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Stiftung Warentest warnt! Inhaltsstoff vieler Lippenstifte könnte das Erbgut verändern

Stiftung Warentest warnt!: Inhaltsstoff vieler Lippenstifte könnte das Erbgut verändern
© Roman Samborskyi / Shutterstock
Ob für das gewisse Etwas oder als täglicher Begleiter – der Lippenstift gehört für viele dazu. Doch Stiftung Warentest fand jetzt heraus, dass die meisten ein Farbpigment beinhalten, das das Erbgut schädigen kann.

In der aktuellen Ausgabe (11/2021) stellt Stiftung Warentest die Ergebnisse für insgesamt 17 getestete Lippenstifte vor. Schon einmal vorweg: Einen Testsieger gibt es aufgrund der in allen Lippenstiften enthaltenen Schadstoffe nicht. Über die Note befriedigend kommt ebenfalls keiner. Zwei Stifte erhalten ein mangelhaft, da sie Bestandteile von Mineralöl enthalten.

Wer jeden Tag Lippenstift aufträgt, "isst" fünf Stifte im Jahr

Wieso die Schadstoffe gefährlich sein können, zeigt diese Berechnung: Lippenstift trägt man nicht nur auf, man "isst" auch eine Menge davon. Wer täglich Lippenstift aufträgt, "verzehrt" über das Jahr verteilt insgesamt fünf Stifte oder umgerechnet 57 Milligramm Farbmasse am Tag.

Diese Masse enthält bei allen Stiften das weißende Farbpigment Titandioxid. Lange Zeit galt es als unbedenklich. Neue Erkenntnisse der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) haben jetzt zu einer Neubewertung geführt. Die Behörde konnte den Verdacht einer erbgutschädigenden Wirkung nicht entkräften. Bedeutet: Das genetische Material von Zellen kann durch den Verzehr geschädigt werden und eventuell sogar Krebs auslösen, so Stiftung Warentest.

Stiftung Warentest: Kein Lippenstift ist besser als befriedigend – alle enthalten Schadstoffe

Durch die Einstufung von Titandioxid als Schadstoff ist keiner der getesteten Lippenstifte schadstofffrei und wird von Stiftung Warentest nicht uneingeschränkt empfohlen – das gilt ebenfalls für die Stifte von Naturkosmetik.

Eine gute Nachricht gibt es dennoch: Immerhin kommen Lippenstifte von zertifizierter Naturkosmetik komplett ohne Mineralölbestandteile und synthetische Pendants aus. An Deckkraft und Pflege hatten die Tester ebenfalls bei keinem der Stifte etwas auszusetzen.

Schadstoffe in Lippenstiften: Darauf solltest du achten

Wer nun seine vorhandenen Lippenstifte prüfen oder beim nächsten Kauf auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf das Kürzel CI 77891 achten. Mineralölbestandteile werden auch häufig als Mosh-Inhaltsstoffe angegeben, was für Mineral Oil Saturated Hydrocarbons steht. Auf der Produktverpackung werden sie zum Beispiel als Petrolatum, Ozokerite, Cera Microcristallina oder Parrafin angegeben.

slr Brigitte

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