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"Mein Baby wird sterben - aber es kann andere retten"


Elisha McGill hat ein Baby im Bauch, das nicht lebensfähig sein wird. Doch statt es abzutreiben, will sie es auf die Welt bringen und die Organe spenden.

Eine solche Diagnose ist ein Schock für jede Mutter. "Ihr Baby wird nach der Geburt vermutlich nur wenige Minuten leben", sagten die Ärzte Elisha McGill und ihrem Mann Dermot nach einer Schwangerschaftsuntersuchung im vierten Monat. Die Diagnose: Das ungeborene Kind des Paares aus der nordirischen Stadt Aghadowey hat eine Anenzephalie. Bei dieser Fehlbildung schließt sich die Schädeldecke nicht und große Teile des Gehirns fehlen. Kinder mit einer Anenzephalie leben normalerweise nur ein paar Tage.

Die Ärzte sagten den McGills auch, dass sich die meisten Eltern in so einem Fall für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden. Doch das kommt für das Paar, das bereits zwei kleine Kinder im Alter von 9 und 22 Monaten hat, nicht infrage. Gemeinsam entschieden sie, dass Elisha das Kind auf die Welt bringen wird. Sobald es stirbt, wollen sie die lebenswichtigen Organe ihres Kindes an Babys spenden, die diese zum Überleben brauchen.

Dabei sind die Chancen gering, dass "Baby McGill", wie sie ihr Ungeborenes nennen, lebend zur Welt kommt. Viele Kinder mit Anenzephalie sterben vor oder während der Geburt. "Wir hoffen das Beste. Unser Ziel ist es, gut auf das Baby aufzupassen und es bis zur 36. Woche zu schaffen", sagte Elisha gegenüber dem irischen "Independent".

Die McGills wollen mit ihrer Entscheidung auch das Bewusstsein für diese Form der Fehlbildung schärfen. Auf einer Facebook-Seite namens "Anencephaly Follow Our Journey From Start Lets Get More Support Out There" posten sie Informationen und Updates zur Schwangerschaft. Die Seite hat bereits rund 2.500 Fans.

Inzwischen ist Elisha in der 19. Woche und fühlt bereits erste Tritte des Babys im Bauch. "Es ist alles sehr emotional für uns. Wir sind so stolz, dass unser Baby kämpft", so die 30-Jährige. "Aber wir wissen gleichzeitig, dass mit dem 'Hallo' in 18 Wochen auch der Abschied nicht mehr weit ist. Nicht zu wissen, was dann kommt, ist beängstigend."

Beeindruckend ist, wie viel Liebe das Paar dem kleinen Wesen im Bauch jetzt schon entgegenbringt. "Wir wünschen uns, dass wir unser Baby so lange liebkosen und streicheln können, bis es auf natürliche Weise stirbt. Und hoffentlich können Teile von ihm in anderen Babys weiterleben."

Das hoffen wir auch und wünschen der Familie alles Gute.

miro

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