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Amoklauf in Texas Mutter rettet ihre Kinder – während der Täter noch im Gebäude ist

Amoklauf in Texas: Mutter rettet ihre Kinder – während der Täter noch im Gebäude ist
© ASSOCIATED PRESS / William Luther / Picture Alliance
Während des Amoklaufes an einer Grundschule in Texas stürmte eine Mutter in das Gebäude, um ihre Kinder zu retten – die Polizei wartete unterdes auf Verstärkung. Sie erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Beamt:innen, die ihr sogar Handschellen angelegt haben sollen.

Zum Hintergrund: Am vergangenen Dienstag stürmte ein 18-Jähriger die Robb Elementary School in Uvalde im US-Bundesstaat Texas und erschoss 19 Kinder und zwei Erwachsene. Der 18-Jährige wurde von einem Grenzschutzbeamten erschossen.

Nun steht die Polizei unter massiver Kritik. Die Beamt:innen hätten zu lange nicht eingegriffen. Der Verantwortliche sei der Meinung gewesen, dass nach den ersten Schüssen keine Kinder mehr in Gefahr seien. Diese Fehleinschätzung sorgt für Fassungslosigkeit, so das "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Während des Amoklaufes in Texas: Mutter rettet ihre Kinder aus der Schule

Fassungslos muss auch Angeli Rose Gomez gewesen sein, als sie hörte, was in der Schule ihrer beiden Kinder gerade passierte. Ihre Kinder besuchen die zweite und dritte Klasse. Vor Ort wollte Gomez sofort zu ihnen und sie aus dem Gebäude holen, wurde jedoch aufgehalten und ihren Angaben zufolge in Handschellen gelegt. Kaum habe man sie wieder freigelassen, sei sie über den Zaun gesprungen und in die Schule gerannt. Sie konnte ihre Kinder aus dem Gebäude retten. Die Polizei wartete währenddessen weiter vor dem Zaun.

Doch nicht nur Gomez, auch anderen Eltern kam das Verhalten der Polizist:innen fragwürdig vor. Verängstigte Eltern und Einwohner:innen von Uvalde hatten sich vor der Schule versammelt und drängten die Beamt:innen, etwas zu unternehmen, so das "Wall Street Journal". Gomez berichtet in dem Artikel auch über einen Vater, der zu Boden gerungen worden sei. Es sei Pfefferspray zum Einsatz gekommen, der Schütze jedoch sei in dieser Zeit nicht aufgehalten worden.

Die U.S. Marshals bestritten indes Gomez‘ Darstellungen in einer Erklärung gegenüber dem "Wall Street Journal". Ein Sprecher sagte, dass während des Einsatzes niemand in Handschellen gelegt worden sei.

Den Polizist:innen werden schwere Versäumnisse vorgeworfen

Allein ist Gomez aber nicht mit ihren Anschuldigungen. Die "Washington Post" zitiert den Großvater einer getöteten Schülerin: "Sie hätten einige Leben retten können. Sie hätten sie retten können". Der Vater eines weiteren getöteten Kindes sagte dem Sender CNN, dass seine Tochter womöglich noch leben könnte, hätte die Polizei anders gehandelt. Eine Mutter klagte: "Sie haben zu lange gewartet."

Verwendete Quellen: rnd.de, wsj.com, twitter.com

slr Brigitte

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