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TikTok 10-jähriges Mädchen stirbt nach Mutprobe

10-Jährige stirbt nach TikTok-Mutprobe: Mädchen hält Tablet, auf dem TikTok zu sehen ist
© Ilina Yuliia / Shutterstock
Auf TikTok macht derzeit eine Mutprobe die Runde: Bei der sogenannten "Blackout-Challenge" filmen sich User*innen dabei, wie sie sich selbst würgen – bis zur Ohnmacht. Dieser gefährliche Trend soll nun einem 10-jährigen Mädchen aus Italien das Leben gekostet haben.

Die App TikTok beschreibt sich selbst als "deine globale Video-Community für kurze und unterhaltsame Videos." User*innen können hier kurze Clips aufnehmen, bearbeiten und hochladen.

Kritik am Daten- und Jugendschutz

Doch die Plattform, die besonders mit Lern-Videos Werbung macht, ist auch ständiger Kritik ausgesetzt: So wurden Nutzer*innen besonders zu Beginn des Hypes nicht transparent über die Verwendung ihrer Nutzerdaten aufgeklärt. Außerdem gaben die Macher der App zu, Videos von Menschen mit Behinderung bewusst weniger verbreitet zu haben – angeblich, um diese Menschen vor Mobbing zu schützen. Und auch, dass bereits Kinder die App nutzen können, stößt auf viel Gegenwind. Denn obwohl TikTok bestimmte Videos zensiert und den Inhalt bewertet, steht der Jugendschutz eher an hinterer Stelle. So können Kinder und Jugendliche auch Clips sehen, in denen Gewalt angewandt wird.

Mädchen stirbt nach Challenge

Erst vor wenigen Tagen wurde ein besonders dramatischer Fall aus Italien bekannt: Dort wollte ein Kind vermutlich an der "Blackout-Challenge" teilnehmen – eine Mutprobe, bei der sich die User*innen teilweise bis zur Ohnmacht würgen und dabei filmen. Anschließend werden die Clips in der App geteilt. Die 10-jährige Antonella aus Palermo soll sich mit einem Gürtel bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Wie unter anderem "Der Spiegel" berichtet, soll ihre Schwester sie gefunden haben. Anschließend brachte die Familie das Mädchen ins Krankenhaus. Dort konnten die Ärzte wohl nur noch ihren Hirntod feststellen.

Antonellas Tod sorgt nun für Aufruhr um die App. Ein TikTok-Sprecher teilte mit, dass das Unternehmen bei den Ermittlungen helfen wolle. Außerdem läge ihnen viel daran, solche lebensgefährlichen Challenges zu stoppen. Der Bürgermeister von Palermo teilte auf Facebook seine Trauer mit und schrieb, dass die Beziehungen, die besonders junge Menschen mit dem Internet haben, in Frage gestellt werden sollten.

Mindestalter von 13 Jahren wird vorausgesetzt

Zum Anschauen der Videos müssen User*innen nicht einmal einen eigenen Account erstellen. Das wird erst nötig, wenn man eigene Inhalte hochladen möchte. Und obwohl TikTok ein Mindestalter von 13 Jahren voraussetzt, um sich registrieren zu können, hatte Antonella offenbar keine Probleme damit – und das, obwohl sie deutlich zu jung war. Italien geht deshalb streng gegen die Richtlinien der App vor: Wer sich nicht eindeutig als alt genug identifizieren kann, kann sich in Zukunft auch kein eigenes Konto mehr erstellen. Und wenngleich dieser Schritt vorerst nur bis Mitte Feburar gilt, ist er ein wichtiger Anfang. Denn obwohl Eltern früh mit ihren Kindern über die Sozialen Medien sprechen und sie aufklären sollten, gehört auch ein verantwortungsbewusster Umgang der Plattform mit ihren Inhalten dazu.


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