20 Wochen Mutterschutz bei vollem Gehalt? Gut so.

BRIGITTE-Mitarbeiterin Undine Zimmer freut sich: Das EU-Parlament hat beschlossen, die vorgeschriebene Mindestzeit für den Mutterschutz zu verlängern.

Was haben die Deutschen nur gegen eine Ausweitung der Babypause? Verlängerungsgegner finden eine Verbesserung schlichtweg unnötig. Mit dem Elterngeld sei Mutterschutz gut geregelt. Außerdem würden 20 statt 14 Wochen den Müttern keine qualitative Verbesserung bringen. Davon, dass Väter zusätzlich zwei Wochen bei vollem Gehalt bekommen sollen, wollen sie schon gar nichts wissen. Und warum nicht? Weil es mehr kostet. Nämlich 1,7 Milliarden Euro pro Jahr, wie das Fraunhofer Institut errechnet hat.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit seinen 14 Wochen Mutterschutz auf den ersten Blick ganz hinten. In anderen Ländern bekommen die Mütter bis zu 42 Wochen Schutzzeit. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern werden Mütter bei uns jedoch auch danach weiter unterstützt. 20 Wochen Mutterschutz bei vollem Gehalt, diese Regelung ist für Europa insgesamt ein Fortschritt.

In Deutschland kommen die größten Bedenken gegen die neue EU-Richtlinie von den Arbeitgeberverbänden. Die Argumente sind haarsträubend. Frauen würden damit mal wieder als die teureren Arbeitnehmer gelten. Mehr Mutterschutz legt den Arbeitgebern mehr Hindernisse in den Weg, Frauen einzustellen. Sieht so Gleichstellung aus?

Wenn man also überhaupt etwas kritisieren möchte in dieser Diskussion, dann, dass das EU-Parlament im Zuge dieser Debatte auch die Diskriminierung von Frauen im Arbeitsleben im Auge behalten sollte. Interessieren würde mich auch, was in diesem Zusammenhang genau mit unnötigen Kosten für Steuerzahler und Arbeitgeber gemeint ist?

Es ist doch wohl nicht unnötig, endlich die Karrieren von Frauen mit Familie in ganz Europa zu fördern. Und die Männer zu ermuntern, ihre Frauen zu unterstützen.

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