"Wie umweltbewusst lebst du?" - 3 Generationen erzählen

Umweltschutz ist das große Thema der Zeit. Deshalb haben wir drei Frauen aus drei Generationen gefragt: "Wie umweltbewusst lebst du?" 

Unsere Serie "3 Generationen erzählen"

In der Redaktion diskutieren wir regelmäßig Themen, die uns bewegen und beschäftigen - über die Partnersuche, die Liebe, die Eltern, die Schönheit, den Sinn des Lebens oder über unser Verhältnis zum Job. Dabei fällt immer wieder auf, wie unterschiedlich die verschiedenen Generationen ticken.

Daher haben wir die Serie "3 Generationen erzählen" gestartet, in der Frauen aus dem erweiterten BRIGITTE-Kosmos zu Wort kommen. Es lohnt sich, immer wieder reinzuschauen!

Heute ist die Frage dran: "Wie umweltbewusst lebst du?"

Amelie (21) scheitert manchmal am eigenen Anspruch

In meiner Generation ist Umweltbewusstsein zurecht Thema Nummer 1, denn wir sind in der Pflicht, mit unserem Verhalten etwas zu verändern! Sonst stehen wir in ein paar Jahren vor noch viel größeren Umweltproblemen, die unser Leben und das unserer Kinder beeinträchtigen. Umweltschutz ist mir also wichtig – und trotzdem lebe ich nicht so umweltbewusst, wie es nötig wäre.

Ich habe unterwegs meinen eigenen Kaffeebecher dabei, kaufe möglichst immer loses Obst und Gemüse (am besten Bio oder regional), fahre kein Auto und esse kaum Fleisch. Doch trotz meines Umweltbewusstseins fällt es mir als Studentin teilweise schwer, meine eigenen Ansprüche an eine bewusste Lebensweise zu erfüllen, denn Umweltschutz hat seinen Preis. Bio-Produkte sind mir manchmal zu teuer, als Modeliebhaberin kaufe ich auch mal Fast Fashion., und auch ich schaue mich nach günstigen Urlaubsflügen um.

Da nagt das schlechte Gewissen schon oft an mir, und ich frage mich, ob ich auf manches nicht verzichten müsste. Aber ich glaube auch, dass es nicht darum geht, sofort auf alles zu verzichten. Es ist schon ein großer Schritt getan, wenn wir unser Konsumverhalten reflektieren und die Dinge mehr wertschätzen. Jeder noch so kleine Schritt für die Umwelt ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Miriam (46) steht unter Sozialdruck

Heute Morgen habe ich mir spontan einen Kaffee to go geholt, weil zu Hause der Kaffee alle war. Doch auf dem ganzen Weg zur Arbeit habe ich mich die ganze Zeit wegen des Pappbechers in der Hand geschämt und mich gefragt: Was denken die Leute in der U-Bahn jetzt von mir? Und: Lass dich bloß von den Kolleginnen nicht erwischen! Zu Hause fischt meine Tochter weggeworfene Wimperntusche aus dem Müll, um das Unterteil vom Bürstchen zu trennen und in die Recycling-Tonne zu werfen, und sieht mich beim Blumengießen und Rasensprengen strafend an (Wasserverschwendung!) . Und beim Gassigehen wage ich kaum mehr, einen Plastikbeutel aus der Tasche zu ziehen, um die Haufen unseres Hundes zu entsorgen. 

Bisher hielt ich mich für eine gemäßigte Umweltschützerin: Ich reise mit der Bahn statt mit Flugzeug oder Auto, wann immer es geht, fahre ein kleines Auto statt eines SUV, harke Laub statt motorisiert zu pusten, kaufe Bio und gehe mit Jutebeuteln einkaufen. Plötzlich reicht das aber anscheinend nicht mehr. Manchmal nervt mich das, dann wieder finde ich es gut, dass endlich etwas in den Köpfen passiert – auch in meinem. Ich hoffe nur, dass es sich bei der ganzen Bewegung nicht um ein Modephänomen handelt, das in ein paar Jahren wieder verschwunden ist.

Gudrun (83) schützt die Umwelt aus Gewohnheit 

"Ich glaube, dass ich zu klein bin, um etwas zu bewirken. Trotzdem trenne ich den Müll, weil man das ja muss, sonst wird er nicht abgeholt. Und ich brauche und kaufe wenig und renne keinen Trends hinterher. Ich habe immer bescheiden gelebt und hatte immer den Ehrgeiz, mit wenig Geld auszukommen und trotzdem Qualität zu kaufen. Ich verplempere nichts  - das bin ich als Kriegskind so gewöhnt. Hätten viele Menschen solch einen Lebensstil, käme das sicherlich auch der Umwelt zugute. 

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