regel schon nach fünf Tagen enden – es wird aber "dringend" ein negativer Test "empfohlen", das geht aus den neuen Leitlinien hervor, die das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagabend veröffentlichte. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bekräftigte, dass die Isolation aber weiterhin durch die Gesundheitsämter angeordnet werden solle – auch wenn diese bereits jetzt häufig an ihre Grenzen kommen.

Kontaktpersonen von Infizierten solle künftig noch dringend empfohlen werden, für fünf Tage Kontakte zu reduzieren und sich selbst nach Möglichkeit zu isolieren. Bisher müssen Infizierte für zehn Tage in die Isolation, nach sieben Tagen kann man sich durch einen negativen Test freitesten, wenn man seit 48 Stunden symptomfrei ist. Bei Kontaktpersonen regelt sich die Länge der Quarantäne nach dem jeweiligen Impfstatus.

Infizierte, die am fünften Tag der Infektion noch positiv sind, sollten sich täglich testen, bis der Test negativ ist. Ist der Test am fünften Tag noch positiv, dann gilt die Isolationszeit über die fünf Tage hinaus, so Lauterbach. Die Isolation endet also nicht automatisch nach fünf Tagen. Für Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen und der Pflege soll das Freitesten nach fünf Tagen verpflichtend und nicht nur empfohlen sein.

Die konkrete Umsetzung der Empfehlung des RKI legen die Länder jetzt fest. Lauterbach machte deutlich, dass die meisten Bundesländer diese Richtlinie auch umsetzen dürften. Mehrere Länder haben bereits Neuregelungen bekannt gegeben.

2. Mai 2022

Corona-Pandemie: Erstmals keine Todesfälle gemeldet

Die Corona-Infektionszahlen sinken. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat 4.032 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind insgesamt 16.052 Fälle weniger als am Montag vor einer Woche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt von 666,4 auf 639,5. Erstmals seit September meldet das RKI keine neuen Todesfälle. Seit Beginn der Pandemie haben sich in Deutschland 24,86 Millionen Menschen nach Informationen von "Zeit Online" mit dem Coronavirus infiziert. 135.960 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Die aktuellen Daten sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn die Datenlage ist teilweise lückenhaft. Es könnte also noch zu Nachmeldungen kommen. Das Problem: Die Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind am Limit. Kontakte können nur noch eingeschränkt nachverfolgt werden. Viele Infektionen werden häufig nicht mehr über einen PCR-Test in einem Labor bestätigt – diese fehlen dann in der offiziellen Statistik.

Verwendete Quellen: zeit.de, faz.de, rnd.de

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Das waren die News im April.

slr Brigitte

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